Sind Ratschläge auch Schläge?

Asunción: Nachdem der US-Botschafter Lee McClenny sich für den Kampf gegen die Korruption aussprach ohne einen spezifischen Fall zu nennen, waren die Reaktion der Politiker von stark erbost bis hin zu übereinstimmend breit vertreten.

Die zwei Tuits des US-Diplomaten mit hohem Ansehen kamen pünktlich nachdem sich die Abgeordneten Selbstschutz vor dem Entzug der Immunität gewährten um keinen juristischen Prozessen entgegensehen zu müssen.

Im ersten Tuit schrieb er: “Gegenwärtig lohnt es sich in Paraguay, über die Menschen nachzudenken, ihnen zuzuhören und die Demokratie, im Kampf gegen Korruption und Straflosigkeit, mit Gerechtigkeit für alle auszuüben”. Danach folgte: “Es ist die Aufgabe der Bürger, die sich für die Demokratie und die Entwicklung des Landes einsetzen, wachsam zu bleiben und die Behörden aufzufordern, alle zu vertreten und sicherzustellen, dass die Verbesserungen alle Ecken des Landes erreichen“.

Dieser kleine Aufruf zur Revolution fand nicht bei allen Anklang. Der Cartes-treue Abgeordnete Walter Harms, der auch für die Beibehaltung der Immunität für seine Kollegen stimmte, sah diese zwei Nachrichten als Einmischung in interne Angelegenheiten an. Er hätte auch gleich sagen können, dass er Korruption befürwortet und davon profitiert und alle Gegner davon ihren Mund halten sollen, könnte man meinen.

“Als Senatoren haben wir die Erwartungen der Menschen dahingehend erfüllt, dass Dionisio Amarilla, Víctor Bogado, der Rechnungsprüfer Enrique García Òscar González Daher herausgewollt wurden. Es sind klare Beispiele dafür, dass es hier keine Straflosigkeit gibt und dass die Senatoren nicht alles durchgehen lassen“, sagte Senator Martín Arévalo, der sich als Kandidat für den Posten des Bürgermeisters von Asunción bewerben möchte.

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10 Kommentare zu “Sind Ratschläge auch Schläge?

  1. Kuno Gansz von Otzberg

    Antworten

    Κυδος το ιου Μρ. εμβασσαδορ. [Kudos to you Mr. embassador.]
    Sowas von einem Ami zu hoeren ist ja eher eine Seltenheit heutigentages. Die Amis asoziiert man ja fuer gewoehnlich mit USAID & Co. die durch ihre fernheimschen Agenten (Mennoniten) den Chaco in „die Kornkammer der Welt“ verwandeln wollen, so kuerzlich einer der Oberschulzen der Chacokolonien. Sprich, die Rodungen werden mit dem Segen der USAID getaetigt wo Fernando Lugo ja selber bestaetigt dass er „gestuerzt“ wurde von der Agrarlobby, irgendwas mit Energielobby und eben NGO’s die im Land investieren wollten. Solche Beschuldigungen halte ich immer fuer bare Muenze.
    Na ja „von Einsatz fuer die Demokratie“ bringt ja leider nichts zu beissen zwischen den Zaehnen, genausowenig wie in der lokalen Presse pro demokratische Stimmung zu verbreiten (wie unsereins es tut). Wie waers wenn die Journalisten ein Gehalt vom Staate bekommen denn solch Einsatz ist meist ein denkbar undankbarer Job wo einem aus Rache das Establishement leicht den oekonomischen Ruin verursacht.
    Ich sehen hier keinen Mennoniten je pro Demokratische Meinungen vertreten. Warum wohl? Nun, die werden sofort verfolgt – die Mennoniten sind wie eine Schlange: die warten ab und holen bei richtiger Position und Gelegenheit zum Schlag aus. Beliebtester Modus Operandi: wirtschaftlich ruinieren und dann zum Todesstoss ansetzen.
    Auch die Paraguayer verfolgen sofort alles was anderer Meinung ist wie u.a. Arrom, Marti und dem anderen Weihnachtsmann auf dem Rentierschlitten.

  2. Es ist uns eine Ehre, ob über die Deutschen, Paraguay, Russland, Amerikaner, Juden, Lateiner, Römer, Nazis, der Führer, Heilige, Verbrecher, Bibel, Jesus, Moses, Messias, Propheten, Diktatoren, Wirtschaft, Drogen, Weltraum, Regierungen, Agraristen, Viehzüchter, Pädophile überhaupt der WELTENERKLÄRER. das alles ist in ORDNUNG; ABER lass den WEIHNACHTSMANN mit seinem REHNTIERSCHLITTEN in RUHE du A…….!

  3. Es wird wohl eher so sein, daß man in Paraguay grundsätzlich Ratschläge anderer als Schläge empfindet. Ja mehr noch, als die Ehre verletzende Einmischung. Warum auch Ratschläge erteilen? Der Paraguayer weiß doch ohnehin schon alles, ganz ohne solide Ausbildung und Fortbildung, einfach so. Man sollte das bitte endlich zur Kenntnis nehmen!

  4. wer ist „der Paraguayer?“ und muss er (der Py) sich von jedem Idioten „Ratschläge“ geben lassen? Warum sind in „Ratschlage“ geben die Deutschen so emsig? Sind das einfach nur „Klugscheißer“ wie viel der Bevölkerungsgruppe der Paraguayer lesen die Ratschläge in deutscher Sprache? Sollte „der Paraguayer“ die deutsche Sprache erlernen, um die Ratschläge der von Deutschland eingewanderten, (nicht der Landessprache mächtig) besser Wissenden, nicht immer sehr klugen Menschen per Verordnung lesen müssen? Ist ein Robin Hooden in das Land gekommen um den „primitiven“ Indianen die Kultur und das Wissen des „Abendlandes“ zu bringen? Und glauben sie (in Ihren Hochmut) das ich als Paraguayerin auf ihren „Ratschlag“ gewartet habe?

  5. Ja, selbstverstaendlich! Wer auf der Leiter der Entwicklungen der Staaten und Indexe immer auf der vorletzten Sprosse steht, der muss sich Kritik und Ratschlaege anhoeren und sollte Selbstreflexion ueben. Tut man dies nicht und meint, bei der Erfindung des Schiesspulvers anwesend gewesen zu sein, dann wird man nicht so ganz fuer zurechnungsfaehig gehalten.
    Das pflege ich hier schon ewig so und seltsamerweise werde ich immer wieder ueberall eingeladen, wenn man irgendwas feiert , eine Kommision schaffen oder erneuern moechte.
    Man ist zwar vordergruenig oftmals empoert, aber spaeter gibt man kleinlaut zu, dass ich doch mal wieder recht hatte.
    Sprache; Selbst Leute , von denen man hier annehmen sollte, dass sie eine Gebrauchsanleitung in ihrer Muttersprache verstehen, sind ist hier oft ein Totalausfall. Waschmaschinen werden total verstellt, Fernseher deprogrammiert und bei Rechnern tragende Teile des Programmes geloescht. Das passiert dann ja oft woechendlich und da soll man sich in Schweigen huellen und gute Miene machen? Aber nicht mit mir.

  6. Sagen wir es mal so.
    Ratschläge an sich sind ja nichts Falsches, wenn sie einen weiterbringen.
    ABER.
    Es kommt ja auch ein wenig darauf an, WER diese Ratschläge erteilt.
    Ausgerechnet ein Yankee will Anderen Ratschläge zwecks Korruption geben?
    Kann der seine eigene Nase nicht sehen, damit er sie anfassen kann?

    1. Das ist doch wieder einmal typisch! Hier werden ALLE sogenannten „Yankees“ über einen Kamm geschoren. Die USA ist ein sehr vielfältiges Land mit vielen hochintelligenten, erfolgreichen Menschen. Und selbstverständlich gibt es in den USA, wie überall Schaumschläger und korrupte Politiker. Die Frage aber ist doch, steckt dahinter ein System so wie in Paraguay, oder sind das, was Sie als NEGATIVUM beschreiben nur Auswüchse. Warum wollen wohl so viele Menschen unbedingt in die USA einwandern (besonder Lateinamerikaner) wenn die USA doch angeblich so ein schlechtes Land ist? Auch ist die Frage erlaubt, an welcher Rangstelle der korruptesten Länder erscheinen die USA und Paraguay? Aus welchem Land kommen die meisten innovativen Erfindungen – aus den USA oder Paraguay? Wer stellt die meisten Nobelpreisträger – die USA oder Paraguay? Insofern würde es doch Charakterstärke beweisen, wenn ein Land wie Paraguay mit all seinen korrupten Eliten (was ja nicht einmal die Paraguayer selbst abstreiten) zumindest Ratschläge von erfolgreichen Menschen und Systemen anzuhören ohne gleich beleidigt zu sein. Hier auch gleich mal ein Beispiel aus dem praktischen Leben: In Deutschland dauert die Ausbildung zum Maurer wenigstens drei Jahre. In Paraguay nennt sich jeder, der beim mauern zugeschaut hat bereits Spezialist – und so könnte man viele Beispiele aufführen. Ergo: In Deutschland gibt es nur sehr wenige nicht ausgebildete Handwerker oder anderweitige Berufe. Und daher bin ich aus meinen Erfahrungen überzeugt, ist jeder Handwerker, der eine Ausbildung in Deutschland, Österreich oder der Schweiz erfahren hat, einem paraguayischen Spezialisten, selbst nach 15 Jahren praktischer Arbeit, haushoch überlegen und damit berechtigt, Ratschläge geben zu können. Basta!

      1. @ Robin Hood,

        So viel Arroganz, der Name gehört dazu, habe ich lange nicht zu Gesicht bekommen.
        Die Lobeshymne auf die USA ist eine geistige Entgleisung und zeugt davon, dass keinerlei Kenntnisse über dieses Land verhanden sind. In Deutschland nennt man so etwas „schleimen“.
        Dass alle „Yankees“ über einen Kamm geschoren werden ist doch logisch – werden doch in den meisten Kommentaren des WB die Paraguayer auch über einen Kamm geschoren.
        …“ Die USA ist ein sehr vielfältiges Land mit vielen hochintelligenten, erfolgreichen Menschen…“?????
        Dann erklären Sie mir bitte schön warum diese hochintelligenten Menschen bis vor zwei Jahren noch nicht einmal ein funktionierendes Gesundheitssystem hatten, während dies in PY schon Jahrzehnte existierte?
        Ach ja, erfolgreiche Menschen sind die „Yankees“ auch. Wer hat sie denn zu diesen Erfolgen gebracht? Soweit ich mich erinnere haben die Yankees nach dem 2. Weltkrieg die deutsche wissentschaftliche Elite in das „Yankeeland“ verschleppt und sie verpflichtet ihr Wissen dem Staat zur Verfügung zu stellen. Ein Beispiel für viele – Werner von Braun. Ohne ihn wären die Yankees nie in den Weltraum gekommen. Ganze Industrien und Fabriken wurden von den Yankees in Deutschland abgebaut und in die USA gebracht. Die Liste ist endlos.
        …Schaumschläger und korrupte Politiker klassifizieren Sie nach „System“ und „Auswüchse“. Beides zeigt wie wenig Sie die Feinheiten der deutschen Sprache kennen und verklärt sind in Ihrer Verherrlichung. Korruption sind Auswüchse und ist nur in einem SYSTEM möglich. Das lernt man im 2. Semester BWL.
        Die Frage warum so viele Menschen in die USA auswandern wollen ist eine gute Frage und ich möchte sie mit einer Gegenfrage beantworten: “ Warum sind Sie mit allen Ihren Erfahrungen und Super-Ausbildungen nach PY ausgewandert…?
        Ich weiß nicht ob man ein Land als gut bezeichnen kann in dem es seit Jahtzehnten nicht gelungen ist den „Rassenkrieg“ (ich muss hier nicht die einzelnen „highlights“ der letzten 20 Jahre aufzählen) zu beenden. In dem weiße Bürgerwehren und Ku-Klux-Klan Geheimbünde genauso zum Alltag gehören wie Hamburger und „fried chicken“.
        Natürlich steht Paraguay in der „Korruptions-Rangliste“ vor den Yankees. Ist doch logisch oder? Die Yankees haben eine längere Erfahrung in der Korruption und sind heutzutage „polierter“, man nennt das jetzt „Lobbyismus“. Die haben zu Hunderten ihre Büros rund um die Regierungssitze in Washington.
        Die meisten innovativen Erfindungen kommen aus den USA und zwar aus der Rüstungsindustrie. Ist das für Sie ein moralischer Ansporn?
        Aber einen solchen Vergleich zu stellen beweist einen erheblichen Mangel an Intelligenz. Sie sind also der Meinung dass Paraguay mit ca. 7 Mio. Einwohnern und einem nicht ausgereiften Berufsbildungssystem genauso effizient sein muss wie die USA mit ca. 330 000 000 Einwohnern? Ach ja, ich habe die Nobelpreisträger vergessen!!
        Ja, dann haben wir noch die Charakterstärke der Yankees. Da gibt es natürlich unzählige Eigenschaften wie: …bis 1937 der 2-größte Marihuana Produzent (legal) mit über 40 Millionen Konsumenten. Danach hat man aus ehrenwerten Motiven das Marihuana verboten damit die Tabakindustrie ihre „todesbringenden Stengel“, sprich Zigaretten, an den Mann bringen konnte wissentlich dass sie dadurch die Menschen süchtig machen würden. Allein für diese „Charaktereigenschaft“ hätten die Yankees einen Nobelpreis verdient.
        Dann haben wir ja auch noch die Mafia und Cosa Nostra die ganz offiziell mithelfen durften den 2. Weltkrieg zu gewinnen – Viva la patria!!!
        Auch haben wir natürlich Einzelpersonen mit hervorragenden Charaktereigenschaften. Ein gewisser Herr Trump seines Zeichens Präsident der USA, der vor vielen Jahren sein de facto Imperium mit Krediten der russischen und italienischen Mafia aufbaute (ist leider vor Kurzen offiziell herausgekommen). Dass man mit einer hervorragenden Charaktereigenschaft auch ehemalige Verbündete verraten und „verkaufen“ kann ist quasi eine Pflichtübung. Die Tausenden von Kurden die diesem Ehrenmann vertraut und mit ihrem Leben bezahlt haben, sind damit umsonst gestorben. Was soll’s, Hauptsache man stellt viele Nobelpreisträger.
        Die „korrupten Eliten“ haben natürlich nichts mit gewissen Verbänden zu tun die selbst ihre Waffenverkäufe nicht durch strengere Bestimmungen regeln obwohl bald jede Woche in irgendeiner Yankee-Schule ein paar Jugendliche platt gemacht werden.
        ….Und dann wieder so ein Schlaumeier-Vergleich!!
        Dass sich einige „Maurer-Spezialist“ nennen wenn sie mal eine Toilettenwand hochgezogen haben ist doch normal. In Deutschland sah es vor der Einführung einer Berufsausbildung auch nicht viel anders aus. Das sind einfach Lernprozesse die jedes Entwicklungsland durchmachen muss.
        Dass es in Deutschland nur wenige nicht ausgebildete Handwerker geben soll ist kompletter Blödsinn. Ich darf mich erst dann Handwerker nennen wenn ich den Gesellenbrief in der Tasche habe und den gibt es nur mit einer entsprechenden Ausbildung sprich Lehre.
        Und eines sollte ganz klar sein: KEINER ist berechtigt den Anderen Ratschläge zu erteilen ohne aufgefordert zu sein. Und KEIN Land und wenn es noch so viele Nobelpreisträger hat, ist berechtigt anderen unabhängigen Nationen etwas vorzuschreiben. Das ist aber genau der Stil der „Schein-Erfolgreichen“ Yankees.
        Es zeugt von einem schlechten Charakter und Arroganz wenn ein Botschafter eines Landes einem anderen Land wo er akkreditiert ist, vorschreiben will was es zu machen hat. Vor einigen Monaten hatte es der neue US-Botschafter in Deutschland auch versucht und es wurde diskutiert ob man ihn dafür seine Akkreditierung entziehen sollte.
        Schon damals hatte Stroessner den Yankees die Stirn geboten und als Vergeltung hatten die charakterstarken Yankees den Internationalen Haftbefehl gegen den angeblichen Drogendealer General Rodriguez außer Vollzug gesetzt und ihm geholfen Stroessner zu stürzen. Halleluja!!!

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