Soja und die Macht

Colonia Tirol: Dank einer Unterschriftsfälschung, die schon bestätigt wurde, schuldet eine deutsch-brasilianische Familie dem Favero Konzern 23 Millionen US-Dollar. Die Polizei ist jedoch nur auf der Seite derer, die das Geld fordern.

Seit 2012 baut Raiter Soja an und verkauft es exklusiv an Agrosilo Santa Catalina S.A., Tochterfirma der Favero Gruppe. Die Zusammenarbeit funktionierte gut. Das Unternehmen ermöglichte ihm auch den Kauf eines neuen Grundstücks in der Colonia Tirol in Itapúa.

Doch als Mitte 2015 Anwälte bei ihm zu Hause auftauchten und auf die Zahlung von einer Summe bestanden, die angeblich Raiter von der Firma lieh, verstand er die Welt nicht mehr. Die Anwälte zeigten ihm einen Vertrag auf dem er und seine Frau unterschrieben hätten. Allerdings erinnerte er sich nicht an solch einen Vertrag. Seine Schulden für den Grundstückskauf waren nicht in diesem Umfang. Er entschied sich eine Anzeige bei der Staatanwaltschaft zu machen. Die Untersuchung der Unterschriften von Marino Raiter und Marilene do Rocío Penkal de Raiter ergab kurz darauf, dass es sich um Fälschungen handelt.

Es existieren zwei Kreditverträge die die Zukunft der Familie Raiter bedrohen. Einer wurde von der Notarin María Teresa Rodríguez Almada (wegen Fälschung angeklagt) erstellt. Der andere von Notarin Nélida Chávez de González, Ehefrau des Senators Óscar González Daher, der Dank seiner Macht alle Hebel in Bewegung setzt, damit sie nicht angeklagt wird. Als Vorsitzender des Magisterrats entscheidet er über die Entlassung und Ernennung von Richtern.

Um der Sache weiter auf den Grund zu gehen, wurden auch die Konten der Familie Raiter überprüft. Zeitgleich reklamiert die Favero Gruppe 7.200 Tonnen Soja, um einen Teil des “geliehenen“ Geldes einzutreiben. Allerdings werden alle Richter die dem Fall zugewiesen werden, unter Druck gesetzt, sodass man bei einem Ergebnis nicht von Gerechtigkeit sprechen kann.

Als wäre das noch nicht genug erhielt Senator Óscar González Daher die Zusicherung von Präsident Cartes, dass auf dem Grundstück weiterhin 15 Polizeifahrzeuge und 60 Uniformierte Wache halten. Von Seiten der Polizei gilt zu vermeiden, dass das reife Soja geerntet werden kann. Der Firme Sienna S.A., die das Land der Raiters bepflanzte, würde 1 Millionen US-Dollar verlieren, wenn sie nicht bis spätestens Dienstag ernten.

Ob dies der Sicherheit von Investitionen behilflich ist, bleibt fraglich.

Wochenblatt / Abc Color

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4 Kommentare zu “Soja und die Macht

  1. Mir stellen sich ein paar Fragen: Hat die Favero Gruppe diese Notarinnen bezahlt wegen der Unterschriftsfälschung? Wenn ja, wieso werden dann am Grundstück Polizisten und Wachleute eingesetzt um das Soja nicht zu ernten? Damit die Raiters dies nicht jemand anderem verkaufen können oder als Druckmittel? Und wer steht hinter der Favero Gruppe?
    Der Artikel scheint mir etwas lückenhaft zu sein.

    Wegen solcher Aktionen (u.a. auch die Wiederwahlunterschriftenaktion) sollten bei der Wahl 2018 die Colorados eine vernichtende Niederlage erleben, es kann nicht sein, dass die Amigos von Cartes alles machen können, was sie wollen um ihre nie endende Habgier zu stillen. Paraguay hat einen tollen Wirtschaftswachstum die letzten Jahren,…durch solche Aktionen macht man sich alles kaputt.

    Wenn Cartes oder irgendein Minister das nächste Mal nach Deutschland oder Europa fliegt und um Investoren werben, würde ich mir sehr wünschen, dass ein hochrangiger Politiker diesem Kerl ins Gesicht sagt, dass er erstmal zusehen soll, dass das Recht für ALLE gilt – und nicht für ein paar Hühnerdiebe auf dem Land oder Ausländern.

    1. Philipp, wundere dich nicht1
      Das ist wie Strossner.der hat auch ml ds Millitar/Polizei eingesetzt, wenn es einen seiner Günstlinge gepasst hat um an was zu kommen.
      Cartes ist nicht besser im Gegnteil ist noch miesser, in dem er die staatliche Macht im Mantel der Demokratie missbraucht!
      Selbst auf der Steite der deutschen Botschaft wird für einiges gewarnt in der Richtung.Recht für alle, oder für wenn!

  2. Polizei scheint in diesem Land reichlich zur Verfügung zu stehen, Nationalpolizei, Patrulla, usw.. Was bezweckt man damit?

  3. retto was man damit bezweckt ist doch wohl klar.
    Die Absicherung der eigenen Interessen. Die Polizei ist eine Rudel von Hunden ab und zu werden sie von den Regierenden zur Lösung ihrer Geld Probleme von die Menschen gehetzt.
    Senator Óscar González Daher ist für Cartes ein sehr wichtiger Mann den braucht er. Natürlich haltet Cartes seine Hand schützent über Frau González und ihren Mann.Das geht nur mit Rückendeckung von Oben!
    Sehe dir doch mal an wenn der Favero Konzern gehört, richtig auf geschlüsselt wie ein Stammbaum mit Eigentumsverhältnissen.

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