Suspendierter Richter erhält seit 9 Jahren volle Bezüge

Asunción: Ungefähr 810 Millionen Guaranies wurde Richter Roberto Martínez seit seiner Suspendierung mit Lohnfortzahlung überwiesen. Die Gegenleistung, es gibt keine.

Roberto Martínez Cañete wurde wegen der Annahme von Schmiergeld angezeigt. Zu einem Prozess kam es aber seit Eingang der Anzeige vor 10 Jahren und 5 Monaten nicht. Eine Suspendierung sollte den guten Ruf der Justiz wahren. Die Lohnfortzahlung ändert dies jedoch ins Gegenteil. Verantwortlich dafür sind die Minister des Obersten Gerichtshofes Víctor Núñez (hat schon gekündigt), Sindulfo Blanco, Raúl Torres Kirmser, Alicia Pucheta de Correa, Miguel Óscar Bajac, Antonio Fretes und César Garay Zuccolillo.

Seit dem Jahr 2008 bezog er monatlich das Grundgehalt von 7.503.750 Guaranies sowie Weihnachtsgeld. Im vergangenen Jahr wurde der Richter zudem komplett entlastet, bleibt jedoch suspendiert und kassiert weiter.

Wie vielen armen Menschen man mit 810 Millionen Guaranies hätte helfen können, hängt ganz davon aus, in was man investiert. Dem Richter ein süßes Leben zu garantieren war sicherlich nicht der richtige Weg.

Wochenblatt / La Nación

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5 Kommentare zu “Suspendierter Richter erhält seit 9 Jahren volle Bezüge

  1. Quelle: La Nacion? Wirklich? Hat das damit zu tun, dass einer der Verantwortlichen Zucolillo heisst? Hmm?

    Aber das dieser „Richter“ da rotzfrech weiter kassiert und damit seinen gelernten Beruf ad absurdum fuehrt, ist wieder mal leider bezeichnend fuer dieses Land. Einsicht? Nööö! Sollen doch andere machen!

    Ich selber habe mal auf einen Monatslohn verzichtet, als mein Vertrag zu Ende ging und mir erstmal 4 Wochen Urlaub erbeten, bevor ich einen neuen Vertrag unterschreibe. Ich erfuhr danach, dass man trotzdem einen Scheck fuer mich vorbereitet hatte, weil man meine Bitte nicht weiterkommuniziert hatte und man dachte, dass der Vertrag direkt verlaengert wird.
    Ich liess den Scheck danach annulieren, weil ich wirklich kein Geld fuers Nichtstun und Abwesenheit bekommen wollte. Ich denke nicht, dass das viele so gemacht haetten. Den wenigen, den ich das erzaehlt haben, sagten „Muy razonable,Filip“ und machten dabei einen Gesichtsausdruck als ob sie mir sagen wuerden, ob ich noch alle Latten im Zaun habe.

    1. Man bemerkt, dass du Nordländer und vermutlich Deutscher bist. Was ich jetzt schriebe, vermute ich nur, aber es kommt mir schon so vor:

      Die Paraguayos sind vielleicht deshalb so extrem, weil hier sehr viele Deutsche einwandern. Diese also die Paraguayos bemerken schnell, das die Mehrheit der Einwanderer fleissig und ehrlich ist und passen sich an, aber natürlich nicht so wie man es erhofft, sondern in etwa für gratis und umsonst arbeiten ist ja der millionario alleman da.

      1. Auf politischer Ebene beobachte ich, dass man hier gerne ein „Abhaengigkeitsverhaeltnis“ mit der 1.Welt pflegt und weiterhin pflegen moechte. Es gibt immer wieder Spenden aus Korea, Japan oder der EU. Ist ja dann viel bequemer als z.b. rigoroser Steuern zu verlangen oder sonstige unangenehme Sachen.

        Man kann es vllt vergleichen, wie bei einem verwoehntem 30-jaehrigen unreifen Mann, der bei Hotel Mama wohnt und bloss nicht den naechsten Schritt gehen moechte, weil die Eltern sich ja schon um alles kuemmern, wenn es einem selber an nichts fehlt.

  2. Kann ja mal passieren, dass ein Staatsangestellter vergisst zum Ordner mit den Gehaltslisten zu laufen, die Gehaltsliste zu mutieren und den Ordner wieder in Gestell zu stellen. So weiß man wenigstens wohin die Steuereinnahmen fließen. In Infrastruktur, Bildung und Soziales fließt dann, was davon übrig bleibt, wie man an allen Ecken und Enden sich selbst überzeugen kann.

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