“Todesflüge wurden in Paraguay noch früher ausgeführt als in anderen Ländern“

Asunción: In einer Arbeit, die seine Memoiren und andere Geschichten enthält, spricht der ehemalige liberale Senator Juan Carlos Ramírez Montalbetti die Todesflüge an, die während der Stroessner-Diktatur durchgeführt wurden.

Am 19. Februar veröffentlichte der ehemalige Senator Montalbetti das Buch “Cuarentena Ajá-Memorias“, in dem er sich auf Erinnerungen bezieht, um über Geschichten zu berichten, die zur Zeit der Diktatur von Alfredo Stroessner (1954-1989) passiert waren. In einem Kapitel erinnert er sich an die Todesflüge, die während der Diktatur durchgeführt wurden.

„Die überwiegende Mehrheit der Ereignisse fanden in Villarrica statt, einschließlich derjenigen, die sich auf die Flüge des Todes beziehen. Wir, die Paraguayer, wussten natürlich, dass es Flüge gab, die Häftlinge, politische Gefangene, transportierten, die von Charará, heute Eugenio A. Garay, nach Tapytá gebracht wurden. Auf der Reise warfen sie die Leichen der Menschen, denen die Füße und Hände gebunden waren, über den Ybytyruzú-Bergen ab, die zu dieser Zeit aus undurchdringlichen Wäldern bestanden“, erinnert sich der ehemalige Senator.

Er fügte an, dass der Fall, auf den er in seinem Buch anspielt, die Geschichte eines Freundes mit dem Nachnamen Toledo betreffe, der einmal mit ihm gereist sei und ihm von seinen Erfahrungen erzählt habe. „Sie haben Toledo zusammen mit acht anderen im Flugzeug abgeholt, aber sie haben ihn nicht rausgeworfen, weil der Pilot und der Copilot angefangen haben, über eine Partie zwischen Olimpia und Cerro zu streiten. Deshalb haben sie ihn vergessen. So wurde er gerettet. Später wurde Toledo freigelassen, weil es keinen Grund für ihn gab, im Gefängnis zu sein. Am Ende wird es eine malerische Episode“, erinnert sich Montalbetti.

Er erklärt, dass die Todesflüge in Paraguay noch früher als in anderen Ländern durchgeführt wurden. „Wir waren die Lehrer der Argentinier”, sagt Montalbetti. Er fügt hinzu, dass während der argentinischen Militärregierung zwischen den Jahren 1973 und 1982 die Todesflüge im Nachbarland durchgeführt worden seien, in dem sie im Entre Ríos-Delta politische Gefangene abgeworfen haben, deren Tod durch einseitige Entscheidung angeordnet worden sei, ohne vorherige Verhandlung, hauptsächlich durch derjenigen, die die Escuela Mecánica de la Armada (ESMA) in Buenos Aires geleitet haben.

„Von dort aus haben sie die Gefangenen hergebracht und laut Buchberichten Schlaftabletten gegeben, sodass sie zum Zeitpunkt des Hinauswerfens mehr oder weniger bewusstlos waren”, sagt Montalbetti. Es zeigt, dass Paraguay in den 1960er Jahren bereits ein Konzentrationslager in Charará mitten in der Stadt hatte, in dem nach Angaben aus dem Bericht der Kommission über Wahrheit und Gerechtigkeit (CVJ) 58 Gefangene hingerichtet wurden.

Der Ex-Senator berichtet, dass die Ermordeten von Flugzeugen geworfen worden seien, die von Charará zur Estancia Tapytá geflogen seien, die sich jenseits von San Juan Nepomuceno (Caazapá) befindet. „Sie wurden rausgeworfen und starben, die Leichen wurden praktisch nie geborgen, weil sie zerschmettert waren. Es war bekannt, dass die Flüge stattfanden. Was ich in dem kleinen Stück erwähne, ist genau der Fall des Mannes mit dem Nachnamen Toledo der überlebte“, wiederholt Montalbetti.

Der Autor gibt auch an, dass er das Buch seit April letzten Jahres geschrieben habe und es 21 Kapitel beinhalte. Man stößt manchmal auf eine humorvolle Geschichte, aber sein Buch wirft auch sehr ernste Fragen auf. „Ich erinnere mich zum Beispiel an den Fall eines politischen Gefangenen, der sich in der Kaserne von Villarrica befand und seine Freiheit wiedererlangte, aber an den Folgen der erlittenen Misshandlung starb. Es gibt auch eine Hommage an den Schriftsteller Ramiro Domínguez aus Villarrica. Das sind ausschließlich meine Erinnerungen. Ich erwähne zum Beispiel Einzelheiten des Aufenthalts von Juan Domingo Perón in Villarrica, der im Haus eines Sohnes von Bernardino Caballero Zuflucht gesucht hat“, berichtet Montalbetti.

Er wiederholt, dass der sogenannte perfekte Ort das Buch gewesen sei, das ihn motiviert habe, über diese Ereignisse zu schreiben, Erinnerungen an seine Kindheit. Montalbetti betont weiter, dass diejenigen, die zu dieser Zeit in Villarrica in der Region lebten, gewusst haben, dass diese Ereignisse stattfanden (die Flüge des Todes). Er besteht darauf, dass die Arbeit seine Erinnerungen umfasse, die sich alle in den Zeiten der Diktatur befinden, “Geschichten eines Systems, das wir glücklich aufgegeben haben, obwohl wir zu diesem Zeitpunkt immer noch unter dieser Arroganz leiden”.

„Unter dem Gesichtspunkt der Menschenrechte gibt es Defizite, die es in der Vergangenheit nicht gab”, beklagt sich der Autor und verweist beispielsweise auf die Schikanen, die derzeit der liberale Parteivorsitzende Efraín Alegre erleide, der ein neuer politischer Gefangener zu sein scheint.

Wochenblatt / Ultima Hora

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2 Kommentare zu ““Todesflüge wurden in Paraguay noch früher ausgeführt als in anderen Ländern“

  1. Da gab es doch einmal nette Kommentatoren und -innen hier im Forum, die sich die Zeiten des netten Herrn Großer Diktator Fritz Strössner wieder herbeisehnen. Ganz ohne sich dabei an den hohlen Ziegelhohlstein zu fassen, denn als mit dem Strom schwimmenden Musikantenstadl-0815-Bünzlibürger und -in, der/die nichts zu verbergen hat, Hauptsach genügend Alk für Birnhohl, könnte ihnen ja niemals selbst geschehen lebend aus dem Flugi geworfen zu werden.

  2. Die Anweisungen wie gegen Kommunisten vorzugehen ist kamen aus Grossbritannien und den USA, das sollte niemals vergessen werden. Es reichten damas einige Millionen Dollar.
    Wenn heute aus den USA oder einem anderen Land eine fuer das Volk genau so toedliche Anweisung, untermauert mit Dollar kommt wird sie ebenso erfuellt.

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