Undurchsichtige Tätigkeiten am Rande der Vertreibungen in Alto Paraná

Ñacunday: Obwohl die Regierung vehement abstreitet in die Landbesetzungen verwickelt zu sein scheint dies nicht für den Gouverneur von San Pedro zu gelten, dem letzten Arbeitsgebiet von Lugo vor seiner Wahl und der Provinz woher die 600 Campesino Familien stammen.

Mit einem Befehl zur Vertreibung der Campesinos kamen staatliche Vertreter heute nach Ñacunday. Während die Polizisten eine friedliche Lösung suchten baten Campesinos darum, mit dem Polizeihubschrauber den Gouverneur von San Pedro einfliegen zu lassen. Dieser Bitte nachkommend wurde José „Pakova“ Ledesma eingeflogen.

Auf die Frage von Pressemitarbeitern hin, ob er Vetreter der Regierung angereist ist, antwortete er, nein als Bürger des Landes um mit den Campesinos zu reden. Unverständlich bei dem ganzen Theater ist da eigentlich nur, warum ein nicht Regierungsvertreter mit einem staatseigenen Hubschrauber eingeflogen wird während ein Vertreibungsbefehl auszuführen ist.

Die Campesinos verwehrten der Presse den Zutritt, damit nicht ans Licht kommt, um was es in dem Treffen ging.

Seit 13.00 Uhr verlassen die landlosen Besetzer ohne Gewaltanwendung das Grundstück Faveros.

(Wochenblatt / Abc)

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4 Kommentare zu “Undurchsichtige Tätigkeiten am Rande der Vertreibungen in Alto Paraná

  1. man bedenke, Paraguay ist so groß wie Deutschland, Österreich und Luxenburg zusammen und hat nur 6,5 Mill Einwohner. Es gibt doch ganz sicher auch Land welches niemanden gehört oder im Besitz der Regierung ist. Warum verteilen sie dieses Land nicht an die Campesinos. Weil sie dieses Land scheinbar nicht wollen, denn sie müßten es urbar machen und bearbeiten. Arbeiten wollen diese Leute nicht, deshalb besetzen sie einfach Land, das bereits urbar gemacht wurde. Bearbeiten wollen sie dieses Land ebenfalls nicht, sie verkaufen es weiter. So findet Paraguay ganz sicher keine Investoren, die Rechtslage ist zu unsicher, es wird Zeit, dass dieses Land eine richtige Regierung bekommt, die dafür sorgt, dass Gesetze eingehalten werden, ohne das, dafür Schmiergeld bezahlt werden muß. Dies betrifft auch die Justiz, was die veranstalten, ist ein Skandal.

  2. Wählerstimmen sind wichtiger als alles andere, wie überall auf dieser Welt. Wo soll man denn hin auswandern? Hat jemand eine Idee?

  3. Sehr geehrte Frau, Herr

    Da ich Paraguay sehr gut kenne, und somit auch die einheimischen normale Fussvolk.
    Leider aber ich den Paraguayern, sogenannten einheimischen weniger vertrauen entgegenbrachte, wie Z.B. meinen eigenen Familienangehörigen, die schon
    ca. 30 Jahre ausgewandert sind nach Paraguy.

    Sehr zu meiner Entäuschung naturbedigt mehr vertraut habe, und um viel höhere summen betrogen wurde, wie mich
    Paraguayer Freunde je angetan hätten.

    Somit ist für mich das grosse Problem nicht Paraguay sondern die Eingewanderten Europäer wie Z.B. Deudsche,
    Schweizer etc.

    Der grösste teil dieser Einwanderer bringen leider das
    Land noch viel entscheidender in ein schlechtes Bild.

    Hätte man eine Quotenregelung von max. 50 Ha Land zu
    erwerben für Einwanderer, dann währe das ganze
    Landbesetzer Problen vom Tisch,
    und somit keine solchen taten entstanden.

    Mit Freundlichen Grüssen I. Gschwend

  4. ————Landeigentumspapiere zwielichtig———–
    Zur Landnahme im Alto Paraná, Itapua oder sonst wo in Paraguay ist es gut den geschichtlichen Hintergrund zu wissen.
    Zu Stroessners Zeiten wurden seine Getreuen mit Staatslandsgeschenken unter IBR Verwaltung ruhiggestellt und diese Beschenkten privilegierten- Generäle, Minister oder auch nahe Freunde waren darin involviert.
    Unter anderem auch einige Deutsche Freunde mit zweifelhaften deutschen Mittelsleuten, die dann die Ländereien unter beträchtlichen Gewinnen weiterverkauften.
    Also in der Regel wurden die riesigen Staatslandgebiete unter IBR Anleitung vermessen, dann Zufahrtsschneisen geschlagen und vermessen und in Bodenkarten eingetragen. Die beschenkten Stroessnergetreuen bezahlten fingierte Preise und wurden so Landeigentümer von riesigen Landflächen viele über Millionen von Hektars.
    Diese wiederum wurden für gutes Geld an Interessenten weiter verkauft (oft mehrere Mal). Allerdings war und ist das heute noch in Paraguay kein Problem. Zusätzlich sickerten in den letzten Jahrzehnten Neusiedler, deutschstämmige Bauern ein, rodeten Staatsland illegal und nahmen es in Besitz ohne rechtliche Eigentümer zu sein oder haben es im Nachhinein legalisiert. Möglicherweise sind sie auch betrogen worden.

    Wenn Herr Lugo nun die Landbesitznahme unter der Regie von dunklen Geschäftemachern in diesen kritischen Gebieten fördert, sollte man die Hintergründe kennen. Bei seinem Regierungsantritt hat er ja eine umfassende Landreform versprochen. Bei diesen abenteuerliche Bodenerwerb der Stroessner Ära verständlich.
    Also alles ist hier so ziemlich verworren! Es entsteht der Eindruck, dass Bodeneigentum nicht garantiert ist.

    Der kleine Mann sollte sich da wohl keine Sorgen machen, wenn die Verhältnisse in Paraguay stabil bleiben und das werden sie ja wohl im großen Schatten des Bruders do Brazil.

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