Ungeschützte Wachleute

Asunción: Das Arbeitsministerium garantiert den 70.000 Wachleuten bei privaten Sicherheitsdiensten, die im Land arbeiten, keine menschenwürdige Arbeit. Von den 308 Unternehmen, die für den Bereich qualifiziert sind, erfüllen nur 5% die Arbeitsgesetze.

12 Stunden pro Tag, 300.000 Guaranies minimale Gesamtkosten für die Uniform, Strafen und Sanktionen überall, 4 freie Tage pro Monat werden nicht erreicht, wie es im Arbeitsgesetzbuch festgelegt ist und ein Gehalt, das nicht der stündlichen Belastung entspricht. Weder mit den Zuschlägen, dass es sich lohnt, nachts zu arbeiten, noch mit den Bedingungen, die zum schlechten Arbeitszustand der 70.000 privaten Sicherheitskräfte im Land gehören.

Carlos Molinas, Generalsekretär der Nationalen Union für private Wachleute und Sicherheitskräfte (Sinagupap), sagte, sie seien in Gesprächen mit dem Arbeitsministerium, um sicherzustellen, dass die vier zusätzlichen Stunden (8 Arbeitsstunden, die das Arbeitsgesetz festlegt und die Wachleute arbeiten aber 12) bezahlt werden, wie es gesetzlich festgelegt sei.

„Mehrere Unternehmen geben den Wachleuten keine vier arbeitsfreien Tage oder Urlaub, zahlen keinen Bonus und belasten die Uniform mit überhöhten Kosten, über die wir in anderen Meetings mit dem Arbeitsministerium diskutieren werden“, sagte er.

Néstor Cáceres, Leiter von der Abteilung für die Departements in Bezug auf die Kontrolle von privaten Sicherheitsfirmen und damit zusammenhängenden Wirtschaftsverbrechen spezialisiert , sagte, dass sie einige Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen ergreifen werden. An den Sitzungen nehmen jedoch die Unternehmer oder Geschäftsführer der Sicherheitsunternehmen nicht teil.

„Leider sind die Vertreter aus dem Sektor der Wachleute beim letzten Anruf nicht erschienen. Es waren die Leute von der Gewerkschaft und wir anwesend, aber nicht die Geschäftsleute. Wir werden andere Treffen planen“, berichtete er.

Zu einem anderen Zeitpunkt wies Cáceres darauf hin, dass es in Bezug auf die Arbeitszeit, wie zum Beispiel ein angemessenes Gehalt, erforderlich sei, dass das Arbeitsministerium bei dem Thema teilnehme und Stellung beziehen sollte und nicht seine Abteilung.

Reporter versuchten mit Alfonso Jacobo, dem Präsidenten der paraguayischen Kammer der Sicherheitsunternehmen (CAPAES),zu  sprechen, aber er hat die Anrufe nicht beantwortet.

Wochenblatt / El Independiente

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14 Kommentare zu “Ungeschützte Wachleute

  1. 308 Sicherheitsunternehmen in diesem Land. Dazu noch jede Menge unabhängig beschäftigter Sicherheitsleute, in Banken, Supermärkten und Estancias.
    10 mal mehr Sicherheitsleute als Polizisten. Die Branche scheint zu boomen.
    Nun sollen mir die falschen Prediger, die immer erklären wie sicher Paraguay doch wäre, mir mal erklären, wieso es dazu gekommen ist.

  2. Nur 5 % erfüllen die Arbeitsgesetze. Dann sollen die Wachleute einfach ihre Arbeitgeber ausrauben. Ich denke das wird sowieso passieren. Die volle Logik wieder: Arbeitsplätze erschaffen von denen man nicht leben kann und wenn doch, dann ausbeuten was geht also die Kriminalität erst selbst erschaffen, aber Solidarität erwarten. Vielleicht soll der Wachmann noch sein Leben geben. Dumm und Dümmer.

    1. Ich denke, Soldaten verdienen noch weniger und haben noch viel weniger Rechte. Sie sind teils über Jahre, geradezu Sklavenartig verpflichtet. Können nicht kündigen. Und von denen verlangt der Staat ja auch, dass sie eventuell ihr Leben opfern müssen und zwar zu tausenden. Ich weiß es nicht, vermute es aber mit ziemlicher Sicherheit, dass auch in PY die Gesetze eine teils schwere Bestrafung bei „Feigheit vor dem Feind“, bzw. Fahnenflucht und Befehlsverweigerung vorsehen.
      Also, warum darf man in der Wirtschaft, bei besserer Bezahlung, besseren Bedingungen und Rechten, nicht erwarten, dass die die man für mehr Sicherheit bezahlt, auch alles tun um die Sicherheit zu gewährleisten?
      Niemand ist doch verpflichtet diesen job anzunehmen. Jeder kann jederzeit kündigen und gehen. Aber wenn man aus freiem Willen einen Arbeitsvertrag unterschreibt und monatlich Geld kassiert, dann muss man die erwartete Arbeit auch leisten und der Arbeitgeber muss die Erfüllung des Vertrages auch erwarten dürfen.
      Es ist doch so. Der Preis beruht,sofern der Staat nicht eingreift, auf Angebot und Nachfrage. Wenn keiner die Arbeit machen wollte, würden die angebotenen Gehälter steigen.
      Das Problem ist doch, dass viele (vor allem Linke) denken, sie hätten das Recht Geld zu kassieren, ohne die dafür versprochene Gegenleistung zu erbringen.
      Paraguay ist voll davon. Wo man hinguckt wird mieserable Arbeit abgeliefert. Man kann nicht ein besseres Leben verlangen, aber nichtgs dafür tun wollen.
      Genau diese EInstellung „Geld für Nixtun“ zu wollen, ist der Grund, warum Paraguay ein 3. Welt-Land ist und bleibt.

      1. Der Arbeitgeber will Leistung für nix bezahlen und viele meinen auch noch steuerfei zu sein wie man bei den globalen Konzernen sieht. Das hat nichts mit links oder rechts zu tun. Ich habe schon gesagt, dass es einfach unvereinbare Interessensunterschiede sind. Staatsangestellte sind normalerweise besser dran als Privatangestellte weshalb ich das mit den Soldaten eher nicht glaube. Sofern ein Soldat nicht seine Wehrpflicht ableistet, kann er genau so kündigen. Zumindest werden sie auch bessere Versicherungen haben oder Pension sonstige Vergünstigungen auch für Angehörige. Veteranen zum Beispiel in den USA. Wären diese bei privaten Unternehmen angestellt gewesen hätten sie wohl nichts denn 100 % Kapitalismus ohne Staat heißt arbeiten solange du kannst und dann auf wiedersehen. Soldaten aber verteidigen auch das ganze Land also auch deine Firma. Der Staat hat viel mehr Aufgaben als eine Firma weshalb man das auch nicht vergleichen kann.
        Dass niemand gezwungen wird, ist auch nicht wirklich richtig, denn die Masse muss irgendwo arbeiten und zumeist haben sie keine Wahl, also man muss nehmen was kommt.
        Für ein 1. Welt Land braucht es einen funktionierenden Staat. Die Denkweise alles nur für mich und familia weil ich bin der Chef ist es nämlich auch. Eine Firma funktioniert so, aber ein Staat eben nicht.

        1. Wir sind hier aber in Paraguay und nicht in den USA. Hier eine Tabelle was Soldaten in Py so verdienen. Das ist als gerade frisch ausgebildeter gerade mal der Mindestlohn.
          http://www.fuerzaaerea.mil.py/images/1ENEPDF/Sueldos%20y%20Beneficios%20por%20O.G.%20Enero_2019.pdf
          Und nein, bei den meisten Armeen kann man nicht einfach kündigen. Auch in D nicht. Wenn du da einen 12-Jahresvertrag unterschreibst, hast du dich für diese Zeit verkauft. Dann hilft nur noch Selbstverstümmelung, um da weg zu kommen. Sonst würden ja vor einem Krieg einfach alle kündigen.
          Und ich und mein Betrieb werden sicher nicht von den paraguayischen Soldaten beschützt. Ich habe weit mehr Angst vor den linken Faschisten im Land, als vor den Brasilianern, Argentiniern oder Bolivianern. Denn bei den linken Faschisten ist es durchaus möglich und weltweit millionenfach vorgekommen, dass eben diese Soldaten einen von seinem Land vertreiben. Bestenfalls würde die mich in Handschellen gefesselt in ein Flugzeug setzen und ich hätte alles verloren. Aber üblicherweise schießen die Linken einem einfach eine Kugel in den Kopf und verscharren einen mit hunderten Anderen in irgendeinem Loch.

          1. Dann musst du weiter Angst haben, oder deine Firma auf den Mond verlegen, denn eine Privatarmee wird teuer. Es kann genau so sein, dass einer von der Konkurrenzfirma dir eine über die Rübe knallt. Wie schon gesagt, hat der Staat sehr viele verschiedene Aufgaben. Es gibt nicht für alles eine Lösung. Ansonsten kanst du in ein Land wo der Staat funktioniert, aber dort musst du dann auch mehr Steuern zahlen. Wahrscheinlich brachen die dort keinen Unternehmer wie dich.

  3. UBS Schredderraum-Bewachungsinstitut

    Von den von hiesig Alleskönnern vom Beatmetenhäuschen geschätzten 8 Mio. Einwohnern sind offiziell ca. 2 Mio. Jugendliche, die die Schule von 7 bis 11 Uhr täglich besuchen und offiziell ca. 2,6 Mio. als Arbeitnehmer registriert (davon 300.000 Amigos mir Colorado- oder Liberale-Parteibuch, teilweise mit besseren Gehalt als ein europäisches Pendant).
    Nun könnte man sich fragen, von was sich denn der Rest von 8 Mio. Menschen abzüglich 4,6 Mio. Menschen hierzulande ernährt. Mit Schwarzarbeit, Linken und Betrügen.
    Offensichtlich ist der aufgeblähte Amigoapparat nicht imstande genügend Arbeitsplätze zu schaffen. Jedenfalls gibt es hierzulande so ziemlich null unbesetzte Arbeitsstellen.
    70% der Beatmetenstellen fürs Beatmetenhäuschen werden nie ausgeschrieben, sondern sofort von einem Amigo besetzt. Ob der nun die Qualifikation mitbringt kann sich jeder selbst überzeugen.
    Auch wenn eine Stelle in der Privatwirtschaft zu vergeben ist, wird diese in der Regel durch ein Familienmitglied aufgefüllt. Da kann man auch von der Qualifikation absehen, wenigstens wird weniger geklaut.
    Demnach ist es nur logisch, dass hierzulande der Arbeitgeber auch verlangen kann, dass Arbeitnehmer sechs Tage zu 16 Stunden arbeitet. Und das für zwei Euro pro Stunde. Arbeitsmittel natürlich nicht inbegriffen. Wie im 17. Jahrhundert in England abgeschaffen, so ist Paragauy noch gar nicht da angelangt (gemäß Gesetz ja, wird aber nicht kontrolliert, erst auf Anzeige des Arbeitnehmers. Dann kann er wieder in der Nacht Hamburguesa verkaufen oder Chicle im Bus).
    Hiesige Politiker interessiert es einen Deut, dass die Gesetze eingehalten werden, noch sind sie fähig Arbeitsplätze zu schaffen, noch Strukturen um Investoren in den Paragauy zu ziehen, ohne Joda (Betrug und Korruption) – wohl aufgrund 4 Stunden täglich Pflichtgrundschule vielleicht abgeschlossen (siehe Landwirtschaftsminister, der die 2. Oberstufe nicht abgeschlossen hat). Hiesig Politiker interessieren sich einzig dafür – einmal an den Trog des Steuerzahlers gesetzt – in der kurzen Zeit, die ihnen bleibt, möglichst das Ökonomische Prinzip anzuwenden: Mit möglichst wenig zu arbeiten möglichst viel in den Sack des Family-clans zu wirtschaften.

    1. UBS Schredderraum-Bewachungsinstitut

      Ups, 17. Jahrhundert ist natürlich falsch. Da die Industrielle Revolution erst im 18. Jahrhundert erfunden wurde dauerte es noch seine Zeit bis Arbeitnehmer auch Rechte bekamen, weil man einsehen musste, dass bei 6 Tagen 16 Stunden am Webstuhl schuften und einen Tag in der Kirche schlafen einfach zu wenig Erholung ist, um Leistung zu erbringen.

  4. „Der Preis beruht,sofern der Staat nicht eingreift, auf Angebot und Nachfrage. Wenn keiner die Arbeit machen wollte, würden die angebotenen Gehälter steigen.“ ist Humbuck! merkst du selbst? du müsstest mindestens die Komponente Verfügbarkeit einfließen lassen. Trotz massiver Einwanderung und Bevölkerungsaustausch ist es in Paraguay nicht gelungen eine Arbeitsmentalität zu schaffen. Die paar Euros die sich nach Paraguay verirren tun ihr Übrigs dazu.

    1. Paraguay hat wenig Arbeitsmigration in den Niedriglohnsektor. Die meisten Migranten bringen weit mehr Wissen und Geld mit, als der durchschnittliche Pyer. Auch in D gibt es nur sehr wenig Arbeitsmigration. Die Millionen die da kommen, migrieren größtenteils in das deutsche Sozialsystem. Zum Arbeiten sind die meisten die da kommen auch viel zu dumm.

      1. Ich könnte auch sagen, dass Arbeitgeber zu dumm oder zu faul sind genug Arbeitsplätze zu erschaffen. Das wäre die Umkehrung. Die Wahrheit ist: Die Arbeit, die man bräuchte kann schlicht gar nicht erschaffen werden. Das ist das einzige wirkliche Problem, Übervölkerung. Wie ich aber schon sagte schiebt nur der Arbeitgeber auf den Arbeitnehmer und umgekehrt und Geplärre von links rechts. Mitte, oben und unten gibt es auch? Etc. etc.

        1. Es steht doch jedem offen Arbeitgeber zu werden und als Selbständiger zumindest sich selbst zu beschäftigen.
          Aber bei der Überbevölkerung bin ich bei dir.Wobei Paraguay davon noch nicht wirklich betroffen ist.

          1. Das heißt dann vom prekären Arbeitnehmer zum prekären Arbeitgeber oder der Ich AG. Im Prinzip braucht es auch da Startkapital. Unterschied Theorie Praxis.
            Paraguay ist schon auch überbevölkert, weil es hier nicht nur um Einwohner pro Quadratkilometer geht, sondern eben um Beschäftigung und Ausbildung. Mit paraguayischer Ausbildung erreicht man was? Ausbildung in Afrika, im Orient? Lediglich für den Hilfsarbeitermarkt geeignet und bis jetzt kam erst die Vorhut nach Amerika und Europa. Die Geburtenraten sind also viel zu hoch. Auch Paraguay produziert jede Menge Wirtschaftsflüchtlinge. Darum müsste man sich kümmern, und zwar weltweit. Aber genau das tut die UNO und ihre NGOs nicht und es gibt auch keinen einzigen philantropen Milliardär oder Unternehmer, der sich dafür einsetzt. Wie auch wenn das kapitalistische System auf Wachstum und Konsum basiert? Sinnlos. Hier liegt das Problem im System.

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