US-Medien: Auslieferung könnte nach den Wahlen erfolgen

Washington DC: Americas Quarterly deutet an, dass die Regierung von Joe Biden eine mögliche Auslieferung des Colorado Partei-Vorsitzenden auf die Zeit nach dem 30. April verschiebt. Es gebe keine Garantien für ein aggressiveres Vorgehen, heißt es.

“Es gibt mehrere Erklärungen, warum die USA zögern, in Paraguay weiter zu gehen. Die Welt ist voller Ablenkungen; Paraguay ist weit entfernt und liegt im Landesinneren. Die strafrechtlichen Ermittlungen der USA kommen nur langsam voran, und es könnte schwierig sein, die Unterstützung für Paraguay durch US-Strafrechtsexperten zu erhöhen”, heißt es in einem Artikel von Benjamin Gedan in der in den USA erscheinenden Zeitschrift Americas Quarterly.

Er analysiert die Beziehungen zwischen den USA und Paraguay, nachdem der frühere Präsident Horacio Cartes und der derzeitige Vizepräsident Hugo Velázquez als “erheblich korrupt” eingestuft wurden. Gegen beide wurden Sanktionen verhängt und ihnen wurde die Einreise in das US-Territorium verweigert.

Die Medien weisen auch auf diplomatische Erwägungen hin. “Obwohl die Vereinigten Staaten in Paraguay weithin bewundert werden, hat das bisherige Vorgehen der USA Kritik an der ausländischen Einmischung hervorgerufen, insbesondere von den Anhängern von Cartes. Es ist auch möglich, dass die Biden-Administration einfach jede mögliche Auslieferung, einschließlich der von Cartes, bis nach den Wahlen in Paraguay im April hinauszögert”, heißt es in dem Bericht.

Andererseits könnte die Intervention des Justizministeriums auch nach hinten losgehen. Sollte Peña zum Präsidenten gewählt werden, würde er seine Amtszeit mit Unmut über die Behandlung seines politischen Verbündeten durch die USA beginnen. Außerdem wäre der Ausgang einer eventuellen Strafverfolgung in den USA, wo die Beweislast höher ist als bei Sanktionen des Außenministeriums oder des Finanzministeriums, unvorhersehbar. Schließlich gebe es keine Garantie dafür, dass ein aggressiveres Vorgehen der USA, einschließlich Auslieferungen und einer wesentlich stärkeren Unterstützung der paraguayischen Bundesstaatsanwälte, das politische Klima in Paraguay verbessern werde, fügt das US-Magazin hinzu.

“Dennoch ist jetzt, da die Biden-Administration die Bereitschaft gezeigt hat, die mächtigsten Akteure Paraguays zu konfrontieren, die Zeit reif für einen systematischen Wandel. Im Moment befindet sich Paraguay in einem Zustand des Schwebezustands. Inmitten des Schweigens Washingtons kursieren Gerüchte über mögliche neue Ziele und angeblich bevorstehende US-Anklagen und Auslieferungen”, heißt es in dem Artikel.

“Es gibt einen Präzedenzfall für die Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten: In den späten 1970er Jahren trug der Einsatz von Präsident Jimmy Carter für die Menschenrechte zur Freilassung politischer Gefangener in Paraguay bei. Heute haben laut der Latinobarómetro-Umfrage 73 Prozent der Paraguayer eine positive Einstellung zu den Vereinigten Staaten”, so Americas Quarterly.

Wochenblatt / Americas Quarterly

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11 Kommentare zu “US-Medien: Auslieferung könnte nach den Wahlen erfolgen

  1. An eine Auslieferung von Cartes in die USA glaube ich noch lange nicht! Der Mann hat viel zu viele Unterstützer und solchen, die mit ihm hangen. im Land. Außerdem benötigt die paraguayische Justiz außer Anschuldigungen eindeutige Beweise und/oder einen internationalen Haftbefehl. Solange diese Voraussetzungen nicht gegeben sind, wird es eher zu einer Krise zwichen den USA und Paraguay kommen. Keine guten Aussichten für Paraguay! Aber wenn dann noch solche Intelligenzbolzen wie ein Herr Wiens öffentlich die USA durch das herumtrampeln auf Dollarnoten demütigen, wird noch eher Öl ins Feuer gegossen. Wie blöd muß man aber auch sein!

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    1. Horacio Cartes hat viele Anhaenger;Wie Arnaldo Wiens und Velaquez;Ich dachte das Wiens noch was Sahne im Kopf hatte,ist total hohl,und ein Idiot.Schade.Alle Anhaenger von die Colorados sind Bandidos und wissen es auch,die Amerikaner haben nicht genug raum in ihren Gefaengnissen um All die Spitzbuben von Paraguay dort zu unterbringen.

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  2. Die sogenannten Demokraten in den USA haben gerade selber einen riesigen eigenen Geldwaesche Skandal (Quelle markmobil auf Telegram) am Hals. Die könnten Cartes eher als Berater gebrauchen?

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  3. Jetzt übergibt dieser arme, bedauernswerte Mann (Achtung, Ironie) sein ganzes Imperium an Geschäftspartner und Familie und die USA wollen immer noch seinen Kopf. Was muss er denn noch alles machen?
    Am besten wohl noch schwul werden oder seinen ganzen Reichtum den USA oder LGBQ-Gruppen “spenden”, dann kauft er sich frei.

    Das 73 % eine positive Meinung über die USA haben ist nicht groß verwunderlich. Zum einen sind viele Paraguayer ihre korrupten Politiker Leid und blicken neidisch auf die erste Welt, zum anderen die Hollywood-Propaganda, die uns vormacht, dass die USA das beste und sicherste Land der Welt ist.
    Was innenpolitisch da wirklich los ist, weiß doch kaum jemand. Deswegen bewegen sich ja immer noch Horden von Mittelamerikaner Richtung Traumland USA, obwohl sie dort nur Armut erwartet.

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  4. Ich kenne zwar Herrn Cartes nicht, aber wie ich hörte hat er wirtschaftlich sehr viel für sein Land getan. Ausserdem verbietet es sich ohnehin seine eigenen Landsleute und dann noch an die oberkorrupte USA auszuliefern. So korrupt wie es die USA selbst ist kann man gar nicht sein, dasss man einen Menschen dahin ausliefert.

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    1. Cartes ,viel gutes fuer sein Land getan mit Cigarretten schmuggel,und wieviel weiszes Pulver?Und eine Dutze mehr Kriminale Dinge die ER getan hat,das weisz auch Jeder Paraguayer;warum seid ihr so verrueckt und waehlt fuer so ein groszen Kriminalen seine Anhaenger? Nur das Er ein el Chapo von Paraguay ist?

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    2. Nur Marito kann das. Er wird ja schließlich selbst erpresst von den Amis wegen seiner Konten in Panama und Florida. So wie sie es halt damals mit Rodriguez auch gemacht haben. Sie zwangen ihn, Strößner zu stürzen, damit er straffrei bleibt.

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  5. Die Einmischung der USA in die inneren Angelegenheiten Paraguays zeigt eindeutig, dass die USA keine Freunde sind, sondern Feinde. So wie im Irak oder in Libyen. Sie töteten ihre angeblichen Freunde um des eigenen Vorteils willen. Solange dieser Schurkenstaat nicht zur Rechenschaft gezogen wird, sollten sich alle friedliebenden Länder von diesen Verbrechern Fernhalten.

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  6. Fakt ist, dass neben Politiker aus Republik Kongo und Jemen nur wenige von USA als erheblich korrupt eingestufte nette Zeitgenossen aus anderen Ländern als Republik Kongo, Jemen und Paraafrica stammen. Was für die Zentralsüdamerikanische Republik Paragauy spricht. Demnach sind wir aufgrund netter hiesig Politiker schon irgendwo zwischen Republik Kongo und Jemen angekommen. Und genau so fühlt es sich auch an nach ein paar Jahren halbwilde Semizapatos. Welcome! Ist ja immerhin schon mal etwas.

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    1. Das ist eben kein Fakt. Du hast keine Ahnung, bist ein Paraguay-Hasser. Die USA haben nichts in der Hand gegen Cartes. Deshalb machen sie es auf diese Weise. Mich wundert, dass Du dir nicht wie ein Vollidiot vorkommst, wenn Du in einem Land leben musst, das “irgendwo zwischen Republik Kongo und Jemen angekommen” ist. Ich kann nur sagen, dass wir in Paraguay über alles verfügen was ein schönes Leben ermöglicht. Wer daraus nichts machen kann, ist selbst schuld.

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