Asunción: Horacio Cartes, Vorsitzender der Colorado-Partei, hob die Rolle des Senatspräsidenten Basilio „Bachi“ Núñez hervor. Dieser hatte die Verwaltung des binationalen Wasserkraftwerks Yacyretá verteidigt – eine Institution, die laut einem Bericht der Zeitung Última Hora großzügige Gelder an zahlreiche ANR-Funktionäre ausschüttet. Diese streichen Millionenbeträge ein, die teilweise sogar das Gehalt des Staatspräsidenten Santiago Peña übersteigen.
Nach seiner gesundheitlich bedingten Auszeit kehrte Horacio Cartes, Chef der ANR und Führer der Bewegung Honor Colorado, mit viel Lob für seine engsten Mitarbeiter zurück. Er nahm dabei Bezug auf die Entidad Binacional Yacyretá (EBY), die neben Itaipú als eine der bevorzugten Beuteobjekte aufeinanderfolgender Regierungen gilt.
In diesem Zusammenhang würdigte er den Auftritt des Kongresspräsidenten Basilio Núñez im Senatsplenum. Núñez hatte zur Verteidigung der aktuellen Regierung behauptet, die Zahl der Mitarbeiter in den binationalen Werken sei gesunken.
„Zahlen lügen nicht“, hatte Núñez erklärt und einen Vergleich zu früheren Regierungen gezogen, darunter die von Fernando Lugo, Federico Franco sowie seinem parteiinternen Rivalen Mario Abdo Benítez. Er behauptete, dass lediglich unter Horacio Cartes und Santiago Peña Personal bei der EBY abgebaut worden sei. Dr engste Kreis an politischen Weggefährten verdient da jedoch zwischen 70 – 100 Millionen Guaranies monatlich, bei einem Tag Arbeit pro Monat. So etwas darf schon als Verschwendung betitelt werden.
„Wir haben eine großartige Partei, und ich wollte das nur widerspiegeln. Aber Bachi, du hängst dich wirklich rein, großartige Arbeit in der Legislative. Dieser Posten ist eigentlich zu klein für dich; du hast Yacyretá sehr gut verteidigt“, sagte er ihm unter dem Gejaule der anwesenden Parteigänger, die darin die Ankündigung einer künftigen Belohnung sahen.
Cartes schloss seine Rede mit einem Dank an die Anwesenden und betonte, wie glücklich ihn die Rückkehr an die Parteispitze mache: „Danke, ich freue mich sehr, hier zu sein, denn die Partei tut mir gut und gibt mir Energie.“
Gehälter jenseits der Legalität
Hintergrund der Aussagen ist eine Untersuchung, die erneut die üppigen Gehälter und Boni für Freunde und Verwandte der Mächtigen bei Yacyretá offenlegte.
Obwohl gesetzlich eigentlich gedeckelt, verdienen viele Funktionäre – einschließlich des paraguayischen Direktors der EBY, Luis Benítez – ein Vielfaches dessen, was der Staatspräsident erhält. Allein im letzten Monat bezog Benítez insgesamt 136.969.485 PYG (ca. 17.000 EUR). Diese Summe setzt sich aus einem Grundgehalt von 71,8 Mio. PYG, einem Bonus von 54,3 Mio. PYG und Diäten in Höhe von 10,8 Mio. PYG zusammen.
Wochenblatt / Última Hora















