Verkünder des Evangeliums im Visier des Vatikans

Asunción: Der Vatikan kündigte an, eine Untersuchung gegen die internationale Kongregation des Evangeliums der Verkünder einzuleiten. Auch in Paraguay ist die Vereinigung aktiv.

Diese Gemeinde wurde 1999 in Brasilien gegründet und 2001 von Papst Johannes Paul II. anerkannt. Sie hat ihre zentrale Kirche in Ypacaraí, deren Umbau erst vor 10 Monaten eingeweiht wurden. Die Intervention erfolgt nach zweijährigen Untersuchungen (2017-2019). Aufgrund der Ermittlungen wird nun eingegriffen.

Der Grund dafür wären Mängel im Führungsstil, im Leben der Mitglieder des Rates, bei der Berufung neuer Ordensleute, in der Bildung neuer Ämter, in der Verwaltung und Leitung von Organisationen sowie in der Sammlung von Ressourcen. Das heißt, es gibt ein Defizit in der Arbeit seiner Kommissionen in der Ordensgemeinschaft. Nicht nur in Paraguay, sondern auch am Hauptsitz in Brasilien.

Zu den Autoritäten der Kirche gehört Darío Gutiérrez Arce, Vize-Präsident der Interfisa Bank, der leider für eine telefonische Stellungnahme nicht erreichbar war.

„Die Entscheidung des Heiligen Stuhls ist keine Bestrafung, sondern eine Initiative zum Wohle der intervenierenden Institution, um bestehende Probleme zu lösen”, berichtet die Presseabteilung des Vatikans auf ihrer offiziellen Website.

Ricardo Valenzuela, Bischof von Caacupé, sagte, die Einzelheiten der Intervention seien noch nicht bekannt. Dies liegt daran, dass die Figur des “Ermittlers” ziemlich neu ist.

Die Intervention wird über das “Kommissarensystem“ durchgeführt. Das heißt, ein spiritueller Führer, der als “Kommissar“ fungiert, um die religiöse Vereinigung genau zu untersuchen.

Der Kommissar wird der brasilianische Kardinal Raymundo Damasceno Assis sein, der als emeritierter Erzbischof des Bistums Aparecida fungiert. Mit ihm zur Seite stehen der erfahrene Kardinal und Weihbischof von Brasilien, José Aparecido Gonçalvez de Almeida und die Oberin der Schwestern der göttlichen Vorsehung, Marian Ambrosio, berichteten europäische Medien.

Die Legionäre Christi von Mexiko waren ebenfalls eine Religionsgemeinschaft, bei der es zu Ermittlungen kam. Insbesondere fand die Intervention im Jahr 2017 statt, weil der Leiter der Ordensgemeinschaft ein geheimes Liebesleben mit einer Frau hatte.

Einige im Jahr 2017 veröffentlichte Informationen stellten sicher, dass der Vatikan “seltsame alte Kulte“ bei den Herolden des Evangeliums untersuchte, die Exorzismen praktizierten, unter Berufung auf den Namen des Bischofs Scognamiglio Clá Dias durch relevanten Glaubensmitglieder der Gemeinschaft.

Kurz darauf wurde das Video eines Treffens zwischen Priestern der Verkünder des Evangeliums und ihrem Gründer ausgestrahlt, in dem ein angeblicher Dialog zwischen einem Priester der Gemeinschaft und einem Dämon während eines Exorzismus vorgelesen wird.

Die Herolde oder Verkünder des Evangeliums – an einigen Orten auch als “Ritter der Jungfrau” bekannt – sind eine in Brasilien von Monsignore João Scognamiglio Clá Dias gegründete internationale private Vereinigung für das treu-päpstliches Recht der katholischen Kirche.

Die Mitglieder praktizieren das Zölibat und widmen sich einem völlig wechselnden Leben der Erinnerung, des Studiums und des Gebets, wobei Evangelisierungsaktivitäten in den Diözesen und Pfarreien einen besonderen Schwerpunkt auf die Jugend legen.

Wochenblatt / ABC Color / El Independiente

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5 Kommentare zu “Verkünder des Evangeliums im Visier des Vatikans

  1. Das was man den Protestanten kritisierte, ist heute genauso bei den Katholiken eingetreten: 100rte verschiedene Stroemungen, Bewegungen und Sonderkulte. Die jagd nach den Kirchgaengern hat die katholische Kirche praktisch zu einer Art katholischen Protestantismus machen lassen. Volksnah, lasch, Rick Warrens Kirchenverwaltungsprinzipien (join us and you. will. get. riiiiich.), psychoemotionalbasiert, familienorientiert und damit Feminisiert mit Hauptakzent auf Frauen, Kinder und Familie, Seeker friendly “heal ya up“ (Heiler, cura) Mentalitaet, Allinklusive (LGBTIQ kein Problem), etc.
    Mit starrer Zeremonie kommt halt kein Schwein mehr zur Kirche sondern sie saufen lieber in der Fenz das Bier – also muss man das Bier in die Kirche holen, da saufen sie dann wenigstens in der Kirche (unter Aufsicht – sag denen das blos nicht). Das ist der Hintergedanke.
    Selbst die deutschen Katholiken haetten sehr wohl das Zeug wenigstens bibelnah (wenn auch nicht bibeltreu) zu sein mit Pfaffen wie Gregorius Hesse, Weihbischof Anastasius Schneider und Prof Georg May als Anfuehrer – hoerten diese auf Luther so waere es nur ein kleiner Schritt die Katholische Kirch zu reformieren (zu Lutheranern zu machen), so nahe sind viele deutsche Katholiken am Evangelium. Bei den paraguayischen findest du sowas nicht.
    Offensichtlich ist diese Evangelikale Stroemung eher dasselbe wie die pfingstlerischen Protestanten. Bei denen weiss man auch nie ob das ein boeser Geist war oder was anderes – letztendlich sind sie alle nur auf den Zehnten erpicht, psychoterror ist nicht selten bei denen und der Pfaffe ist eher so ne Art von Guru, Yogi und Schamane durch den alles Geld gehen muss.
    Das alte Problem Simon des Zauberers oder wenigstens eine Variante dessen. Geisteraustreiben ueberlassen wir schoen Gott selber denn Beelzebub kann nur vom Erzengel Michael, dem Fuersten Israels, in Schach gehalten werden, wo nur Besus den besiegen konnte. Ich bin weniger als der Erzengel Michael (die Erzengel sind die TIER 1 Soldaten im Himmel, wo gewoehnliche Engel 2ter und 3tter Klasse Kaempfer sind), kaeme also dann nicht gegen Satan an. Daher ist es wahnwitzig Satan austreiben zu wollen als Mensch – das kann nur Christus. Mit den Spiritisten und Spirituosen sollte man sich nie anlegen noch nie damit anfangen.
    Die klassische mennonitische Haltung und Position ist in etwa die richtige (fokus auf Materiellem und Logos).

  2. Was man nicht alles Evangelium nennen kan.Es giebt viele geister die aussehen wie Gott.
    Es werden nicht alle, die zu mir sagen: HERR, HERR! ins Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. Matthäus 7.21

    1. Einige katholische Geistliche aus Deutschland die ich ueber YouTube hoerte, sind evangeliumnaher als die meisten Mennoniten. Das duerfte zu denken geben…
      Wenn bei den Katholiken, Maria, die Heiligen und der Papst ein Zusatzt und Ersatz fuer das Evangelium ist (vor allem in Paraguay) dann ist die Kolonie, wirtschaftliche Raison, Kirche, Familie und Gesellschaft ein Zusatz und Ersatz fuer das Evangelium fuer die Mennoniten.
      Fuer dich ist z.B. die ASCIM oder Indianermission als Ersatz fuer das Evangelium (mit deinen 30 bis 40 Indianern) – eben der Praktizismus, Simplizismus, Pragmatismus, Oekonomismus und Opportunismus sind alles Ersatz- und Zusatzgoetter des Evangeliums fuer die Mennoniten.
      Wonach schauts denn aus wenn fuer die lateinischen Pfingstler, welches ja “Protestanten und Evangelikale” sind, zumeist nur die Einkassierung des Zehnten das Wichtigste ist? Mammon wird nicht hokus-pokus zum Zehnten wenn man dem Gelde in der Kirche nachjagt – das Bier wird nicht zum Abendmahl wenn man es in der Kirche trinkt.
      Die Evangelikalen sollten erstmal in ihrem eigenen Haus ausfegen als ueber das Geruempel in anderer Leute Huette Zeter und Mordio zu schreien.
      Das Christentum der Indianer z.B. in Pesempoo gleitet nur in ein Rockkonzert ab – also auch der arme Indianer kann sehr wohl vom Glauben abfallen. Armut schuetzt nicht vor Abfall und darf nie als Ausrede gebraucht werden. Der Arme darf vor Gericht nicht bevorzugt werden sagt Moses.

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