Verrückte WM-Stimmung: Warum der “Ami-Berg“ plötzlich wie ein paraguayischer Obststand aussieht

Los Angeles: María Margarita Robledo Ortigoza, besser bekannt als Maggie Purahéi, lebt seit 21 Jahren in Washington D.C., und es ist das erste Mal, dass sie so viel Guaraní-Trubel auf US-Boden erlebt.

Die Sängerin Purahéi landete durch Zufälle des Lebens im kalifornischen Los Angeles, genießt aber die Zeit mit ihren Landsleuten in vollen Zügen, denn man spürt die Wärme der paraguayischen Fans, die bei der Weltmeisterschaft für ordentlich Stimmung sorgen. Auf dem Mount Lee, wo das berühmte Hollywood-Schild steht, sieht es plötzlich aus wie am Obststand von Paraguarí.

Die im “Ami-Land“ lebende nationale Künstlerin erzählte: „Ich schwöre dir… all die Paraguayer, die Obst kaufen und sich mit dem Hollywood-Schild fotografieren lassen – das ist ein einmaliges Spektakel. Danach haben sie die Straßen des Hollywood Walk of Fame und in Santa Monica gestürmt, deshalb sage ich ja, der absolute Dreh- und Angelpunkt war das Schild“, begann sie ihren Bericht.

Das Witzigste ist, dass es dort richtig staubig ist, aber die Jungs bevorzugen trotzdem genau diesen Punkt für ihre Fotos und die Touri-Tour. „Es ist eigentlich nur der Blick auf das Schild, aber schau dir mal die Straßenverkäufer an, die unter diesen Sonnenschirmen Obst verkaufen,“ berichtete sie weiter. Laut ihr sieht das haargenau so aus wie an den Obstständen von Paraguarí.

Fakt ist, dass sich die Sängerin dem paraguayischen Trubel direkt angeschlossen hat: „Ich wäre eigentlich nie auf die Idee gekommen, Obst auf der Straße zu essen, aber da alle es getan haben, habe ich einfach mitgemacht“, erzählte sie lachend.

Purahéi hat bei dieser WM schon alles Mögliche gesehen und erlebt: „Auf dem Santa Monica Pier, wo es diese Jahrmarktsspiele gibt, sind zwei paraguayische Brüder bei so einem Spiel gegeneinander angetreten, wo man sich an eine Stange hängen muss, und wer am längsten durchhält, gewinnt. Wir haben alle ’Paraguay, Paraguay!‘ gebrüllt“, erzählte sie weiter und fügte hinzu: „Wir mussten einfach wieder an etwas glauben.“

Die Kunst ist eben ihr Ding, denn auch beim 6/8-Takt hielt sie sich nicht zurück, packte ihre besten Tanzmoves aus und brachte einem Gringo bei, wie man die traditionelle und beliebte paraguayische Polka tanzt. Sie ist anscheinend eine gute Lehrerin, denn der Ami hatte es sofort drauf.

Die süße Sprache Guaraní ist das, was man in dieser Gegend der USA derzeit am meisten hört. Die Sängerin gestand, dass sie sich mit vielen Landsleuten unterhält, die den Ort besuchen.

„Ich habe mit unglaublich vielen gesprochen. Ich quatsche ja mit jedem. ’Folgt mir auf Social Media‘, habe ich zu allen gesagt, weil ich ja auch meine Musik promoten muss. Ich habe einfach im Jopará-Dialekt drauf losgeredet. Meine Eltern sprachen früher immer Guaraní miteinander, damit ich sie nicht verstehe. Aber wenn ich singe, ist mein Guaraní perfekt“, scherzte sie.

Der Mount Lee, sein Staub, die Straßenverkäufer und die Paraguayer, die den Ort überfluten, lassen ihn angeblich wie den Obstmarkt von Paraguarí wirken.

Wochenblatt / Cronica / Instagram

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