Vier Polizisten wurden von Landbesetzern für vier Stunden als Geiseln genommen

Santaní: Wer meint das Landbesetzer nur fremdes Land besetzen und somit keinen gewaltsamen Weg einschlagen, dem sei ab heute gesagt, dass sich die Situation zumindest in der Provinz San Pedro geändert hat.

Campesinos nahmen heute vier Polizisten von der Ökologischen Gruppe als Geiseln und ließen sie während dieser Zeit in der prallen Sonne stehen. Eine Mitarbeiterin des Forstinstitutes Paraguays (Infona) machte mit den Uniformierten einen Rundgang auf dem 20 ha Grundstück der Familie Sarubbi in der Zone von Santaní, wegen einer Anzeige von illegaler Abholzung.

Einer der uniformierten Begleiter provozierte die ebenso mitumherlaufenden Campesinos, die die Anzeige aufgaben. Daraufhin entwaffnete ein Landbesetzer den Polizist und nahm zusammen mit seinen Freunden die vier Gesetzeshüter als Geisel. Die Mitarbeiterin des Infona wurde in den Schatten gebracht.

Nachdem die Staatsanwaltschaft an den Ort kam, begannen Verhandlungen mit den Campesinos, die schlussendlich nach vier langen Stunden die Polizisten freiließen.

Zuerst wurde darüber informiert, dass Campesinos in Uniform einen Polizisten überwältigt hatten. Die Staatsanwaltschaft erkannte dann aber dass es sich um Campesinos handelte die mit den Polizisten Probleme hatten.

Die Staatsanwaltschaft wird eine Untersuchung einleiten um genaue Hintergründe zu erfahren.

(Wochenblatt / Abc)

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14 Kommentare zu “Vier Polizisten wurden von Landbesetzern für vier Stunden als Geiseln genommen

  1. Waere es umgekehrt gelaufen und die Polizei haette vier von denen vier Stunden an der Sonne stehen lassen wuerde es ein riesen Geschrei geben.

  2. Und wie viel hat die Polizei für die Freilassung bezahlt?
    Wird in der Schweiz ein Polizist als Geisel genommen stehen innert 15 Minuten 500 Polizisten da. Und es hat immer noch genügend Polizisten im Dispositiv um für einen gleichzeitigen Überfall bereit zu sein (Täuschungsmanöver).
    Aber wahrscheinlich hat die Paraguaysche Polizei gelernt, nicht alle Polizisten dahin zu senden, wie kürzlich vorgekommen ist, als alle verfügbaren Einheiten zu einem Tatort gefahren sind, während in der Nähe ein Überfall statt fand.
    Fazit: Dieses Land braucht noch Jahre um an die Industriestaaten anzuknüpfen. Dies hat seine Vor- und Nachteile, seine schlechten und schönen Seiten.

    1. Guido aus SanBer

      Reply

      Also ich weiß nicht, ob das Fehlen von „vier Polizisten von der Ökologischen Gruppe“ jetzt gleich das „Dispositiv […] für einen gleichzeitigen Überfall“ leert. Ich wäre interessiert zu hören, was da konkret „kürzlich vorgekommen“ ist, dass alle „verfügbaren Einheiten“ nicht verfügbar waren. Polizisten der meisten Kategorien gibt es hier nun wirklich genug.

      Klar gibt es hier Gegenden, wo eine Polizeistation nachts auch Mal ein Ein-Mann-Betrieb ist.

      Aber es gibt Gegenden in der Schweiz, wo es manchmal gar keine (zuständigen) Polizisten gibt. Als Beispiel nenne ich konkret den – einem Schweizer sicher nicht unbekannten – Skiort „Villars-sur-Ollon“ in der Nähe des Genfer Sees, wo einer Bekannten von mir in der Sylvesternacht 2007 in einem Hotel gehobener Kategorie beim Abendessen die Kamera gestohlen wurde und die Polizisten im Revier des Städtchens meinten, wir sollten zwei Tage später in ein anderes Büro kommen, da wäre dann ein zuständiger Beamter da. Sie wären an Feiertagen nur für Unfälle zuständig. Echt wahr, nicht mal eine Diebstahlsanzeige ließ sich in der Nacht machen. Ich bin zwar kein Schweizer, aber wie auch hier dort nicht nur Urlauber.

      1. Hallo Guido, das habe das nicht so gemeint, dass die 4 fehlenden Polizisten das Dispositiv leert, sondern, dass wenn – wie bei einer Geiselnahmen in Europa üblich – nicht alle Einsatzkräfte zum Tatort gesendet werden. Meinte also nicht die 4 Polizisten, sondern die 500, die dahin gesendet würden (500 ist ein wenig übertrieben).
        In der Schweiz hatte sich Hans Peter Kneubühl, ein 68-jähriger Rentner, nach jahrelangem Behördenstreit gegen die perfide Einweisung in die Psychiatrie gewehrt und dabei einen Polizisten angeschossen. Danach wurde er wochenlang von 157 Polizisten gesucht und schliesslich verhaftet. Schlimm wie die Behörden mit 68!!!-jährigen selbstgemachten „Kriminellen“ umgehen. Dieses Beispiel soll zeigen, dass in der Schweiz keine Geiselnahme möglich ist, ohne dass 15 Minuten später eine Hundertschaft an Polizisten auftaucht. In Paraguay kommt anscheinend – in diesem Fall – gar keiner (nur die Staatsanwaltschaft mit einem Couvert?).
        Der Fall von einem inszenierten Autounfall (Täuschungsmanöver), bei dem alle verfügbaren Einheiten zum Tatort gefahren sind, währenddessen ein Überfall statt fand, stand hier kürzlich auf wochenblatt.cc. Da bin ich mir 100% sicher, ist mir jetzt aber zu mühsam den Link zu suchen.
        Sicherlich, Sie haben Recht und mein Kommentar war ja auch etwas sarkastisch gemeint. Sicherlich sind die Distanzen in Paraguay etwas weitläufiger als in der kleinen Schweiz. Trotzdem: wegen einer gestohlenen Kamera reist sich auch kein Schweizer Beatmeter den Hintern auf. Aber bei Geiselnahme, und sei sie im hintersten Dörfchen, da kommt bestimmt nicht nur die Staatsanwaltschaft sondern auch das Überfallkommando innert 4 Stunden und dann ist für die Entführer nichts mit „nach Hause spazieren“. He, hier wurden vier Menschen als Geiseln genommen inkl. Bedrohung durch Schusswaffen. Also dieser Fall würde in Europa behördlich schon etwas kompromissloser geahndet.

      2. Guido deine Naivität ist langsam etwas anstrengend.

        Hier geht es nicht um eine gestohlene Kamera. Das interessiert in Paraguay ohnehin kein Schw..n.
        Das „Dispositiv“ oder wie immer du es nennen willst bedeutet es wurde der Überfall auf eine Bank gemeldet, und alle verfügbaren Einheiten fuhren hin.

        Das Problem war, dies war ein Fake und in Wirklichkeit wurde in aller Ruhe eine Bank am anderen Ende der Stadt überfallen. Das ist gemeint.

        Zum Vorfall selber: Mach das mal in den USA; da kannst du froh sein, lebend aus der Sache heraus zu kommen. Aber hier? Traut sich ja keiner solche Campesionos hart anzugreifen – sind alles Wähler; und zwar Wähler der Lugo-Mafia.

        1. Guido aus SanBer

          Reply

          Ich bin ja freiwillig hier, auch in diesem Forum, das mir aber auch nicht so wichtig ist, dass ich mich hier streiten will. Ich überlasse das Feld also gerne denen, die vor mir hier waren und die „älteren Rechte“ haben. Insofern wird meine Naivität hier nicht mehr nerven. Wobei die mir bislang noch nicht geschadet hat, obwohl ich nicht nur in Paraguay, der Schweiz und natürlich in Deutschland gelebt habe und wahrscheinlich wesentlich öfter und länger in den USA war, als mein Vorredner hier.

          Nur ganz kurz, bevor ich den kurzen Ausflug hierher tatsächlich beende: wenn ich etwas in Anführungszeichen geschrieben habe und sich das im Rahmen einer Antwort auf einen anderen Kommentar befindet, dann deutet das ein Zitat oder ein von mir hinterfragtes Wort an. Dies ist so üblich und keine Eigenheit von mir. „Dispositiv“ ist also kein von mir direkt verwendetes Wort.

          An Albert: Danke für die sachliche und ausführliche Antwort. Man muss nicht alle Meinungen teilen, aber in einer solchen Form kann man kommunizieren.

          1. @ Guido aus SanBer

            Bitte lassen Sie sich nicht entmutigen, hier etwas zu schreiben. Es tut gut, auch vernünftige Meinungen zu lesen. Leider kann man hier viele Kommentare nicht ernst nehmen oder man regt sich unendlich auf.
            Also schreiben Sie bitte weiter,
            Gruß Lilo

          2. zu lilo
            vernueftig ist wer etwas schreibt,dass in ihren kram
            passt. wer anderer meinung ist-maul halten oder ab
            ins flugzeug. sie sind wohl die chef-inquisitorin fuer das wochenblatt.

    2. Man kann nur froh sein, dass Paraguay kein Industriestaat ist. Die Industriestaaten werden ihren freien Fall nur noch mit Krieg und Unterdrückung aufrecht erhalten können.

      1. Ja, das ist so. Heute steht Griechenland immer noch vor dem Abgrund. Drei Mal wurden bereits die Renten gekürzt, Kindergeld gestrichen und und und. 200 eue Panzer wurden seit 2007 von Griechenland gekauft. Schade dass die Mainstream-Presse nicht darüber berichtet, was mit den Zehntausenden Menschen geschieht, die in USA und Griechenland alles, aber wirklich alles verloren haben (auch da wird der Gläubigerschutz knallhart durchgezogen). Überzeugt bin ich, dass es in USA, Griechenland, Portugal, Irland ua. zu ganz massiven Gewaltakten, Repression und Suiziden gekommen ist, von denen wir – die noch ein Dach über dem Kopf haben – mit keinem Wort Erwähnung finden in der Mainstream-Presse. Persönlich finde kann dies nur die Konsequenz aus Milliardenverlusten sein.

  3. Die Moral von der Geschichte, man kann ohne grössere Probleme, einen bis vier Polizisten als Geiseln nehmen und geht dabei nicht einmal ein Risiko ein, dafür bestraft zu werden. Ist doch super! Also liebe Leser, schnappt euch einen und geniesst es! Schliesslich hat doch jeder schon einmal in irgendeiner Form Schmiergeld bezahlt.

  4. ——————–Hallo Leute——————–
    Laßt uns hier weiterpflügen im Wochenblatt und mit solchen und solchen Wörtern können wir unsere Kommentarpflänzchen düngen!

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