Vier-Tage-Woche im Gespräch

Asunción: Der Beschäftigungsspezialist Enrique López Arce (Beitragsbild) erwähnte, dass er den Dialog mit dem Privatsektor, insbesondere im Industriesektor, führe, um den Pilotplan von einer “Vier-Tage-Woche“ mit dem Ziel durchzuführen, die Leistung und Produktivität der Arbeitnehmer zu messen.

„Die Fälle von 5 Arbeitstagen pro Woche im Privatsektor, die wir haben, sind hauptsächlich im Industriesektor“, erklärte López Arce.

Er erwähnte, dass gerade die Branchen nach Wochenzielen geplant werden, wie im Fall von Autoteilen, die 6 Tage die Woche arbeiten und erst Samstagmittag ihre Tätigkeit beenden. Der letzte Arbeitstag hatte jedoch höhere Fehlzeiten und eine geringere Produktivität.

„Wenn sie die Wochenziele in 5 Tagen ohne Überstunden erreichten – weil man Überstunden nicht bezahlen konnte, noch die Ruhezeiten verkürzten, weil man nicht nach rechtlichen Problemen suchte – war man einfach produktiver und man würde aufhören samstags zu arbeiten“, erläuterte der Spezialist.

In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass diese Arbeitsweise dazu geführt habe, dass motivierte Mitarbeiter in kürzerer Zeit mehr produziert hätten und somit samstags ein freier Tag gewesen sei.

In diesem Sinne wies López Arce darauf hin, dass ein Dialog mit Führungskräften der paraguayischen Industrie geführt werde, um den Pilotplan zu testen.

In Island führte man ein 4-Jahres-Projekt (2015 bis 2019) durch, bei dem der Arbeitswoche nur noch vier Tage hatte. Die Produktivität der Mitarbeiter und die Leistungserbringung wurden nicht nur aufrechterhalten, sondern verbessern sich in einigen Fällen.

Island ist jedoch nicht das erste Land, das diese Initiative ausprobiert, die in verschiedenen Ländern zunehmend an Bedeutung gewinnt. Spanien und Neuseeland führen ebenfalls ähnliche Studien durch, zuvor wurde das Projekt in Japan ausprobiert und Chile hat kürzlich begonnen, die Idee zu diskutieren.

Wochenblatt / Hoy

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3 Kommentare zu “Vier-Tage-Woche im Gespräch

  1. In Paraguay würde das nicht nur die Arbeitsleistung und Kreativität der Angestellten fördern, sondern auch für mehr Arbeitsplätze Sorgen. Wer bei einer Tankstelle arbeitet, hat meist über 70-Arbeitsstunden in der Woche und verdient gerade einmal den Mindestlohn, wenn überhaupt; der einzig freie Tag ist ein Schichtwechsel-Tag, wodurch man eigentlich keinen freien Tag hat, denn wer die Woche davor eine Tag-Schicht hatte, muss dann zur Nacht-Schicht antreten oder umgekehrt. Eigentlich eine Sauerei.
    Ich selbst arbeite auch nur noch vier Tage die Woche, nutze aber den “Weekend-Wednesday”, wie er in den USA genannt wird, also Mittwoch, Samstag und Sonntag frei. Das geht nicht in jeder Firma, das ist mir klar. In Paraguay scheint es mehr Arbeitsfähige, als Arbeitsstellen zu geben. Da würde ich direkt eine 4-Tage-Woche, mit je sechs Stunden Arbeit vorschlagen. Allein, wenn man jetzt schon die zwölf Stunden, die viele Arbeiten auf sechs verkürzt, schafft man mehr Arbeitsplätze; wenn dann noch die Wochentage gekürzt werden, schafft man noch viel mehr.
    Ich begrüße den Vorschlag von Herrn López Arce.

  2. Eine 4-Tage-Woche käme der Mentalität der Paraguayer sehr entgegen. Dazu vielleicht auch noch einen 6 Stunden-Arbeitstag, oder noch weniger? Und das alles natürlich bei vollem Lohnausgleich.

  3. Die Wertschöpfung in diesem Land ist so enorm, dass auch eine Dreitagewoche reichen würde, natürlich nur, wenn man auch nur 4 Stunden pro Arbeitstag arbeiten muss.

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