Von der Musterkolonie in den Abgrund

Kolonie San Rafael: Der Gedanke war gut, die Umsetzung ein Desaster. Das Indert wollte eine Musterkolonie als Vorzeigeobjekt entwickeln. Das Projekt scheiterte aber kläglich.

Die Kolonie liegt im Departement Concepción. 2015 intervenierte das Nationale Institut für ländliche Entwicklung und Land (Indert). Der Drogenbaron Jarvis Chimenes Pavão steht unter Verdacht, dass auch er sich an Ländereien unter Staatbesitz in der Zone bereichert habe.

Die landlosen Bauern siedelten von Tacuati, Departement San Pedro, nach San Rafael um. Anfangs waren es 80 Familien, die Hälfte ist aber nun wieder gezwungen, die Kolonie zu verlasen.

Antolin Pérez, ein Bauernführer, berichtete, dass die Senavitat versprochen hätte, Häuser für die Landwirte zu bauen und jeden Monat Lebensmittel über einen Zeitraum von zwei Jahren zu liefern. Außerdem sollten landwirtschaftliche Kredite aufgenommen werden können. Von den Versprechen wurde aber keines erfüllt.

Laut Pérez leben die Campesinos immer noch in Zelten. Nur drei Mal in den fast zwei Jahren sei es zu Lebensmittellieferungen gekommen. Zumindest ein Wassersystem ist aber installiert.

„Es ist wie immer und überall im Land. Erst wird groß etwas versprochen, aber dann passiert so gut wie nichts“, sagte Pérez.

Die landlosen Bauern gehören zudem nicht mehr dem Nationalen Koordinator der Bauernorganisation Mcnoc an, weil das Indert ihnen Land zugeteilt hat.

Der Verantwortliche für das Vorhaben von dem Indert, Justo Cárdenas, konnte für eine Stellungnahme nicht erreicht werden. Insgesamt hat das Institut 2012mehr als 2.017 Hektar in der Gegend erworben. Bei der Verteilung und den Verhandlungen soll es zwischen Führern der Campesinos und korrupten Beamten des Inderts zu weiteren Unregelmäßigkeiten gekommen sein.

Quelle: Ultima Hora

Der Zweck dieses Dienstes ist die Wertsteigerung der Nachrichten und um einen flüssigeren Kontakt zu den Lesern zu etablieren. Kommentare sollten an das Thema des Artikels angepasst werden. Die Kommentatoren sind ausschließlich für den Inhalt verantwortlich, der sachlich und klar sein sollte. Schimpfwörter und persönliche Beleidigungen sowie Rassismus werden nicht geduldet.

8 Kommentare zu “Von der Musterkolonie in den Abgrund

  1. Warum aufregen? Das ist doch nur Alltag in Paraguay! Wo viel investiert wird (werden soll) wird viel in private Taschen abgezweigt. Manchmal eben zu viel, dann bleibt das Projekt auf halber Strecke stecken, oder schon gleich zu Beginn. Niemand weiß wo das Geld verblieben ist, niemand ist verantwortlich, niemand der es wagt den Sumpf auszutrocknen. Und die Masse der Menschen schaut nur zu, weil zu träge von ihrem Hintern hoch zu kommen. Mit einem solchen Rechtsbewußtsein und einem derart effizienten Rechtssystem kann sich Paraguay NIEMALS weiter entwickeln. Aber das ist ja vielleicht auch politisch nicht beabsichtigt. Es geht NUR um die schnelle Bereicherung derjenigen, die ohnehin schon an den Töpfen und in der richtigen Partei sitzen. Und für diese „ehrenwerte Gesellschaft“ läuft doch alles wie geschmiert.

  2. Das ist wirklich nichts neues.
    Bei den Rechtssystem,der Korruption besteht doch kein Interesse den überhaupt was zu machen.
    Jeder von dennen verdient doch mehr oder weniger mit.
    Liebe Bauern hilft Euch selbst dann wird Euch geholfen.Vom Staat nicht, aber vom Lohn/Erfolg eurer Arbeit.
    Von Nichts kommt nichts!

  3. Ich weiss auch nicht wie man solche Versprechen machen kann! Das Land ist geschenkt dann solte noch ein Wohnhaus geschenkt weden und ZWEI JAHRE geschenkte Lebensmittel. Das fuer klein Landwirte wo eigentlich Lebensmittel produzieren sollten!!!
    Ich will mich nicht hervor heben, nur schreiben wie es auch geht, aus meiner Erfahrung.
    Ich bin vor sehr vielen Jahren an einem 15. August nach Paraguay gekommen habe auf eier verwachsenen Rodung mit Machette und Putzhacke sauber gemacht. Am 6. September habe ich von Hand natuerlich, schwarze Bohnen gepflanzt. In der Weihnachtswoche habe ich in Encarnacion meine ersten sechs Saecke schwarze Bohnen verkauft und hatte somit schon Weihnachts Geld! Im naechsten Mai konnte ich meine erste Sojaernte verkaufen 5000 Kg. Auf meinem Land gewachsen alles Handarbeit und mit der Machette geerntet. Das war mein Anfang in Paraguay als Klinlandwirt. Von wegen zwei Jahre gratis Futter!!

    1. Leute wie SIe habe ich immer bewundert ! Leider fehlt mir die körperliche Kraft dazu, da ich nicht besonder gesund bin. Es muss hart sein, aber auch schön etwas so von Grund auf aufzubauen und wachsen zu sehen.

    2. Eben. Von nichts kommt nichts! Und Faulheit kann nicht noch belohnt werden. Über eine solche Mentalität könnte ich mich als Deutscher nur aufregen. Ich freue mich, wenn ich jeden Tag arbeiten kann und darf. Am Tagesende ist man doch ein wenig stolz auf das was man am Tage geleistet hat. Aber nur faul herum sitzen, die Hände auf halten, überall betteln und schmarotzen und klagen – wie kann man nur so leben?

    3. Da hast Du vollkommen Recht.Sie haben das Land,sie können sich etwas aufbauen.
      Etwas Saatgut reicht aus.
      Das beste Beispield das auch anders geht, ist der Artikel:“Arbeit als Weg zum Erfolg.“
      Hier zeigt sich der Erziehungserfolg der Eltern.

  4. Silly Miss Lizzy

    Antworten

    Weil der Vater eines paraguayschen Kindes aus meiner PY-Verwandschaft wahrscheinlich denkt, sein Kind lebe von Luft und Wasser oder die Ausgaben für seinen Bierkonsum einfach sein Einkommen übersteigt, wollte ich seiner Tochter Schuhe kaufen, weil ich sah, dass diese immer aus den Schuhen schlüpfte, weil sie (die Schuhe) zu klein geworden sind.
    Da fuhr ich mit ihr und ihrer Mutter ins Tschopping. Da gab es Schuhe für 100.000 Guaranies inkl. 20% Rabatt. Ich frug, ob diese Schuhe ihr gefallen. Ja. Aber man wolle sonst noch schauen. Ok, lasse ich sie schauen gehen. Zurück, sie hätte lieber weiße Schuhe für 165.000 Guaranies, noch lieber diejenigen für 325.000 Guaranies aus Leder. „Glücklicherweise“ hatte ich gerade mal noch 100.000 und ein paar Zerquetschte an Barem dabei. Das Kind läuft heute noch mit ihren zu kleinen Schuhen herum.
    Add-PS: Ein Zusammenhang zum Artikel ist wohl einigen nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Für diejenigen Zusatzerklärung: es hapert schon an der Mentalität und Erziehung.
    Des Weiteren braucht es für ein Projekt dieser Größenordnung nicht nur Mitwirkende, die gut öffentliche Gelder ins Leere verteilen können, sondern auch solche, die jemals in ihrem Leben schon etwas von Planung, Messung und Kontrolle gehört haben.
    Auch in Europa und anderen Ländern waren die meisten Menschen im Mittelalter Lehnen. Einige haben gespart und konnten sich Eigentum kaufen.
    Man könnte ja meinen die Landpreise in Paraguay seien unerschwinglich. Dabei kann man ein Lote (365m2) – zwar nicht an der Mcal. Lopez – für 20 Millionen Guaranies (ca. 3.000 Euro) kaufen. Dies klingt nach unheimlich viel. Doch bei mehr als 2 Mio. Guaranies Einkommen monatlich relativiert sich dies. Wo in Europa kriegt man 365m2 für den zehnfachen Preis seines Einkommens?
    Nein, wie jeder, dem alles im Leben scheitert: Die Schuld haben immer die anderen!

Kommentar hinzufügen