Was tun gegen Arsen im Reis

Paraguay baut auf mehr als 150.000 Hektarn Reis an und die Produzentenvereinigung CAPECO kündigte im ersten Quartal des Jahres noch an, eine Anbaufläche von über einer Million Hektar anzustreben. Allerdings meldete die Branche durch den Preisverfall auf den internationalen Märkten zuletzt erhebliche Absatzprobleme. Günstiger Reis aus heimischem Anbau lädt zu erhöhtem Konsum ein. Irische Forscher zeigen wie das etwas gesünder geht.

Gemäß einer Studio an der Queen’s Universität in Belfast kann durch die Zubereitung von Reis in Kaffeemaschinen ein großer Teil des Arsens, welches sich normalerweise in den Reiskörnern befindet, falls diese, in gefluteten Feldern angebaut werden, weggespült werden. Arsen greift in größeren Mengen das Nervensystem an und löst Krebs an Blase und Lunge aus. Besonders stark sind Kleinkinder und Babys gefährdet.

„Reis ist mit Abstand die größte Quelle für anorganisches Arsen im menschlichen Körper“, sagt Andy Meharg, Professor für Biologie an der Queen’s Universität. Die Hälfte der Arsenwerte in Organen von Europäern gehen auf das Konto von Reis, bei Asiaten sind die Werte noch viel höher.

Reis nimmt, wenn er unter Wasser gesetzt ist, Arsen aus dem Boden auf, die Werte reichern sich dadurch um etwa das Zehnfache im Vergleich mit anderen Getreiden an. Eine Studie des englischen Fernsehsenders Kanal 4 fand bei 58% der getesteten Reisprodukte überhöhte Arsenwerte. Eine parallele Untersuchung der britischen Reisimporteure stellte allerdings bei 99% von über 1.000 Tests Arsenkonzentrationen unterhalb der europäischen Grenzwerte fest.

Wenn man Reis im Topf kocht wird das aus dem Korn ausgeschwemmte Arsen gleich wieder reabsorbiert. Die Zubereitung in der Kaffeemaschine hingegen spült 85% des Giftes weg, dies zumindest berichtet eine Studie der Zeitschrift PLOS ONE an der auch Meharg beteiligt war.

In einer Kaffeemaschine braucht Reis bei Tröpfchen-Berieselung etwa 20 Minuten bis zum Garpunkt, brauner Reis sogar 40 Minuten. Die durchschnittliche Kaffeemaschine rieselt allerdings in 10 Minuten fertig, sodass der Prozess wiederholt werden muss. Wer paraguayischen Reis arsenfrei für ein indisches Gericht zubereiten will und nach der Mahlzeit noch einen kolumbianischen Kaffee durch die chinesische Maschine jagen möchte muss also mindestens 30 Minuten Lebenszeit einplanen.

Laut Meharg ist bei moderatem Reiskonsum, maximal zwei bis dreimal pro Woche, kein außerordentliches Risiko gegeben, unabhängig von der Zubereitungsart. Wer allerdings dreimal am Tag Reis zu sich nimmt, sollte sich schon Gedanken machen, sagt er.

Quellen: BBC News Service, PLOS ONE; Illustration: Danimo1983

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3 Kommentare zu “Was tun gegen Arsen im Reis

  1. Jo sein ma hier in Asien, wo man zu jeder Mahlzeit Reis isst.
    Bei den Essgewohnheiten hier sterben die Leute eher an Blausäurevergiftung durch Maniok als an Arsenvergiftung. Noch wahrscheinlicher ist aber der Tod durch ohne Licht fahrende Autos, stark strahlende Funkmasten oder weil das Gehirn total verkleistert ist durch die anspruchsvolle TV-Kost 😉

  2. Die nichtschädlichen Grenzwerte, werden in Kombination mit anderen Nahrungsmitteln überschritten. Noch nie waren Menschen so vielseitig ernährt, aber gleichzeitig so geschwächt wie heutzutage.

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