Weiterbildung ein “Muss“ für die Weiterentwicklung der Kolonie Independencia

Kolonie Independencia: Die Redaktion erhielt einen Leserbrief, der sich vor allem an Einwanderer richtet. Ein Schwerpunkt dabei ist es, die Landessprache zu erlernen, aber auch andere Dinge werden erwähnt, die es für neu Hinzugezogene zu beachten gibt.

Seit Anfang 2019 hat der “Verein zur Unterstützung von Studienangelegenheiten im Ausland e.V.” (im Folgenden kurz VUSA genannt) neben seinen Stützpunkten in Deutschland und auf Malta auch einen Stützpunkt in der Kolonie Independencia, in Planta Urbana.

Neben der Aufgabe, neue Einwanderer bei Einreise- und Eingewöhnungsmodalitäten zu unterstützen, widmet sich VUSA auch um Weiterbildungsangebote in der Kolonie. Darunter insbesondere die Fremdsprachenausbildung, ein Gebiet auf dem VUSA und der Vorstand auf eine 25-jährige internationale Erfahrung und auf ein entwickeltes modulares und flexibles Ausbildungskonzept zurückgreifen kann. Derzeit bietet VUSA Sprachkurse in Spanisch und Deutsch an und später auch in Englisch. Dabei kommen nur geschulte Sprachtrainer zum Einsatz, die sowohl die zu erlernende Sprache als auch die Muttersprache der Studierenden beherrschen; eine wichtige Voraussetzungen für den Lernerfolg! Die von VUSA überwachten und zertifizierten Kurse haben sich langjährig bewährt. Die modularen Kurseinheiten mit ihren abgeschlossenem Lernzielen je Unterrichtseinheit können individuell gewählt werden. Dabei sind die Gruppengrößen auf max. fünf Studierende und die Unterrichtsdauer auf max. 1,5 Stunden begrenzt.

Dass viele Sprachkurse leider oftmals nicht diesen hohen Standard erfüllen, sei hier exemplarisch an einem Anfang Februar in der Kolonie angebotenen fünftägigen und 20 Stunden umfassenden Intensiv-Sprachkurs in Spanisch aufgezeigt. Obwohl hierfür eine renommierte Sprachschule aus Asuncion beauftragt wurde und eine Kursgebühr von ca. 650.000 Guaranies pro Teilnehmer erhoben wurde, war der Kurs wohl eher nach “wirtschaftlichen” als nach lehrpädagogischen Gesichtspunkten ausgelegt.

So waren u.a. die Gruppen mit ca. zehn Teilnehmern für einen sog. “Intensivkurs” zu groß und die Lehrbelastung nicht nur für die Teilnehmer zu hoch, sondern vor allem für den Sprachtrainer, der insgesamt zwei Kurse pro Tag, also acht Stunden pro Tag über fünf aufeinanderfolgende Tage lehren musste. Erschwerend kam hinzu, dass der Sprachtrainer – entgegen der Zusicherung der Veranstalter – kein Deutsch sprach und der Unterricht in Englisch abgehalten werden musste. Auch entpuppte sich das angepriesene hochwertige Lehrmaterial dann als eher schlecht lesbare Kopien mit Begriffen in englischer Sprache und einigen Audio-Dateien auf USB-Stick ohne erkennbaren Zusammenhang mit den Lehrinhalten.

Unter Berücksichtigung der stündlichen und auch notwendigen Pausen ergibt sich effektiv ein Stundensatz von ca. 45.000 Guaranies und Teilnehmer, womit bei zehn Teilnehmern eine Summe von ca. 450.000 Guaranies pro Stunde (!) “erwirtschaftet” werden konnte. Insgesamt flossen ca. 13 Mio Guaranies von den deutschsprachigen Einwohnern nach Asuncion. Dies sind Beträge, die jeden lokal ansässigen Sprachtrainer in der Kolonie schlichtweg blass werden lassen. Denn in der Kolonie bieten mehrere geeignete Sprachtrainer ihre Leistung nicht nur deutlich günstiger, sondern wesentlich individueller und flexibler an. Warum also die “Eulen nach Athen tragen” (sprich, die Gelder nach Asuncion schicken), wenn die Gelder in der Kolonie viel besser aufgehoben gewesen wären?

In dem Zusammenhang sei anzumerken, dass der Einkommensunterschied zwischen Einwanderen und Einheimischen immer größer zu werden scheint und sich damit zwangsweise ein soziales Gefälle und damit Spannungen aufbaut. Denn solch teure Sprachkursangebote sind – wie vieles andere auch – für die “Einheimischen” in unserer Region, die oftmals deutlich weniger als den Mindestlohn verdienen, aus finanziellen Gründen nicht zugänglich! Und dies obwohl doch viele Einheimische gerne zumindest die Grundkentnisse der deutschen Sprache erlernen möchten, um sich auch u.a. für eine höherwertige Tätigkeit qualifizieren zu können.

Um den Einheimischen einen Zugang zu solchen Weiterbildungsmöglichkeiten anbieten zu können, unterstützt VUSA die Abhaltung von Deutsch-Kursen für paraguayische Studenten mit einem Zuschuss von bis zu 50% auf die Kursgebühren unter der Voraussetzung einer regelmäßigen Teilnahme an dem 20-stündigen Kursprogramm. Die finanziellen Mittel für diese Anschubfinanzierung kann VUSA jedoch nur für eine begrenzte Zeit aus eigenen Vereinsmitteln leisten. Um diese Maßnahme jedoch nachhaltig anbieten zu können, begrüßt VUSA ausdrücklich jegliche Zuwendung, auch in Form zweckgebundener Spenden. So sind z.B. spanisch lernende Sprachstudenten von VUSA bereit, künftig hierfür einen freiwilligen Aufschlag zu leisten. Letztendlich kann die Kolonie nur “blühen”, wenn der einheimischen Bevölkerung auf breiter Ebene (!) auch Zugang zu Weiterbildungsprogrammen ermöglicht wird, wodurch eine Weiterqualifizierung erreicht werden kann.

Weitere Informationen über Zuschüsse und Kurstermine erteilt Graciela unter 0985 987 038 oder direkt bei VUSA e.V. in Planta Urbana (ca. 300 m vor dem gleichnamigen Restaurant auf gegenüberliegender Straßenseite).

VUSA unterstützt seine Mitglieder (!) u.a. auch bei rechtlichen Auseinandersetzungen, im Kommerz-, Handels- und Gewohnheitsrecht, bei Lebenderklärungen und Affidavits sowie lokalen Belangen. Hierfür steht ein “Stammtisch” jeden Donnerstag ab 19 Uhr an dem VUSA-Standort in Planta Urbana zur Verfügung.

Autor:

Prof. Dr. Ulrich Beerschwinger
Institutsleiter und VUSA-Vorstand

Beitragsbild:

Unsere jüngsten Sprachstudenten mit ihrer Lehrerin und dem Vorstand des VUSA e.V.

Wochenblatt

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6 Kommentare zu “Weiterbildung ein “Muss“ für die Weiterentwicklung der Kolonie Independencia

  1. Es ist eine DEUTSCHE Ko….und da sollten die Paraguaer Deutsch lernen. Das WB reicht für Info und um die Meinung über die faulen, dummen Eingeborenen kund zu tun. Pasta! Spanisch lernen?? das fehlt noch. Ja, das kann man bei Fichter oder bei Holger oder…..sich anhören.

    1. Es ist in dem Artikel doch groß und breit von Spanischkursen für die Deutschen die Rede. Warum regst du dich also so auf? Nur weil den Einheimischen auch Deutschkurse angeboten werden? Ist es für Paraguayer eine Erniedrigung eine Fremdsprache zu lernen? Oder überhaupt etwas zu lernen?
      Dein Deutschenhass scheint ja maßlos zu sein.

  2. Ichos Kommentaros Schreiberos

    Antworten

    Also Spanischkurse für Einheimische ist ne gute Sache. Glaube kaum, dass 7 bis 11 Uhr täglich Grundschule einen hohen Standard erfüllen. Nebst Religion, Tanz und Nationalparada.

  3. Poppo Graf von Hahn-Kuchelmisz

    Antworten

    Das sind die famosen „Cur$ischos“ (Kurse, Cursitos) die man den Leuten andreht. Deren Hauptziel ist es Geld abzustauben.
    Nachdem in den 1990gern in Asuncion, dann spaeter auch im Inland, „Universitaeten“ wie Pilze aus der Erde schossen, hat die hoehere Bildung im Lande merklich gelitten die bis dann von ein paar religioesen Universitaeten, speziell einer Katholischen, und dann der staatlichen Nationalen Universitaet gepraegt war. Es gab praktisch nur 2 hoehere Bildungseinrichtungen im Land. Dann kam die Universidad Americana hervor, die wohl einer Unternehmergruppe der USA gehoert, die eine Investmentgelegenheit sahen. Danach kamen anderen dubiose Bildungseinrichtungen.
    Unis haben steuerliche Vorteile aehnlich wie Kooperativen und Kirchen, die zudem dann noch Steuern vom Volk erheben in Form der Zahlungen der Studenten. Das sind effektiv Steuern die die Universitat den Schuelern auferlegt und so immer mehr Geld in die Taschen der Inversoren spuelt.
    Ditto dasselbe fuer Harvard, Yale und Princeton die ehemals von Kirchen als Bildungseinrichtungen gegruendet wurden und heute keinerlei Steuern zahlen und die reichsten Institutionen der USA sind.
    Das selbe Inversionspotenzial sahen die Unternehmer in Paraguay um ihr Investment vor Steuern zu schuetzen und bei gleichzeitigem erheben von Sondersteuern (in Form von Studiengebuehren) vom Privaten Sektor (will heissen von den geprellten Studenten).
    Deine Zahlung der Studiengebuehr garantiert dir praktisch das bestehen der Examen.
    Ob du was gelernt hast, ist ganz deine Sache.
    Ob der Student was lernt, das handhaben sie so wie die Scientologen. Gings nicht recht in die Birne und der Trottel kapierte es nicht bei der ersten Runde kam er trotzdem durch und kann sofort wieder denselben Kurs fuer teures Geld buchen – L. Ron Hubbards Buecher sind natuerlich ausserhalb der Studiengebuehren kaeuflich zu erwerben; von 2500$ bis zu 50000$ pro „cursito“ – hast nix gelernt, mach schnell und schreib dich wieder ein (schliesslich kann ja der Lehrer nicht fuer die Sosse im Gehirn des Trottels garantieren). Vorkasse muss natuerlich sein.
    Eine lebenslange Mitgliedskarte kostet bei den Scientologen 5000 Pfund/$/Euro.
    Scientology: The cost of the cult https://www.youtube.com/watch?v=tOH6hnC-c2Y
    Wenn mir „cursitos“ angeboten werden so sag ich dass Youtube mein Cursito ist dazu noch gratis. Das Internet war ja schliesslich als Datenbank der Welt gedacht die fuer immer umsonst sein sollte.
    Spanischkurse eruebrigen sich ja halbwegs fuer die Rentner da die „paraguayitas“ ja der beste Spanischkurs sein duerften. Der Puff als Bildungseinrichtung.
    Klar funktionieren die Kopierer der paraguaschos nie richtig so dass die verschwommene Tinte komplett unleserlich sein duerfte – schliesslich zockt ja Kyocera, Samsung, HP, Epson, etc. ein Mordsgeld von 600000 bis ueber 1 Million Guaranies fuer die Toner (4 braucht er wenn farbig also 4 Mille kann man schon hinblaettern). Ists ein Tintenstrahldrucker so ist der Tintenkopf regelmaessig nach 1nem Monat ausgetrocknet der jeweils 250000 der Zerquetschten kostet. Betrug der ganzen Druckerindustrie.
    Wenn die Deutschen nicht allesamt alte Knacker sind die sowieso in Baelde rankratzen, also auch junge Menschen darunter sind, so lohnt es sich Spanisch zu lernen – fuer die Alten eher nicht. Die sollten nur noch mit Gott ins reine kommen – und die Jungen auch.
    Wie hat den Holger Blaith Spanisch gelernt? Er hat sich „ins Wasser gestuerzt“ und sich unter das Landesvolk gemischt. So lernt man am besten eine fremde Sprache – Ich sprech 3 Sprachen + 1 Dialekt und weiss wovon ich rede.
    Ansonsten ist es immer so dass die lokale Intelligenzija sich mit ein paar Zerquetschten zufrieden geben muss, waehren das Volk danach lechst, den asuncenos die Millionen hinterherzuwerfen indem sie diese als halbe Wundermaenner ansehen.
    Es is halt kein Prophet im eigenen Dorfe.
    Markus 6,4 „Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet ist nirgends verachtet außer in seiner Vaterstadt und bei seinen Verwandten und in seinem Haus!“ – das kann ich nur bestaetigen.
    Das Motto der Grafen von Hahn-Kuchelmisz war: „Primus sum, qui Deum laudat“ – wir sind die ersten, die Gott loben.
    Dem sollten die gewoehnlichen Buerger nacheifern, denn: Noblesse oblige – adel verpflichtet.

  4. Wenn ich mir das Kommentierte vom Lehrer so durch lese kommt mir das Ko–en nun hat es doch tatsächlich so ein Grüner -Linker mit seiner Deutsch Feindlichen Meinung nach PY geschafft . Statt hier ruhig und in Frieden leben zu wollen bringt er seine Deutsch Feindliche Meinung voll hervor. Dabei hat er wie Alle von dieser Grün -Linken Mischpoke überhaupt nicht diesen Artikel richtig gelesen noch verstanden.Es leben hier in den Kolonien viele Dachl und die Paraguayer sind stolz drauf,weil diese Menschen hier fleißig sind und keine Vaterlandsverräter wie Grüne und Linke. Viele sprechen Spanisch und einige nicht, für die sind Kurse angeboten aber nicht um sie in PY zu Assimilieren sondern weil erkannt wurde das einige mangels Kontakt zu Spanisch sprechenden Menschen eher wenig Gelegenheit haben auf Grund der Einfachheit nur mit seiner Muttersprache zu sprechen. Diese Menschen merken aber bei jeden Gang in eine Andere Stadt das sie ohne Spanisch viele Schwierigkeiten haben ,darum diese Kurse.

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