Wenn der Postmann zweimal klingelt

Asunción: So wie in dem Film aus den 1980er Jahren ist heute auch noch der Postmann im Land mit dem Fahrrad unterwegs. Nur wenige der Postboten nutzen ein Motorrad oder Auto. Eine Klingel dürfte jedoch Seltenheit in Paraguay sein.

Im ganzen Land werden Briefe und Pakete weiterhin auf alte Weise verteilt. Mehr als 130 Postboten sind dafür zuständig.

Die Nationale Post in Paraguay hat 160 Filialen und insgesamt 930 Mitarbeiter. Die Mehrheit, rund 320 Personen, arbeitet in Asunción und im Departement Central.

„Zwischen 130 und 140 dieser Mitarbeiter sind Postboten”, sagte Luis Fernando Servin, Direktor der Nationalen Post in Kontakt mit dem Radiosender Monumental.

Über die Postboten berichtete er, dass es “viele sehr alte Herren sind“. „Das ist das Haupthindernis, ihnen Motorräder zur Verfügung zu stellen und deshalb fahren sie mit der traditionellen Methode fort, ein Fahrrad zu nutzen“, fügte er hinzu und erinnerte an die berühmte Figur aus der Fernsehserie “El Chavo del Ocho“, die genau ein netter älterer Postbote war, der mit dem Fahrrad die Nachbarschaft erreicht und immer versuchte, “Müdigkeit zu vermeiden”.

„Ja, wir haben auch jüngeres Personal, das derzeit mit 15 Motorrädern unterwegs ist“, erklärte der Direktor der paraguayischen Post weiter.

Auf Twitter haben mehrere Leute sich beklagt, dass der Dienst modernisiert werden sollte. Die Nutzerin @sky_blue_neko berichtete von ihrer Erfahrung: „Als ich ein Paket an die Nationale Universität UNA in San Lorenzo schicken wollte, verwiesen sie mich nach Fernando de la Mora, weil sie keine Waage hatten und dort konnten sie dann keinen Beleg ausdrucken. Ich musste zur Hauptfiliale nach Asunción gehen.“

@majogadea twitterte: „Als ich mein Paket erhielt, brachten sie es mir nach Hause, aber die Postbotin kam mit dem Bus. Was passiert, wenn es gestohlen wird oder kaputt ist? Und bei einer anderen Gelegenheit brachten sie mir einen kleinen Zettel nach Hause, auf dem stand, dass das Paket Übergewicht hat. Ich soll in die Postfiliale kommen, die aber nur bis 13:00 Uhr geöffnet ist. Wie soll ich das nach meiner Arbeit tun?“

Wochenblatt / Extra / Twitter

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3 Kommentare zu “Wenn der Postmann zweimal klingelt

  1. Hahahaha, 130 Postboten für 8 Millionen Einwohner. Das wäre mir neu, wenn hier jemals einer:*In Postbote:*In vorbei gewackelt wäre. Nein, die rufen an und lassen sich den Anruf teuer bezahlen. Die haben eh keine Zeit die müssen im Posthüsli rumsitzen.

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  2. Es gibt sog. Postämter die holen einmal im Quartal die Post aus Asuncion. Und wenn Du viel Glück hast, ist zu den Öffnungszeiten auch jemand vor Ort, wenn nicht gerade seinem zweiten Standbein der Autowäsche nachgeht.
    Die hiesige Post mag vielleicht in Asu funktionieren, aber ab 100 km Entfernung muss man mit allem rechnen, nur nicht Service.

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  3. Postoben… In Altos haben wir gelegentlich was nach Hause geliefert bekommen und mussten für den Service extra zahlen; meistens mussten wir aber zum Postamt fahren, und nicht selten auch nach Asunción. In Villarrica del Espíritu Santo kam bei mir noch gar nichts an. Nicht einmal beim Postamt. Zwei Sachen sind seit 2020 einfach verschollen. Weiß man nicht, wo’s ist. Nur DHL Express hat etwas direkt zu mir nach Hause geliefert und dafür auch nichts verlangt.
    Die Post hier im Land ist ein Witz. Die haben mir schon so viel kaputt gemacht, bspw. Dokumente, in denen man die Umschläge einfach aneinander geheftet hat, oder Pakete, die definitiv nicht so verwüstet abgeschickt wurden, wie sie bei mir ankamen.

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