Wenn es über den Wolken chaotisch wird

Asunción: Selten war Fliegen so unangenehm wie im Sommer 2018. Daran Schuld sind natürlich die Fluggesellschaften, die ihre Interessen an erste Stelle stellen. Erst danach kommen die Passagiere.

Die genauen Faktoren, die zu Problemen führen sind hier aufgelistet:

1. Die Sicherheitskontrollen

Sehr lange Wartezeiten entstehen unter anderem bei Sicherheitskontrollen. Das liegt zum einen an dem zu kompakt gepackten Handgepäck und der intensiven Überprüfung von mitgenommen Elektrogeräten der Passagiere. Zum anderen aber auch an der Arbeitsweise der Bundespolizei und den privaten Sicherheitsdiensten. Diese beschuldigen sich dummerweise gegenseitig.

2. Manager überschätzten sich selbst

Mit der Auflösung von Air Berlin ist ein Stein ins Rollen gekommen. Die zweitgrößte Fluggesellschaft Deutschlands brachte den ganzen europäischen Markt zum Beben. Eurowings hat die Übernahme vollkommen unterschätzt und bekam durch unzählige Verspätungen und Annullierungen nur noch mehr Probleme mit ihren Kunden. Ersatzteile für die Maschinen sind sehr rar, die geleasten Flieger von Air Berlin wurden noch vor der Insolvenz ins Ausland vermittelt. Der Markt in Deutschland war nicht mehr abgedeckt. Eine Mischung aus Selbstüberschätzung vieler Airline Manager, überzogenem Kostendruck und Verantwortungswirrwarr hat dazu geführt, dass Flugreisen immer häufiger zu Horrortrips werden.

3. Enge Flugpläne und Probleme bei der Flugsicherung

Fluglotsen sind überfordert, Flugpläne und Zeiten sind so eng getaktet, dass es kaum Ausweichmöglichkeiten gibt. Es sind zu geringe Zeitreserven vorgesehen, es ist kaum möglich die Verzögerung wieder einzufliegen. Engpässe bei den Fluglotsen und kein einheitlicher europäischer Luftraum erschweren die Entwicklung der Branche. Jedes Land ist für sich zuständig, die Grenzen erschweren einen runden Ablauf.

4. Die Abfertigung

Es lässt sich kaum noch Personal für die Aufgabe der Kofferabfertigung finden. Dieser Job ist hart und anstrengend, dazu noch sehr stressig. Auch für das Rollfeld lässt sich kaum noch jemand begeistern. Diese Jobs sind leider sehr unterbezahlt. Für die aktuelle Bezahlung ist keiner bereit, bei Wind und Wetter dieser Tätigkeit nachzugehen.

Urlaub ohne Koffer…

Sie checken ein, sitzen im Flieger und nach einem langen Flug wollen Sie nur noch Ihre Koffer und ab zum Hotel! Sie stehen am Gebäckband und warten, warten und warten bis alle Koffer weg sind und Ihrer taucht nicht auf! Als erstes gehen Sie zum sogenannten Lost-and-Found-Schalters des Flughafens und melden Ihren Koffer als vermisst. Es muss Ihnen einen P.I.R. (Property Irregularity Report) aushändigt werden. Anschließend können Sie zu Ihrem Hotel fahren und sich vor Ort dringend benötigte Dinge wie Kleidung und Hygieneartikel kaufen. Wichtig ist, die Belege (Rechnung, Quittung) aufzubewahren, da diese später bei der Airline eingereicht werden müssen. Diese Kosten werden erstattet. Sie können circa 50 € bis 100 € an einem Tag ausgeben um sich neu einzukleiden. Ist der Koffer komplett verloren, gibt es eine Pauschale von max. 1450 €. Der Anspruch muss jedoch fristgerecht bei der Airline angemeldet werden.

Dank neuester Technik überwacht der Anbieter Südamerika Line die Ankunftszeiten Ihrer Buchungen und informiert von Rechtsexperten vorgeprüft, seine Kunden automatisch, über eventuell berechtigte Schadensersatzansprüche. Dennoch gilt auch hier, besser ist wenn nichts Außerplanmäßiges passiert, dann ist alles gut gelaufen, und so sollte es sein.

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4 Kommentare zu “Wenn es über den Wolken chaotisch wird

  1. Wenn das Fliegen immer billiger wird ( inflationsbereinigt ) sollte man sich nicht wundern wenn auch der Dienst und die Qualität, auch derjenigen der Fluggäste, darunter leidet. Vor etwa 60 Jahren kostete ein Hin und Rueck-Flug von Asuncion nach Deutschland mit Lufthansa den Gegenwert eines neuen VW-Käfers in Deutschland. Bei „Panair do Brasil“ war der Flug oder eine Schiffsreise billiger aber letztere benötigte mindestens 14 Tage. Damals hatte auch die Aerolineas Argentinas noch englische Wasserflugzeuge im Betrieb die vom Hafen von Asuncion nach Buenos Aires den Fluss entlang flogen. Damit hatten sie auch immer eine Landebahn unter sich.
    In unserer schnelllebigen Zeit wird eben alles kurzlebiger wie Industrieprodukte (Elektrogeräte, Autos) und auch die Dienstleistungen schlechter aber eben auch wesentlich billiger.

  2. Guter Hinweis: Wenn ich das erste Mal (im Winter) nach Paraguay fliege, dann nehme ich keinen Koffer mit. Frische Klamotten zu kaufen ist in ASU bestimmt billiger als in der preußischen Provinz. Und diese nach dem Urlaub (ohne Wäsche) zu verschenken sicher auch billiger, als sie wieder mitzunehmen.

    1. Da täuschen Sie sich aber gewaltig.
      Die Klamotten kommen alle aus China. Diese Ware bekommt man in deutschen Textieldiscountern deutlich billiger.
      Markenklamotten sind hier deutlich teurer als in Deutschland.

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