Geschenk von Horacio Cartes: Tarife beim Trinkwasser steigen um mehr als 21%

Asunción: Die Gebühren von dem staatlichen Wasserversorger Essap steigen drastisch an. Ab 10. September sind die neuen Tarife bindend.

Horacio Cartes hat die Präsidentschaft vor einer Woche verlassen können, aber als ein weiteres seiner “Vermächtnisse“ eine Erhöhung der Preise für Trinkwasser hinterlassen.

Der Leiter von der Essap, Carlos Arce, erklärte, dass die Erhöhung der Tarife erfolgt sei, weil die finanzielle Situation des Unternehmens keine Nachhaltigkeit aufweise. Er wies darauf hin, dass die Gebühren ab September um 21,9% steigen werden.

Jedoch auch die Abwassergebühren verdoppeln sich und entsprechen dann zu 100% der Abrechnung für die Trinkwasserversorgung.

„Wir müssen der Öffentlichkeit erklären, dass die Tarife unhaltbar geworden sind. Die letzte Anpassung wurde 2012 vorgenommen“, sagte Arce.

Er stellte klar, dass die von ihm geleitete Institution ausstehende Schulden bei japanischen Banken aus den 1980er Jahren habe, sowie Verpflichtungen gegenüber der Weltbank.

Er wies auch darauf hin, dass mehrere Verwaltungen des Unternehmens aufeinanderfolgende Verluste erleiden mussten und dass im vergangenen Jahr der negative Wert auf 7.000 Millionen Gs. gestiegen sei.

„Wir brauchen Hilfe und diese Anpassung ist nur ein Seufzer, es ist wie ein Atemzug aus dem Wasser, um wieder unterzutauchen“, sagte Arce.

Wochenblatt / Prensa 5 / Ultima Hora

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9 Kommentare zu “Geschenk von Horacio Cartes: Tarife beim Trinkwasser steigen um mehr als 21%

  1. Als Kenner in diesem Sektor ist die Tarifanpassung notwendig, nur bei Essap ist die Befürchtung gross, dass das Geld für andere Zwecke ausgegeben wird – Stichwort Planilleros oder eigene Gehaltserhöhungen.

    1. Was ich fragen wollte, wäre wegen der Abwassergebühr. Ist es nicht so, das ohnehin alles seinen Weg so wie es ist, in den nächsten See, Arroyo und am Ende Rio Paraguay findet? Wenn es so ist, wie argumentiert man solche ?Gebühren? bzw. deren Erhöhung?

      1. Mit der Preiserhöhung werden nur die Verluste der maroden Wasserleitungen auf die Kunden abgewälzt.
        Richtig Geld wird mit Abwasser gemacht.Das Geld brauchen die Amigos,Planilleros und für die oder andere Gehaltserhöhung.Wohin das Abwasser fließt ist doch denen Egal,Hauptsache abgezockt!

        1. Würde man privatisieren, dann heissen Amigos und Planilleros plötzlich Share Holders und Gehalt Dividende. Effizienter wäre es aber nicht. Spätestens wenn die maroden Wasserleitungen tatsächlich ausgetauscht werden müssen, würde die Firma auf wundersame Weise wieder dem Staat gehören. Im Grunde zeigt sich wieder Mentaliät. Es funktioniert ja überhaupt nur dort wo die Menschen selber eine gewisse Einstellung haben.

  2. Hier liegt der Haase im Pfeffer: „Er stellte klar, dass die von ihm geleitete Institution ausstehende Schulden bei japanischen Banken aus den 1980er Jahren habe, sowie Verpflichtungen gegenüber der Weltbank.“ Die Japanischen Kredite in den 80ern dürften nicht billig gewesen sein, der Guarani gegenüber den Yen erheblich gefallen, …, und von den „Wohltaten“ der Weltbank, die keine andere Aufgabe hat, als die Dritte Welt vollends ins Elend der Abhängigkeit zu führen …

    Dabei ist Wasser ein Geschäft, bei dem man fast nichts verkehrt machen kann: Einige Investitionen, extrem hohe Umschlaghäufigkeit, relativ hohe Handelsspanne, man muss nur seine laufenden Kosten im Blick behalten … es scheint aber so, dass niemand die Kredite 1980 oder 90 interessiert haben … aber irgendwann wollen die Banken ihre alten Verträge erfüllt sehen … (Meine Freunde und ich kaufen die ganze ESSAP, wenn Euro, Dollar, Yen und Guarani gegangen sein werden. Und das erste, was ich veranlassen würde, ist, den ganzen Filz ausmisten.)

  3. Teilweise richtig, Sky. Da kommt aber auch noch ein ganz wichtiger Faktor dazu. Ich hatte schon mehrmals das Vergnügen, mich mit eiinem langjährigen hohen Funktionär, einem persönlichen Freund meinerseits, über die Probleme von ESSAP zu unterhalten. Der Mann heulte mir vor, man wisse, daß 50% aller Anschlüsse an das staatliche Trinkwassernetz illegal seien und deshalb aus diesen Anschlüssen keinerlei Einnahmen erzielt werden können. Man konnte diese illegalen Anschlüsse aber bis heute noch nicht ausmachen. Nun, da nagelte ich ihn fest auf seiner Behauptung mit den 50%, und erklärte ihm: Wenn man jetzt beginne, zunächst mal in Asuncion, Straße für Straße intensiv zu kontrollieren, gleich welche Straße man zuerst kontrollieren wolle, wäre die Erfolgsaussicht im Durchschnitt 50%, und das sei doch immerhin eine recht hohe Erfolgserwartung. Bei einer Ortung dieser 50% illegalen Anschlüsse würde man schon damit, ohne jede Erhöhung der Preise, einen Einnahmezuwachs von 100% erzielen. Wir kamen uns deshalb sogar noch in die Haare, aber ich ließ dann von ihm ab, weil dies ohnehin keinen Sinn hätte, auf dieser Basis weiterzudiskutieren. Jedenfalls entließ ich ihn aus der Unterhaltung, daß auch er als einer der maßgebenden Leute im Direktorium der ESSAP eine Mitschuld hätte und damit die Verpflichtung, das Beste zu tun für seine Firma, um solche unnötigen Verluste zu vermeiden. Mit ist auch zufällig bekannt, daß gerade in den Vierteln der wohlhabenden Bevökerung wie z.B. Villa Morra und auch in anderen ähnlichen Barrios fast alle privaten Schwimmbäder aus einem illegalen Anschluß gespeist werden. Da gibt es einen legalen Anschluß für das Haus (für Küche, WC usw.usw.usw.), und der illegale Anschluß ist dann für den Pool und für den riesigen Garten, der ja auch ständig gegossen werden muß, und in welchem oftmals zu gleicher Zeit bis zu 6 Gärtner arbeiten, Rasen sprengen und Blumen giessen. Dieses Wasser ist dann natürlich gratis.

  4. da gibt es nur eines, wenn irgend möglich, lasst euch einen tiefbrunnen bohren, dann ist schluss mit dieser abzockerei.

    1. Diesen Entschluss habe ich schon vor Jahren umgesetzt.
      Da kommt nun auch Trinkwasser heraus. Die Anschaffung ist eine einmalige Ausgabe, und die „Produktionskosten“ (Strom für die Pumpen) sind geringer als ESSAP-Wasser, welches meistens doch kein „Trinkwasser“ im herkömmlichen Sinne ist.

      1. absolut die beste investition die man machen kann. mein wasser aus dem tiefbrunnen hat die beste qualität
        die man haben kann, möchte mit niemanden tauschen. das wasser in sanber von essap ist der graus, wie man sowas trinken kann ist mir unverständlich. hatte einmal eine probe davon und musste mich fast übergeben, und für sowas auch noch zu zahlen find ich persönlich eine frechheit.

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