Wer ist Anuncio Giesbrecht?

Anuncio Giesbrecht wurde am vergangenen Sonntag zum Spitzenkandidaten der Colorados für das Bürgermeisteramt in Loma Plata gewählt. Der Indigene gehört zur Etnie Enlhet Norte und setzte sich überraschenderweise gegen den Mitbewerber Herbert Funk durch, letzterer wurde von der die Wirtschaft im Ort dominierenden Kooperative Chortitzer unterstützt, was die Wahlentscheidung noch überraschender macht.

Das Leben in der Zone ist in kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht durch die Mennoniten geprägt, hier muss zwischen mennonitischen Glaubensgemeinschaften, von denen es nach Auskunft eines Pastors etwa 17 verschiedene Gruppen in Paraguay gibt, und deren Nachfahren, die nicht mehr nach dem Glaubensvorbild ihrer Vorväter leben unterschieden werden. Die meisten Mennoniten kamen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ins Land.

Heute spricht man oft von Mennoniten, auch wenn es sich um Bürger mennonitscher Abstammung handelt. Ein blonder junger Mann entgegnete dem Schreiber dieser Zeilen einmal auf die Frage, ob er Mennonit sei, vehement: „Nein, ich bin Paraguayer, meine Großeltern waren Mennoniten“.

Anuncio Giesbrecht kam zu seinem deutschen Nachnamen da sein damals 11-jähriger Großvater, dessen Eltern beide im Chacokrieg (1932-1935) zwischen Bolivien und Paraguay erschossen wurden, von deutschstämmigen Mennoniten adoptiert wurde.

Eigentlich wollte er gar nicht für das Bürgermeisteramt kandidieren, sondern lediglich als Vorsitzender der Colorado-Sektion 449 von Loma Plata, zu dem er auch gewählt wurde. Später bei der Suche nach einem Bürgermeisterkandidaten sei dann die Wahl erneut auf ihn gefallen, berichtet er.

Es sei ein wenig schwer gefallen als Kandidat auf eine Wahlliste zu gelangen, die Bewegung von Óscar Tuma (Liste 4) habe ihn schließlich akzeptiert. Diskriminierung sei immer noch latent im Chaco, sagte er, es gehört zu seinen persönlichen Zielen dies zu ändern. Zur Zeit sei kein einziger Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung indigener Herkunft.

Seine Wähler stammen zu 80% aus indigenen Gemeinschaften, schätzt er. Dazu kommen eine Reihe paraguayische Latinos (latinos paraguayos) und schließlich auch Mennoniten, die ebenfalls logistische und wirtschaftliche Unterstützung leisteten.

Quelle: Última Hora

Der Zweck dieses Dienstes ist die Wertsteigerung der Nachrichten und um einen flüssigeren Kontakt zu den Lesern zu etablieren. Kommentare sollten an das Thema des Artikels angepasst werden. Die Kommentatoren sind ausschließlich für den Inhalt verantwortlich, der sachlich und klar sein sollte. Schimpfwörter und persönliche Beleidigungen sowie Rassismus werden nicht geduldet.

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.