Wie die paraguayische Post funktioniert

Asunción: Die paraguayische Post ist nicht nur seit Beginn der Pandemie eine desolate und politisierte Einrichtung, die mehr daran interessiert ist Parteifreunde unterzubringen, als nützlich zu sein. Doch hin und wieder klappt es auch ganz gut.

Briefe nach Paraguay senden kann klappen, hat jedoch während der Pandemie für monatelange Verzögerung gesorgt, da alle Postämter bis Ende Juli geschlossen waren und je nach Stadt weiterhin nicht wirklich funktionieren. Nach Deutschland bzw. Europa Briefe zu schicken beschränkt sich in letzter zeit auch nur auf das DHL Büro auf der Avenida General Santos, wo Express Umschläge mit 85 Euro zwar in drei bis vier Tagen weltweit zugestellt werden aber eben viel zu teuer sind, um den Service regelmäßig zu nutzen.

Werden Pakete beispielsweise von der deutschen Post aus nach Paraguay geschickt, muss man zwischen Paketen bis 2 Kg und bis zu 10 kg unterscheiden. Für die leichtere Variante gibt es keine Nachverfolgung und wenn einmal angekommen, kann man diese auf der Hauptpost im Zentrum abholen. Die schwerere Variante kann nachverfolgt werden und muss im Centro de Encomiendas – Paketzentrum – auf der Avenida Artigas abgeholt werden. Einmal im Wartebereich angekommen, meint man die Zeit wäre stehengeblieben. Spätestens wenn man das Paket in Empfang nimmt wird man um die Zahlung von 5.000 Guaranies gebeten, die der erste Zustellhinweis vom Briefträger kostet, ungeachtet dessen, ob der den Hinweis zugestellt hat oder nicht. Ein Paket mit bis zu 10 kg nach Paraguay zu versenden kostet aus Deutschland 63 Euro, was in Anbetracht der Preise für Import aus den USA weitaus günstiger ist. Die Lieferzeit liegt im Durchschnitt bei 4 Wochen.

Pakete kommen heutzutage eigentlich nicht mehr weg, sie kommen manchmal nur nicht an. Vor zwei Monaten wurde ein Paket mit 10 Kg versendet. Als die Mitarbeiter der Paketzentrums den Empfänger über einen Vorfall informierten, war dem noch nicht klar was das bedeutete. Der Karton wurde nass und löste sich auf während laut Waage und Packliste der ganze Inhalt noch komplett war. In solchen Fällen kann man beim Abholen auch auf einen Karton verzichten.

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12 Kommentare zu “Wie die paraguayische Post funktioniert

  1. Es gibt in Paraguay mindestens 4 ausgemachte „Saftläden“: 1. ANDE 2. ESSAP 3. COPACO 4. CORRERO PARAGUAY. Nicht nur, daß einem sich der Eindruck aufdrängt, hier würde man lediglich IIa-Personal einsetzen, manche sind überhaupt nicht richtig ansprechbar weil sie wirklich von NICHTS eine Ahnung haben, fühlen sich meist belästigt wenn man etwas von ihnen will und dämmern eher vor sich hin in Erwartung des hoffentlich bald eintretenden Feierabends. Man betrachte nur mal ihren Arbeitseifer. Alles geht sehr langsam und bedächtig vor sich, beinahe im Zeitlupentempo. Ich habe wiederholt in einer COPACO – Zweigstelle erlebt, wie dort immer der gleiche, übergewichtige und unheimlich wichtige Mitarbeiter am hellen Tag vor sich hin pennte. Er machte auf mich den Eindruck, als ob er einen zu viel über den Durst getrunken hätte. Das ist doch der helle Wahnsinn! Zur Ehrenrettung so mancher Mitarbeiter sei jedoch erwähnt, es gibt auch sehr freundliche und zuvorkommende Mitarbeiter, aber eher als Ausnahme. Diese Staatsbetriebe gleichen einer wundersamen Geldverbrennungsmaschine, bzw. einer Ausbeutergesellschaft auf dem Rücken der Bürger. Den einzigen Nutzen, den viele von den überflüssig vielen „Fachkräften“ vielleicht erbringen, besteht wohl nur darin, am nächsten Wahltag die „richtige“, rote Partei zu wählen. Egal was es den Staat kostet und wenn alles den Bach runter geht.

  2. Nun, das ist aber sehr großzügig geschrieben. Vor gut drei Jahren, hat mal ein Paket hier hin nur 16 Tage gedauert. Aktuell sind es gut und gerne 6 Wochen, wenn man Glück hat. Im vergangenen Jahr ist schon einmal ein Paket nach 11 Monaten angekommen. Wenn man die „armen Leute“ von der Post sieht, könnte man ja geneigt sein, ein Spendenkonto einzurichten, da es ihnen ja so schlecht geht und sie vor lauter schwäche keiner geregelten Arbeit nachgehen können.

  3. Mein spitzenwert lag bei 12 Tagen von Deutschland bis in eine Departmentshauptstadt, wo ich das Paket heil abgeholt habe.
    Mein langsamster Brief dauerte 18 Monate….
    Aber bis jetzt habe ich viele Pakete erhalten und nicht eines ist weggekommen.
    Ich habe aber auch schon in der letzten Woche ein Paket mit mehr als 10 Kg erhalten, heil und unversehrt, geliefert an die Post der Departmentshauptstadt, wie vom Absender auf das Paket geschriben – also alles OK. Es war zwar fast 8 Wochen unterwegs – doch das war nicht die Schuld der Post hier.
    Und DHL gibt es auch im Paseo La Galeria, in der Tiefgarage, umständlich zu erreichen, aber gleich mit Parkplatz in der Nähe und besser als die Zentrale.

  4. Moyses Comte de Saint-Gilles

    Nicht nur die gefeierten Qualitaetsdienstleistungen der „Royal Paraguayan Post“ sind in Gefahr von neuen Technologien ueberrumpelt zu werden so dass solche Saurier vollends ueberfluessig werden, sondern auch der Exportschlager Paraguays: das Rindfleisch.
    https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/fleisch-aus-dem-labor-wir-brauchen-alternativen-die-keinerlei-verzicht-bedeuten/ar-BB1c4kqg?ocid=msedgdhp
    „Anfang Dezember hat Singapur als erster Staat weltweit »In-Vitro-Fleisch« zugelassen. Der Wirtschafts- und Ethikexperte Nick Lin-Hi sagt, warum er den Ansatz für vielversprechend hält.
    Ungefähr ein Drittel aller menschengemachten Treibhausgasemissionen entstehen im Ernährungssektor, rund die Hälfte davon entfällt auf die Fleischproduktion. Die Begeisterung über vegetarische Burger-Patties im vergangenen Jahr war der erste Schritt klarzumachen, dass es Produkte jenseits des klassischen Fleisches gibt, die sehr ähnlich aussehen und schmecken. Sie können die Nachfrage des klassischen Fleischkonsumenten aber nicht gänzlich bedienen. Der Fleischkonsum nimmt global weiter zu.
    Wir unterschätzen, wie schnell der technologische Fortschritt sein kann. In den vergangenen sieben Jahren ist der Preis für ein In-Vitro-Patty auf etwa zehn Euro gesunken. Das ist immer noch zu viel für den Massenmarkt, aber mit größeren Produktionsvolumina und verbesserter Technologie wird der Preis in absehbarer Zeit konkurrenzfähig sein. Ich rechne sogar damit, dass Laborfleisch langfristig günstiger sein wird als herkömmliches Fleisch. Es könnte schon in zehn Jahren das Fleisch im Discounter verdrängen, ganz einfach, weil es billiger ist.
    Beim kultivierten Fleisch ist die Wertschöpfungskette viel kürzer. Fast alle Schritte finden in einem Bioreaktor statt. Es werden Zellen von einem lebenden Tier zusammen mit Nährstoffen hineingegeben und vermehren sich unter kontrollierten Bedingungen. Fertig. Die klassische Fleischproduktion fängt bei der Zucht an, dann müssen die Tiere gemästet werden. Dafür braucht es Futter, das oft in Südamerika angebaut wird und erst nach Europa transportiert werden muss. Dann kommen die Tiere zum Schlachter und müssen zerlegt werden. Da hängt eine komplexe Logistik dran.
    SPIEGEL: Die Produktion im Bioreaktor braucht auch wertvolle Ressourcen. Die Stoffe, die die tierischen Zellen zum Wachstum anregen, werden aus dem Herzen lebender Kälberföten gewonnen. Das ist für die Produktion im großen Maßstab wohl kaum eine geeignete Alternative.

    Lin-Hi: Das fötale Kälberserum zu ersetzen, ist der Schlüsselfaktor für die Produktion von konkurrenzfähigem In-Vitro-Fleisch. Es gibt zwei Probleme mit dem Stoff: Zum einen passt sein Einsatz nicht zum Ziel, Tierleid abzuwenden. Der zweite Punkt ist: Fötales Kälberserum ist unheimlich teuer und maßgeblich für die hohen Preise von In-Vitro-Fleisch verantwortlich. Das schafft die richtigen Anreize: Der Hersteller, dem es als Erstes gelingt, das Serum zu ersetzen, hat einen riesigen Wettbewerbsvorteil.
    SPIEGEL: Würden Sie die gerade zugelassenen Chicken-Nuggets essen?

    Lin-Hi: Ich würde sie sofort probieren. Gerade versuche ich für die Zeit nach der Corona-Pandemie einen Platz in einem Restaurant in Israel zu bekommen, das Burger mit In-Vitro-Hähnchen anbietet. Das Produkt ist offiziell noch nicht zugelassen, aber man kann sich in dem Laden für einen Platz bewerben, um es zu probieren. Ich stelle es mir absolut faszinierend vor, ein Stück Fleisch zu essen und zu wissen, dass dafür kein Tier sterben musste und ich das Klima nicht ruiniere.“
    Also, wer als Viehzuechter in 10 Jahren noch nicht reich geworden ist und ausgesorgt hat, der wird es auch nie mehr. Fruehestens dann ist der Viehwaggon abgefahren. In 25 Jahren duerfte Laborfleisch die herkoemmliche Viehzucht gaenzlich ersetzt haben.

  5. In DÖCH, wessen Briefporto nicht höher ist, wird einem die Post gar noch in den Briefkasten gebracht. Im Lande unbeschränkter Bescheutert- und Faulheit wird man höchstens mittels SMS anvisiert und muss dann noch 2 mil bezahlen, für das SMS. Danke. Nur kostet eine SMS nur 500 GS.
    Im Übrigen kommen die Pakete schon früh an, doch werden die erst einmal mit nach Hause genommen. Könnte ja was Brenn-, parond, Brauchbares drinne sein. Falls sich dann nach Monaten doch noch jemand meldet, der ein Paket erwartet, ist es natürlich nicht auffindbar. Nach ein paar Tagen und etwas feuchter Windeln, die nach Gebrauch nur noch bedingt zum Anfackeln des Hausmülls zu gebrauchen sind, ist das Paket dann doch plötzlich wieder aufgetaucht.

  6. @Standgebläse
    Sie schreiben gequirle Kacke.
    Im Laufe der Jahre bekam ich schon sehr viele Pakete aus dem Ausland zugeschickt.
    Zugegeben, manchmal dauerte es (sehr) lange, bis sie bei „meiner“ Poststelle ankamen.
    Aber sie sind ALLE angekommen und NIE fehlte auch nur die kleinste Kleinigkeit.
    Selbst wenn der Karton aufgerissen war und der Inhalt in eine Plastiktüte umgepackt worden war.
    Und da waren sehr oft Dinge drin, die nicht nur die Postangestellten hätten gut brauchen können.
    Die Angestellten in unserer Poststelle sind zwar auch teilweise ahnungslos, aber immer bemüht und freundlich.
    Und dann gibt es noch die kompetente Dame, die auch mal in Asunción nachfragt, ob da nicht „zufällig“ irgendwo ein Paket herumsteht, das dann meist nur wenige Tage später dann auch plötzlich ankommt.
    Übrigens werden seit einigen Jahren auch 20-kg-Pakete zu den Postämtern weitertransportiert.
    Die Absender müssen nur die entsprechende Stadt aufs Paket schreiben.

    1. Ja, das mag sein, dass Sie Ihre Erfahrungen gemacht haben. Ich schreibe über die Erfahrungen, die wir gemacht haben. Und die waren halt nun mal so wie oben beschrieben. Ich meine, wenn in D. das Porto gleich hoch ist, dir der Pöstler aber die Post bis auf den höchsten Berg Deutschland persönlich nach Hause bringt und hierzualnde nicht, dann kann man schon von Faulheit sprechen. Und weiter, doch, Pakete nicht auffindbar, nach ein paar Tagen plötzlich aufgetaucht. Ok, ich habe nicht gefilmt, würde auch nichts bringen, könnte die Videos auch nicht hier ins Forum laden. Ebensowenig wie Gestanks- und Huddigägeli-120-dB Kindergartemusik-Proben. Sicherlich kommt es darauf an, wo man im Pargauy lebt, es ist nicht überall gleich. Ich nehme aber an, das man auch im Moloch Asuncion persönlich einen halben Tag dafür aufwenden kann um Fila zu stehen, damit man die Post abholen kann. Klar, verweisen immer auf die Cajita Postillo oder wie der ScheiB heißt, was aber auch nur um so mehr beweist, dass die ihren fetten Allerwertesten höchstens zu diesem Postfach bewegen. Ich meine, in Westchina kostet eine Briefsendung (Brief comun) ca. 1 Dollar, wird dir überall hin gebracht. Hier müsste das Porto innerhalb ganz Paragauys aufgrund Faul- und Beschränktheit ca. 10 Cents kosten.
      Ich habe nichts dagegen, wenn Sie mit hiesig Postservice zufrieden sind. Mir persönlich kommt es eher vor wie ein riesiger Kindergartenpostverein.

      1. Und… Welch ein Zufall. Nach drei Tagen: «No, no se encuentra los paquetes», kam dann ein iTelefon, dass sie ZUFÄLLIGERWEISE aufgetaucht wären. Ok, das mit dem „zufälligerweise“ habens nicht besonders betont. Ich bin ja schon ein wenig blöd. Aber soo blöd nun wieder auch nicht. Und schon gar nicht so wie ein Buendeducado.

  7. nuja, die ANDE ist auch so ein Thema für sich. Zähler wurde neu eingebaut. Er war Fehlerhaft, lief etwas mehr, als das Doppelte. Nach fünf Besuchen in deren Büro hat man unter Beihilfe eines Anwalts den Zähler nach gut 5 Monaten gewechselt. Obwohl der neue Zähler jetzt richtig zählt, musste ich den hohen Verbrauch trotzdem zahlen, da ich mich anfänglich geweigert habe, hat man mir mit Abschaltung und der Incop gedroht.

  8. Auch ohne Corona ist die Paraguayischer Post unfähig. Juli 2013 habe ich 4 Postkarten nach Österreich gesendet, aus irgendeinem Grund habe ich das alles fotografiert (die Prozedur wie das abläuft). Bis heute sind die Postkarten nicht angekommen. Die Post jammert, wird immer teurer mit der Begründung das die Leute immer mehr über Internet korrespondieren, aber können nicht einfache Aufträge erfüllen. Es kann doch nicht sein, dass ein so schönes Land wie Paraguay mit so fröhlichen Einheimischen durch DIVERSE (mehrere) Institutionen so in Verruf kommt.

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