Wie man die Fäden im Hintergrund zieht

Asunción: Eine parlamentarische Kommission ist Messers Geschäften auf der Spur. Seit Anfang an war Sergio Godoy dabei, ein Vertrauter Cartes’, der nun die Untersuchungen stoppen will. Genau dass vermuteten alle von ihm.

Ein Senator aus Cartes’ direktem Umfeld, der Messer zudem persönlich kennt und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen ihn in Schutz nimmt ist bei einer Untersuchung mehr an der Einhaltung der Regeln als an einem Ergebnis interessiert. Doch gestern kam es zur Konfrontation. Kollege Friedmann sagte: „Hören wir auf uns selbst zu verarschen. Sollen sie es sagen, die die Messer-Kommission zerstören wollen, damit man nicht weiter gegen ihren Chef ermittelt“ in Bezug auf Senator Sergio Godoy (Honor Colorado).

Godoy geht der Ermittlungswille der Kommission zu weit und sieht darin staatsanwaltschaftliche Untersuchungen. Jetzt, wo es noch sein kann, dass Ex Präsident Cartes vorgeladen wird, versucht er die Kommission von inne heraus zu bremsen. Er will eine Verfassungsklage dagegen einreichen. Da er anscheinend an Ergebnissen nicht interessiert ist, zumindest keinen die Cartes oder Messer schaden werden neue Verbindungen bekannt, die bis dato unsichtbar blieben.

Die Banco Basa, auf der Messers Millionen lagen und über die die Summen bewegt wurden, ist Eigentum von Horacio Cartes. Der stellte den Ex-Präsident der paraguayischen Zentralbank, Carlos Fernández Valdovinos, nach seinem Ausscheiden als neuen Vorstandsvorsitzenden seines Geldhauses ein. Aus ethischen Gründen hätte ein gewisser Zeitraum liegen zwischen der Anstellung auf einem so hohen Posten beim Staat und einer Anstellung beim ehemaligen Staatschef liegen sollen. Auch Santiago Peña, Ex Finanzminister, wurde umgehend danach in den Banco Basa Vorstand gerufen und arbeitet da weiterhin. Er musste zudem vor der Messer Kommission aussagen, wo er alle Fakten als irrelevant abtat.

Aber auch Lea Gimenez, die letzte Finanzministerin der Cartes Regierung hat schon einen Platz sicher bei Cartes neuem Wertpapierhändler Puente. Ihr zuvor gekommen war Óscar Boidanich, der als Vorsitzender des Sekretariats zur Vorbeugung von Geldwäsche (Seprelad) schlechteste Arbeit leistete, da er Messers Millionenbewegungen trotz offizieller Warnungen unbeachtet ließ. Auch er sagte vor der Messer Kommission aus, dass er daran keine Schuld trage und Banken immer Berichte zu vermutlicher Geldwäsche verfassen und man nicht alle ernst nehmen kann. Er ist ebenfalls seit wenigen Monaten bei bei der Banco Basa angestellt.

Wochenblatt / Abc Color / 5días

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6 Kommentare zu “Wie man die Fäden im Hintergrund zieht

  1. Was spricht eigentlich dagegen, die Gelder des „ehrenwerten“ Herrn Messer auf der Banco Basa, bzw. seine Staatsanleihen sofort zu beschlagnahmen? Zumindest doch so lange, bis eine endgültiges Gerichtsurteil über die Machenschaften der Herrn vorliegt. Und natürlich sollten alle Verbindungen zwischen Cartes und Messer restlos aufgeklärt werden, dazu die Querverbindungen zu diverser Amigos. Nun wird ja auch immer deutlicher, warum Cartes so viel Wert darauf legte, unbedingt Senator zu werden. Er benötigt dringend den Schutz der Immunität um noch ruhig leben zu können.

    1. Über den „ehrenwerten“ Herrn Messer gibt es so viel ich weiß ein Gerichtsurteil aus Brasilien: International gesuchter Geldwäscher und sonst noch ein paar kriminellen Machenschaften. Vielleicht täusche ich mich auch und er wird dessen nur beschuldigt.

  2. da gibt es nur eines: die ganze bande sofort ab in den knast inklusive cartes und das ganze vermögen dieser herrschaften vom staat eingezogen. ich denke zur zeit strössners hätte man mit dieser bande kurzen prozess gemacht, was eigentlich auch nicht schade wäre.

    1. Sie vergessen dabei aber Eines: Stroessner war auch nicht besser! Er war ein Diktator und all seine Hofschranzen konnten sich in Paraguay erlauben was sie wollten. Die Korruption unter Stroessner und seinen Amigos war enorm. Seine Militärs durften sich nehmen was sie wollten, nur nicht dabei erwischen lassen. Ich kenne genug große, wunderschöne Grundstücke im Raum Valenzuela-Itacurubi die verdienten Militärs von Stroessner geschenkt wurden, nachdem man sie zuvor einfach den Eigentümern weg genommen hatte. Und wehe der rechtmäßige Eigentümer hätte dagegen protestiert. Es hätte nicht lange gedauert und er hätte sich in den Folterkellern und Gefängnissen Stroessners wiedergefunden – im schlimmsten Fall warf man ihn einfach über dem Chaco aus dem Flugzeug. In der Zeit Stroessners gab es in PY beinahe kein ordentlich zugelassenes Auto. Die meisten Fahrzeuge waren im Ausland geklaut und das war auch bekannt. Also hören Sie auf die Ära Stroessners zu verherrlichen. Gut ging es in dieser Zeit nur seinen Anhängern und Amigos. Der Rest hatte zu kuschen. Die Kriminalität war freilich viel geringer als heute – aber das hatte auch seinen Preis. Was in diesem Lande damals und heute schief lief/läuft hat weniger mit der Regierungsform zu tun, sondern mehr mit der Kultur und Mentalität.

  3. Die Banco Basa gehört dem Ex-Präsidenten Cartes, wie auch die Börse, an der die Bank Wertpapiere gekauft hat, Monate nachdem dessen Seelenbruder Herr Messer als international gesuchter Geldwäscher ausgeschrieben ist.
    Senator Sergio Godoy will die Untersuchung verhindern, Ex-Finanzminister Santiago Peña, Ex-Präsident der paraguayischen Zentralbank Carlos Fernández Valdovinos, Ex-Finanzministerin Lea Gimenez, Ex-Vorsiztender der Seprelad der Óscar Boidanich, alle bei Ex-Präsidenten Cartes angestellt.
    Hier gibt es eben noch Zufälle! Das nennt man noch wahre Amigowirtschaft. Auf keinen Fall sollte man überprüfen, ob die Besitztümer dieser Damen und Herren mit ihrem Einkommen übereinstimmen können!

    1. Wahre Amigowirtschaft nein das ist es nicht.
      Das ist eine Kriminelle Vereinigung, organisierte Kriminalität, die paraguayische Version der Ndrangheta.
      Sofort alle Einsacken und ins Hochsicherheitsgefängnis.
      Jeder Gs,jeder $, jeder € für den kein Nachweis ist einziehen, Paraguay ist bald schulden frei!

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