Wie sich die Straßenpolizei vor Korruption schützt

Asunción: Auch wenn es einigen nicht gefallen mag, die Zeiten ändern sich, auch hier in Paraguay. Der Straßenpolizei, die Patrulla Caminera, wird es unmöglich gemacht Schmiergeld anzunehmen. Intelligente Technik hilft dabei.

Seit wenigen Wochen haben die Kontrollposten der Straßenpolizei ein Handheld in ihrem Besitz, ein Gerät, welches einem Mobiltelefon ähnelt. Nachdem die Ausweisnummer des Kontrollierten im Gerät eingegeben wurde, wird in der Zentrale registriert, dass diese Person sich an dem bestimmten Kontrollpunkt befindet. Wenn dann beispielsweise offene Bußgelder aus der Vergangenheit ans Tageslicht kommen, ist es den Kontrolleuren nicht möglich darüber hinwegzusehen.

Außer bezahlen, bleibt den Fahrern nur übrig das Fahrzeug stehen zu lassen und das Geld zu besorgen.
Wenn jetzt die Frage aufkommen sollte, wie es zu alten und unbezahlten Bußgeldern kommen konnte, dann wird gern auf die große Anzahl von Fahrern hingewiesen, die in der Vergangenheit ihre Steuerkarte (Habilitación) als verloren gemeldet haben, um eine neue zu bekommen. Dies war meist günstiger als die Bußgelder zu zahlen.

Auch wenn die technische Neuerung nicht aktuelle Verkehrsvergehen und deren Umgang damit kontrollieren kann, ist zumindest eine Aufarbeitung der vergangenen 10 bis 12 Jahre möglich. Aus diesen Jahren wurden manuell ausgestellte Strafzettel, die nicht bezahlt wurden, digitalisiert.

Wochenblatt / Patrulla Caminera

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4 Kommentare zu “Wie sich die Straßenpolizei vor Korruption schützt

  1. und was passiert wenn „die Ausweisnummer des Kontrollierten NICHT im Gerät eingegeben wird“? Könnte ja sein, wenn der Fahrer dies wünscht und der Verkehrspolizist den Wunsch ausführt .. dann versagt wohl die intelligente Technik 😉 .. und beide sind glücklich, Fahrer und Verkehrspolizist 🙂

  2. Nachdem ich im Rahmen meiner ersten Fahrt in Paraguay mit einem Mietwagen von der Verkehrspolizei angehalten wurde, hätte ich mir sehr einen bloßen Strafzettel gewünscht, allerdings wollte der Verkehrspolizist lieber 300 US-Dollar von mir kassieren. Über diese verfügte ich nicht, also führte er mich nach längerer Warterei (ich könne erst weiterfahren, wenn ich zahlte) schließlich hinter das Gebäude auf der anderen Straßenseite und nahm mir ab, was ich an Geld in der Tasche hatte – zum Glück „nur“ 150.000 Gs. Auffällig war, dass er mich mehrmals danach fragte, ob im Auto eine Überwachungskamera installiert sei. Übrigens wurden von mir und den Mitfahrern Fotos geschossen, die der Verkehrspolizist sogleich über WhatsApp weiterleitete. Sonderlich professionell ist das Vorgehen der Verkehrspolizei, die sich in meinen Augen nicht sonderlich von Räubern unterscheidet, nicht.

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