Wieso werden in Paraguay Lebensmittel mit der Marke Mickey verkauft?

Asunción: Produkte wie Staubzucker, Reis und Semmelmehl sind nur einige aus der Palette der paraguayischen Marke Mickey S.R.L. Doch wie kam es dazu und ist das nicht Markenfälschung?

Das Unternehmen Mickey S.R.L. gewann vor nunmehr 27 Jahren eine Klage, die Walt Disney anstrengte, damit die es unterlassen den Name zu benutzen. In drei Instanzen setzten sie dich durch. Der Oberste Gerichtshof bestätigte das Urteil mit dem Hinweis, dass der italienische Einwanderer und Unternehmensgründer Pascual Blasco, die Marke 1935 in Paraguay registrierte und Mickey S.R.L. nur im Lebensmittelsegment tätig ist und somit nicht mit dem Unterhaltungsriese verwechselt werden kann.

Pascual Blasco, der Mickey frühzeitig registrieren ließ, eröffnete zuerst ein Obst- und Gemüsehandel auf der Straße Palma. Im Jahr 1960 wurde daraus eine Eisdiele und Backstube. Als die Eigentümer zu alt wurden, schloss man das Geschäft, da die Kinder in anderen Bereichen tätig waren. Rund 5 Jahre nach der Schließung begann Roque Blasco auf die Idee Lebensmittel zu verpacken und zu verkaufen und gründete die Mickey S.R.L. Seit mehr als 50 Jahren ist man nun damit beschäftigt und konnte sich dank einiger Zugeständnisse gegen den Medienmogul durchsetzen. Außerhalb Paraguays darf die Firma ihre Produkte beispielsweise nicht unter diesem Namen verkaufen.

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4 Kommentare zu “Wieso werden in Paraguay Lebensmittel mit der Marke Mickey verkauft?

  1. Interessant das mal zu wissen. Habe mich schon immer gefragt, wieso die den Namen Mickey führen dürfen, ist doch gerade der Disney-Konzern extrem klagewütig, was solche Sachen angeht.

  2. Unternehmensgründer Pascual Blasco hat die Marke 1935 in Paraguay registriert und die Mickey S.R.L. gegründet. Passt irgendwie zu Schildbürgern wie ich finde. Aber den auf dem Foto abgebildete Mickey Mouse dürfen sie ganz bestimmt nicht im Logo tragen.

  3. Moyses Comte de Saint-Gilles sur Ludersac

    Mickey Mouse wurde 1930 wohl patentiert. Prompt patentierte wohl Blasco im analogen Zeitalter (verminderte Informationsgeschwindigkeit) die Mickey Maus in Paraguay 1935. Da ist wohl jemand ein Fan gewesen.
    Das Urheberrecht fuer Mickey laeuft im Jahre 2047 ab weil sie sich das Patent verlaengern liessen.
    Ansonsten leben ja bekanntlich in Paraguay regelmaessig die Toten auf, nicht zur Zeit der Heimsuchung“, sondern zur Zeit der Wahlen. Zudem ist es ja nichts neues rueckwirkend Patente anzumelden mit zurueckverlegtem Datum und Tote unterzeichnen in Paraguay auch meist freudig Dokumente und Urkunden.
    Bekanntlich ist ja in Ciudad del Este die Rechenmaschine als paraguayische Erfindung patentiert – und die Japsen waren dann so frech und stahlen anstandslos den Paraguayern die Rechenmaschinentechnologie. Fehlt nur noch dass fuer jeden PC ein kleines Entgeld beim Import vom Zoll kassiert wird als Royalty fuer den Patenthalter der Rechenmaschine in Ciudad del Este – denn der PC heisst ja auf Deutsch „Rechner“ und rechnet auch. Fehlt nur noch dass man Gottvater selber Patentgelder abkassieren wollte, sollte der Paraguay unverhoffs in Engelsgestalt besuchen und da was von Amazon USA bestellen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Copyright_Term_Extension_Act
    „Der Copyright Term Extension Act (Gesetz zur Verlängerung des Urheberrechtsschutzes) von 1998, auch bekannt als der Sonny Bono Copyright Term Extension Act oder das Micky-Maus-Schutzgesetz, verlängerte die Schutzdauer des Urheberrechts in den USA um 20 Jahre.
    Vor dem Gesetz war das Urheberrecht an einem Werk bis zu 50 Jahre nach dem Tod des Autors geschützt, bevor es in die Gemeinfreiheit (Public Domain) überging. Nach Inkrafttreten des Gesetzes wird das Urheberrecht bis 70 Jahre nach dem Tod des Autors geschützt, während die Urheberrechte für Werke im Eigentum eines Unternehmens zwischen 75 und 95 Jahre geschützt werden. Das Gesetz hat Wirkung auch für Werke, die vor dem 1. Januar 1978 veröffentlicht wurden. Auch deren Schutzdauer verlängert sich um 20 Jahre.
    Mit diesem Gesetz wurde das Übergehen dieser älteren Werke, für die nach den alten Regeln ein kürzerer Urheberrechtsschutz bestand, in das Public Domain effektiv „eingefroren“. Somit gingen unter diesen neuen Regeln keine Werke, die ab 1923 veröffentlicht wurden und deren Schutz 1998 noch nicht abgelaufen war, vor 2019 in das Public Domain über. Im Gegensatz zur europäischen Gesetzgebung zur Urheberrechtsverlängerung ließ der Copyright Term Extension Act keine Urheberrechte wiederaufleben, die bereits abgelaufen waren.“.
    Mickey Maus wurde 1930 patentiert.
    „Disney hatte schon bei der Vermarktung des glücklichen Hasen erste Erfahrungen damit gemacht, eine Figur als Marke aufzubauen; bei Micky wurde das Merchandising zu einem enormen Geschäft. 1930 erschien das erste Lizenzprodukt: gegen eine Gebühr von 300 Dollar durfte ein Unternehmen Schulmappen mit der Maus bedrucken. Drei Jahre später war die Markenmacht so gewachsen, dass sie ein ganzes Unternehmen retten konnte. Die Uhrenfabrik Ingersoll-Waterbury widerstand der sicher drohenden Pleite dank der Lizenz zur Produktion von Micky-Maus-Uhren. Innerhalb weniger Jahre verdiente Disney mit solchen Geschäften Millionen. Neben diesen wirkte Micky in zahlreichen Videospielen mit…“.
    „Nach den ursprünglichen gesetzlichen Regelungen der USA wäre Mickey Mouse heute kein urheberrechtlich geschütztes Werk mehr. Die Verlängerung des Schutzes wurde jedoch durch eine Gesetzesänderung ermöglicht, den sogenannten Sonny Bono Copyright Term Extension Act.“.

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