Wo ein Wille, da ein Weg

Encarnación: Eine junge Frau, Mutter eines zweijährigen Sohnes, schaffte es, ihre Universitätskarriere zu beenden. Trotz aller Schwierigkeiten, die ihr begegneten.

Mabel Cáceres, 24, ist die Tochter von María Angélica Cardozo und Cirilo Cáceres, mit der sie seit mehr als sieben Jahren in Itá Paso, im Departement von Itapúa lebt.

Ihre Mutter verkauft schon über 25 Jahre lang Früchte und ist bereits bei den Einwohnern von Encarnación sehr bekannt.

Cáceres berichtete, ihr Vater habe ihr geraten, Bingo-Scheine zu verkaufen, um die Kosten an der Universität decken zu können. „Zuerst habe ich mich geschämt, dann hatte ich Angst, aber ich fing an zu verkaufen und war auf einmal einer der besten in dem Bereich der Bingo-Verkäufer“, sagte sie lachend.

Um ihr Studium zu finanzieren, stand Cáceres jeden Samstag und Sonntag an der Ampel auf der Fernstraße 1 “Mariscal Francisco Solano López“ in der Stadt Encarnación.

„Ich war immer dort und verkaufte die Bingo-Scheine, es gab keinen Regen oder Hunger. Ich musste arbeiten, um meine Studien zu beenden“, sagte sie und fügte an, dass sie ihre Universitätslaufbahn zur Radiologiefachfrau in fünf Jahren beendet habe. Ein Jahr setzte Cáceres aus, als sie mit ihrem Sohn Mateo Daniel schwanger war.

Die junge Frau musste einen Kredit in Höhe von 5.000.000 Guaranis für ihre Dissertation, Bücher und weitere Lehrmittel bei einer Bank beantragen. Sie zahlt ihn in monatlichen Raten zurück.

Cáceres berichtete weiter, dass ihr zweijähriger Sohn kein Hindernis bei dem Studium gewesen sei. Dank Mateo Daniel habe sie noch mehr Ansporn gehabt, die Karriere an der Universität zu beenden.

„Dank meinem Sohn und meiner Familie, die mich immer angespornt haben, stand ich an der Ampel, um Bingo-Scheine zu verkaufen. Jetzt habe ich das Diplom in den Händen und darauf bin ich sehr stolz“, sagte sie. Nun hofft Cáceres einen guten Job zu bekommen, um ihrem kleinen Sohn und ihre Eltern unterstützen zu können, für das, was sie ihr gegeben haben.

Wochenblatt / Ultima Hora

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4 Kommentare zu “Wo ein Wille, da ein Weg

  1. Immer wieder ist es mir ein Rätsel festuzstellen, dass es in Paraguay soooo wichtig ist, schwanger zu sein bzw. Kinder zu machen.

    1. Dagegen ist ja nichts einzuwenden, das obige Beispiel ist ja schon erwachsen und wurde dadurch sogar angespornt mehr Lose zu verkaufen und zu studieren.
      Nur ich weiss nicht, ob es dem Kind so gefällt ohne den leiblichen Vater aufzuwachsen.
      Und für das Mädchen sind die Chancen auf dem Heiratsmarkt um einiges gesunken.

      1. Nun ja, vielleicht hat sie das ja auch nur gesagt mit dem Ansporn. In Wahrheit war das eher eine zusätzliche Belastung für sie und ihre Familie. Aber das kann man der Presse natürlich nicht sagen.

  2. Eine Fachkraftgeschichte also oder ist sie alleinerziehende Mutti? Zum Thema ist zu sagen, dass es lediglich darum ginge ob sie jetzt dann einen Job findet und Lohndumping betreibt oder sie trotzdem nichts findet und der Kredit auf halbem Wege dann offen bleibt.
    Wenn die Wirtschaft immer nach Fachkräften schreit, warum muss dann jeder einen Kredit aufnehmen oder der Staat Millionen für die Ausbildung ausgeben? Warum bilden sie die Leute nicht selber aus? Bleibt dann zu wenig Gewinn über?

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