Wo Kellner und Türsteher mehr als Ärzte verdienen

Villa Elisa: Ordonanzen, Reinigungskräfte und Türsteher erhalten in der staatlichen Raffinerie Petropar höhere Löhne als ein Gerichtsmediziner der für die Justiz tätig ist. Dies für den einfachen Bürger erkannte Ungleichgewicht wurde dank der Offenlegung der Angestellten- und Gehaltslisten ersichtlich.

Während der Kellner oder die Putzfrau froh über das hohe Einkommen ist wird einem Forensiker klar, dass er unterbezahlt ist, was nicht unbedingt zur Motivierung beiträgt.

Die Mehrheit der auf der Liste aufgeführten Personen wurde jedoch nur auf einen fiktiven Posten gesetzt, der einzig allein erstellt wurde um Familienmitglieder oder gute Freunde an den „Futtertrog“ zu führen.

Während im privaten Sektor Reinigungskräfte und Kellner niemals mehr als den Mindestlohn bekommen würden, geht die Petropar nicht ganz so sparsam mit ihren Ressourcen um. Obwohl der Staatsbetrieb der Pleite entgegensieht oder ohne Unterstützung schon längst wäre, verpflichtete er wenigstens temporär eine unnötige Anzahl zu extrem überzogenen Gehältern. Schon allein mit dem geregelten Stellenabbau müssten die Preise für Kraftstoffe in den Keller fallen.

Ein Aufpasser bzw. Türsteher erhält bei der Petropar 6.411.232 Guaranies während Kellner zwischen 5.272.166 und 5.756.044 Guaranies bekommen. Ein Arbeitsplatz wie der eines Gerichtsmediziners, der ein spezielles Studium und viel Erfahrung braucht, wird nur mit 4.688.935 Guaranies vergütet.

Reinigungspersonal mit oder ohne Erfahrung erhält bei Petropar mit 4.051.523 Guaranies pro Monat nur unwesentlich weniger als der studierte Mediziner.

Ebenso gibt es Arbeitsstellen bei der Petropar, die absolut unnötig sind. Ob Maurer, Schweißer, Bankgehilfe oder Gärtner, alle haben Monatslöhne von 5,2 bis 7,4 Millionen Guaranies.

(Wochenblatt / Abc)

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15 Kommentare zu “Wo Kellner und Türsteher mehr als Ärzte verdienen

  1. Und so wird es nicht nur in der staatlichen Petropar sein, sondern in allen anderen staatlichen Betrieben ebenso.
    Ein Unding in kürzester Zeit diese unhaltbaren Misstände zu beseitigen.
    Alle Angestellten nach Qualifikationen und Leistungen gerecht zu bezahlen, wäre der erste Schritt den Staatshaushalt zu sanieren.

    1. Und wer europäische Zeitungen fleissig liest, bemerkt nicht ohne Häme, dass die dortigen Linken ganz fest an den Staat glauben.
      (Aus der Sicht der Begünstigten kann ich das ja durchaus nachvollziehen).

      1. Ja, ist Utopie. Man glaubt an einen gerechten Staat, den es aber nirgendwo auf der Welt geben kann, weil immer irgendwelche Interessenssphären berührt werden und ….
        Hat aber mal wieder nichts mit Links oder Rechts zu tun, ist allgemein so.

      2. Tja, lieber Hans. Wenn man sieht wie die korrupten Rechten seit Jahrzehnten Paraguay ausbeuten, muss man natürlich kräftig nach Links austreten. Ich verstehe Dich vollkommen. 😉

          1. Siehst Du mal. Und wenn Du nun auch noch begreifst, das diese Links-/Rechts-Strudelgeschichte nur dazu da ist um die Leute zu verblöden und aufeinander zu hetzen, also uneinig vereint und damit im grossen Handlungsunfähig zu halten, hast Du meinen Respekt sicher.

            Die wirklichen Drahtzieher im kapitalistischen Machtgefüge, also die Oligarchen wie die Quants, Cartes oder Bertelsmänner sind alle nicht links oder rechts. Sie sind Oportunisten, die auf dieser Links/Rechts-Harfe spielen wie sie es wollen oder wie es ihnen nützt.

    2. Und wer fleissig europäische Zeitungen liest und auch noch ein wenig Grips im Kopf besitz, mag erkennen, dass die dortige Rechte den Staat liebt: Milliarden Euro in paranoide Terrorverfolgungswahn an Überwachung der Bürger und ebenso hohe Ausgaben fürs die Militärheinis vom Männerverein, denn es könnte ja sein, dass Frankreich die Schweiz angreift, darum müssen noch ein paar moderne Kampfjets gekauft werden. In 99% der Korruptionsskandale ist ein monoton grinsender rechter stereotyper Blocher-Verschnitt (Schwarze Volkspartei Schweiz), der kräftig in die Staatskasse gegriffen hat.
      Aber ja doch, es gibt ja auch noch die von der Wirtschaft zwecks Gewinnmaximierung wegrationalisierten Linken Schmarotzer, welche irgendwann keine Arbeitsstelle mehr finden, aus den Statistiken verschwinden und wenn sie Glück haben, von der Invalidenversicherung Almosen erhalten, in welche sie von den Sozialämter genötigt wurden (Invalidenversicherung = Substituierbares Sozialamt (gegeneinander Austauschbar)). Ja, da kann sich die Rechte, arbeitsame und stets korrekte Menschen, über diese bösen Linken wieder aufregen, gell, und dank gutorganisierter Lobby über den Abfall der Wirtschaft grossmaulig in den Medien unrinieren, gell!

  2. Ich weiß nicht was das so abwegig sein soll. Wir haben ein Wirtschaftswachstum von 13% dieses Jahr, ebenso eine hervorragende Sojaernte und beim Fleischexport werden Rekorderlöse erzielt. Warum sollen wir dann einen Türsteher Gs. 6.411.232,- nicht bezahlen. Jeder hat das Recht am Wohlstand teilzunehmen. Gerade das wollen wir, dass dieser sogenannte Wohlstand auch unten ankommt. Weiter unten kann er nicht mehr ankommen. Ein bisschen weniger könnte es sein, vielleicht sollte man auf Gs. 6.411.000,- abrunden.

    Wir alle wollen eine arbeitsgerechte Bezahlung. Sie, ich und der Rest der Welt. Ich frage sie daher: Was ist einfacher, 6 Stunden an einer Tür zu stehen oder in einem kleinem Wachhaus eingepfercht zu verbringen, womöglich noch verurteilt paraguayisches Fernsehen anzusehen oder eine Leiche aufschneiden?

    Stellen Sie sich einmal 6 Stunden vor ihre Haustüre und sie werden sehen, es ist einfacher eine Leiche aufschneiden.

    Daher ist es richtig, dass es Lohnunterschiede gibt.

    Keineswegs kann auf Maurer, Schweißer, Bankgehilfen oder Gärtner verzichtet werden. Früher oder später brauchen wie alle diese edlen Berufsstände. Warum dann nicht auch PETROPAR.

    Oder wollen Sie, werter Leser, das Nächstemal nötige Reparaturen bei den Villen der Direktoren gratis durchführen oder den Garten für die Gartenfeste schmücken? Na eben. Irgendwer muss diese Arbeit tun.

    Bankgehilfen sind wichtig damit die Nebeneinnahmen richtig kanalisiert werden. Schließlich zapft man nicht Millionen von Litern an Treibstoff ab, damit mit dem Geld dann ein Dritter auf und davon marschiert.

    Es hat somit alles seine Richtigkeit. Der Paraguayer ist eben ein Familienmensch und das lieben wir doch alle so sehr an ihnen. Also ist es doch ganz verständlich, dass sie bei der Postenvergabe zuerst auf ihre Familie schauen und sie auch gerecht entlöhnen. Schließlich zahlen sie ihrer eigenen privaten Putzfrau nur einen Hungerlohn.

    Sollten sie jemanden aus dieser erlesenen Personengruppe kennen, dann bringen sie ihm ab und zu ein paar Bier vorbei. Bei den nächsten Wahlen kann er bereits im Parlament sitzen, wie ein Abgeordneter aus San Pedro der früher Bananenanbauer war.

  3. Der Wahnsinn ist, dass auch nach Erkennen der jahrelangen Korruption inkl. Namen und Personal-Nr., kein einziger jemals einen Guaranie zurückzalen muss, auch wenn er das gar nicht kann, weil Geld schon ausgegeben und kein Verantwortlicher für diese Einstellungen jemals dafür die Verantwortung tragen muss. Der Verantwortliche muss im schlimmsten Falle zurücktreten, fertig.
    Der absolute Wahnsinn ist, dass es genau so weiter geht und sich gar nichts ändern wird. Planen und Steuern von Projekten – bis das Geld ausgeht, ob fertig oder nicht – das kriegt man in diesem Land gerade noch hin, die Kontrolle fehlt im Projektmanagement Paraguay gänzlich. Es gibt keine Projekte, an dessen Projektende noch Geld übrig wäre und gratis kontrolliert auch niemand.

  4. Ja, hallo erst mal! Ich weiß gar nicht, ob Sie’s schon wussten. Hier schmeißt der Staat das Geld zum Fenster raus (Online-Artikel in der Wirtschaftswoche.de):

    wiwo.de/politik/deutschland/schwarzbuch-steuerverschwendung-2013-hier-schmeisst-der-staat-das-geld-zum-fenster-raus/8946686.html?p=1

    1. Hallo Rüdiger,
      wieso zum Fenster raus schmeißen? Das hat schon alles seinen Sinn. Auch in D (genauso wie hier in Py), gibt es so viele Betriebe, die gerne ein paar Aufträge ausführen möchten. Und da man einige Politiker gut kennt (Amigos), darf man dann gegen gut Geld ein paar Brücken bauen, Wege neu pflastern, Kasernen renovieren, Strassensperren einbauen u.s.w….
      Das hat alles seinen Sinn, denn den Betrieben geht es anschließend wieder besser und die Politik kann für´s nächste Jahr ihr Budget etwas anheben. Das Geld kommt ja schließlich von selbst nach, denn die braven Sklaven (heute nennt man sie Steuerzahler) wollen ja ihr Geld abgeben.
      Gruss, Miha

    2. Du hängst dich an Kleinigkeiten auf:

      Joseph (Joschka) Fischer, ehem. “Die Grünen”:
      „Deutschland ist ein Problem, weil die Deutschen fleißiger, disziplinierter und begabter als der Rest Europas sind.
      Das wird immer wieder zu ‘Ungleichgewichten’ führen.
      Dem kann aber gegengesteuert werden, indem so viel Geld wie nur möglich aus Deutschland herausgeleitet wird. Es ist vollkommen egal, wofür. Es kann auch radikal verschwendet werden – Hauptsache, die Deutschen haben es nicht. Schon ist die Welt gerettet.”

      Die Schwarzbücher sind Geschichtsbücher und niemand wird zur Rechenschaft gezogen, wie schon BlueByte schrieb, sonst gäbe es sie nicht. Teile und herrsche, schlagt Euch die Köpfe ein, dann seid Ihr beschäftigt und DENKT nicht.

      Ich weiss nicht ob Du das schon wusstest, Rüdiger?

      @Asuncioner, ich möchte mich den anderen Kommentatoren anschliessen und Dir für Deine Kommentare danken. Zu dem Wirtschaftswachstum muss ich aber noch was los werden. Wirtschaftswachstum entsteht entweder durch “Verbrennen” von Ressourcen oder/und durch die Erhöhung der Geldmenge am Binnenmarkt. Wenn die VolksVERTRETER und sonstige Staatliche Angestellte weniger verdienen oder die Arbeit verlieren, kann der Hundesalon an der Ecke schliessen…

      Paraguay ist ein typisches Dienstleistungsland und dann von Wachstum zu sprechen ist paradox, da nichts physisch wächst also kein Mehrwert geschaffen wird. Im BIP ist alles drin, vom Hundewaschen bis zum Bananenverkauf…. ist Geld da, wird konsumiert = Wirtschaftswachstum = Schönrechnerei = Kapitalismus = Kommunismus. 😉

      LG

  5. die Tatsache, dass das Kapital ständig von unten nach oben verteilt wird, ist schlicht ein weltweites Problem, hat weder was mit Politik, noch mit dem Land zu tun, es ist schlicht die Gier, welche der Mensch nicht überwinden kann, da er geistig nicht evolutioniert hat. Aber wrum dies so ist, darüber denkt kein Mensch nach…Sie etwa?

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