Zuckerrohrstreit scheint entschieden

Tebicuary: Vor der Zuckerrohrfabrik in der Stadt Tebicuary (Azpa) kam es zu Demonstrationen von Produzenten, die ihre Ware nicht mehr länger für den Preis von 140.000 Guaranies pro t an das Unternehmen verkaufen wollten. Für organischen Zucker wurde 160.000 Guaranies pro 1.000 kg gezahlt.

Die Produzenten demonstrierten mit Straßensperren und die Provinzregierung befreite alle staatlichen Funktionäre in Guairá vom Dienst, um bei den Protesten zu helfen, Lehrer eingeschlossen.

Das Ergebnis war jedoch nicht das erwartete, denn Raimundo Pedrozo, Geschäftsführer der Zuckerfabrik, ist nicht gewillt 200.000 Guaranies pro t organischem Zuckerrohr bzw. 160.000 für konventionelles zu zahlen und gab bekannt die Tore dann zu schließen, wenn die fabrikeigene Anbaufläche abgeerntet sei.

Dazu gehört neben den Firmenfeldern rund um die Fabrik auch eine Hochebene kurz vor La Colmena, die Chacra Alta, die auf tausenden Hektar Nachschub für Wochen bereithält.

Die Bauern wollen eher ihre Ernte einbüßen als für den Preis zu verkaufen. Als sie noch Baumwollbauern waren, erfuhren sie gleiche Behandlung, erklärten sie einstimmig. Außerdem wurde vielen noch nicht die Jahresprämie aus 2012 ausgezahlt, obwohl se ihnen zusteht.

Die Problematik des Zuckers ist umfassender als hier kurz beschrieben. Die Zuckerproduzenten stehen stark im Verdacht selber Zucker aus Brasilien einzuschmuggeln, um diesen später mit eigenem zu vermengen und einen höheren Preis dafür zu verlangen. Außerdem stieg der Zuckerpreis pro Kilogramm weitaus höher als der Preis, den die Bauern für ihr Zuckerrohr erhalten.

Als Produktionsland ist es nicht nachvollziehbar einen Weltmarktpreis zu verlangen obwohl alle Kosten geringer sind als in der ersten Welt. Ein angemessener Vergleich wäre ein Literpreis für Superbenzin in Venezuela von 1,50 Euro.

(Wochenblatt / Abc)

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5 Kommentare zu “Zuckerrohrstreit scheint entschieden

  1. Hier ist genau die Grenze zwischen den beiden Anbaugebieten. Die einen liefern nach Tebicuary und hier nach der Alkoholfabrik in der Naehe von Paraguarí.Nur ist hier der Unterschied, dass es keine Kleinproduzenten mehr gibt, weil sich es nicht lohnt. Der Bauer muss die Anpflanzung anlegen, saeubern,schlagen und schaelen lassen und fuer den Transport sorgen. Dieser Transport und das Schlagpersonal ( 300000 pro Tag) kommen zu teuer, da bleibt bald nichts mehr uebrig.Auch wird es immer schwieriger, Personal fuer diese Arbeit zu finden.Die Rinderfarmen hier und die Besitzer von brauchbaren Grundstuecken geben in den letzten 2-3 Jahren auf und verpachten auf Jahre an eine Firma Rosi im Besitz der Familie Zapag(Cerro Porteño).Diese zahlen 1 Million Guranies pro Hektar und Jahr und besorgen das Weitere.Die raeumen dann auf und machen alles was stoert fuer maschinellen Einsatz platt.Da gibt es keine Waeldchen mehr und auch keine Vogelhecken, einfach nichts ausser der Monokultur.Fuer die Besitzer sehr praktisch, weil kein Aerger mehr mit Personal, kaputten Zaeunen, kranken Tieren und Viehdiebstahl. Jedoch ein gutes Einkommen mit dem man ueber die Runden kommt.
    Die Firma verfuegt ueber eine Flotte von schrottreifen Lastern, die in der Saison Tag und Nacht fahren, die Wege ruinieren, die Stromleitungen abreissen und Tonnen von Staub aufwirbeln.Die Fahrer sind arme Hunde, die fuer 1000000 im Monat fahren, ohne Sa und So und denen wen die Schrottlaube auf Strecke liegenbleibt, diese unfreiwillige Auszeit auf ihre Pausen- und Freizeit angerechnet werden.So kann man Geld verdienen, wenn man Unternehmer ist!
    Nach einer Strassenbesetzung im letzten Jahr konnte hier wenigstens erreicht werden,dass der Weg durch die Gemeinde ganztaegig gesprenkt wird um das Staubproblem abzumildern.
    Aber den langsamen Tod der Gemeinde haelt das auch nicht auf. Landarbeiter und Verwalter mit ihren Familien wandern ab, das fing schon an, als Spanien in Mode kam und setzt sich jetzt weiter fort.Diese Art der Landwirtschaft braucht fast kein Personal mehr.Schon hat die Schule Probleme die Klassen zu fuellen um nicht Personal zu verlieren.
    Dieser Prozess setzt sich weiter fort und der Ort hat von dieser Sache keinen Vorteil, geschweige denn ein Wirtschaftswachstum von 15 Prozent!
    Tage wie Weihnachten, Ostern und Neujahr als es, wenn man einen Laden hat, Geld sprudelte wie bei einer Oelquelle sind hier vorbei.
    Anmerkung:Die Oertlichkeit heisst nicht Chacra Alta sondern Isla Alta.

  2. Nachbesserung:Es muss heissen 30.000 G pro Mann und Tag.
    Die Firma heisst Rasi.
    Seit ungefaehr 2 Monaten muesste schon gefahren werden, aber es finden sich keine Fahrer fuer den Preis mehr.Man sucht haenderingend.Ist das Zuckerrohr ueber die Zeit, laesst der Zuckergehalt wieder nach.

  3. ich schrieb es schon an anderer Stelle: „Alle Räder stehen still, wenn der Arbeiter es will“. Da braucht man keine bewaffnete EPP oder sonstige gealttätigen Terrorformen. Es reicht der passive Widerstand. Nicht hingehen und die Reichen alleine lassen. Sie bestellen die Äcker nicht, sie reparieren keine Autos und sie fahren auch keinen Lkw, sie mahcne keinen Wachdienst und werden auch keine Polizisten. Dazu brauchen sie die dummen Schafe, die sich für ein Handgeld ausbeuten lassen. Einfach aufhören und zwar alle. Das gesamte Geld von den Großbanken abziehen und nicht hingehen, wenn Krieg ist. Die 20% brauchen die 80% und nicht umgekehrt.

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