Zum Thema Curuguaty

Asunción: Schon oft verkündeten die Landbesetzer, dass sie bis zum letzten Atemzug kämpfen würden, aber letztlich zogen sie meist sang- und klanglos ab. Dieses Mal machten sie aber ihre Drohung wahr.

Warum endete diese Räumung mit einem Blutvergießen? Offensichtlich waren gestern nicht nur „Normalcampesinos“ von der Partie, sondern Leute, die etwas von bewaffneten Widerstand, Überraschungseffekt usw., verstehen. Und auch die Bewaffnung der Besetzer war weit besser als bei anderen Besetzungen. ob da die EPP dahintersteckt oder sogar Ausländer ist nicht sicher.

Aber jedenfalls waren nicht nur „Normalcampesinos“ am Werk. Über das Vorgehen der Polizei, deren Bewaffnung und Ausrüstung gibt es widersprüchliche Aussagen. Ebenfalls wie die Räumung von der Polizeiführung geplant war. Offensichtlich nutzen die Campesinos den Überraschungseffekt aus und erschossen die ersten Polizisten, darunter den Chef und Vize Chef dieser Polizei Einheit. Beim anschließenden Schusswechsel waren die Campesinos klar im Nachteil ,was die höhere Anzahl von Toten und Verletzten beweist.

Dieser Vorfall jedoch passt gar nicht in das politische Konzept von Lugo und seiner „Truppe“. Die Regierung muss gegen Leute vorgehen, die 2008 bestimmt Lugo gewählt hatten. Laut zeitungsangaben waren die Besetzer Mitglieder der „Liga de Carperos“. deren nationaler Chef doch José Rodriguez ist, der mit der Baskenmütze.

Die Polizei ist gegen Lugo-Sympathisanten vorgegangen. Natürlich muss Lugo in der Öffentlichkeit das Vorgehen der Polizei verteidigen, besonders angesichts der Todesfälle. Die erste personelle Konsequenz war Carlos Filizzola. An ihm festzuhalten war für Lugo unmöglich. Die Absetzung des Polizeichefs ist nur zweitrangig, ebenso wie die Ernennung des neuen Polizeichefs.

Weit interessanter ist die Ernennung von Candia Amarilla zum neuen Innenminister. Dieser ist ein Colorado, ehemaliger Generalstaatsanwalt von Duarte Frutos Gnaden. Warum gerade er?

Das Innenministerium ist ein Schleudersitz, für Politiker mit Ambitionen momentan ungeeignet.

Bleibt die Sache mit der Amtsenthebung von Lugo. Dazu sind 30 Stimmen im Senat nötig. Wenn die Colorados und Unace geschlossen dafür stimmen  bräuchte man noch ein paar Stimmen aus dem liberalen Lager.

(Wochenblatt / Leserbrief)

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