Zustände wie in Panama

Asunción: Am vergangenen Freitag durchsuchte die Staatsanwaltschaft Büroräume im World Trade Center, wo sie nach Briefkastenfirmen suchten und fündig wurden. Das Kuriose daran, der große Schwindel wurde schon 2018 zur Anzeige gebracht.

Omar Jaén Bohorques, der bereits 2018 wegen der Zahlung von Bestechungsgeldern an Dinac-Beamte angezeigt wurde, hat ein gigantisches Netzwerk von Briefkastenfirmen aufgebaut, die ausschließlich mit dem Ziel gegründet wurden, hohe Verträge mit dem Staat abzuschließen. Dies wurde nach der Razzia der Staatsanwaltschaft in seinem Büro am Freitag erneut bewiesen.

Eine Delegation unter der Leitung des Staatsanwalts Osmar Legal hat am Freitag das Büro der Firma Aerotech durchsucht, die mit Omar Jaén Bohorques in Verbindung steht, ein Mann, der wegen der Zahlung von Bestechungsgeldern an hochrangige Beamte der zivilen Luftfahrtbehörde (Dinac) während der Regierung von Horacio Cartes denunziert wurde.

Die Untersuchung stellte das Netzwerk von Briefkastenfirmen in den Mittelpunkt, die ausschließlich geschaffen wurden, um von Millionärsverträgen mit dem Staat zu profitieren.

Proyectos Global S.A. das von der im April 2020 von Dinac ohne Ausschreibung ausgesuchte Unternehmen, was überteuerte Mund und Nasenmasken liefern sollte, hatte lediglich eine Webseite und eine Festnetznummer.

Die gleiche Telefonnummer hat auch das Unternehmen AX S.A., welches 2015 schon mit der Dinac Verträge unterzeichnet. AX S.A. hieß zuvor VR S.A., da dieser Name jedoch für staatliche Verträge disqualifiziert wurde – weil sie den versprochenen Aufgaben nicht nachkamen – änderte man kurzerhand die Firmenbezeichnung.

Die gleiche Telefonnummer und Adresse haben jedoch auch Avalon S.A. sowie das Aerotech Konsortium, was 2019 zuletzt einen Vertrag über 2 Milliarden Guaranies bei der Dinac gewann. Alle gehören dem Geschäftsmann Omar Jaén Bohorques und hatten das gleiche Büro im World Trade Center.

Als Geschäftsführerin des Konsortiums Aerotech und als Präsidentin der Firma Proyectos Global trat die 20-jährige Pamela Toñánez Vera auf, die schlicht eine Namensgeberin war. Auch das Unternehmen Intelcan Canadá S.A., welches sich seit drei Monaten International Flight Service (IFS) S.A. nennt gehört ebenso Jaén Bohorques.

Das Konsortium Electronic Ticket Control (ETC), was beim MOPC einen Vertrag über 25 Milliarden Guaranies gewann, gibt die gleiche Adresse wie das Konsortium Aerotech an, was demnach auch nichts weiter als eine Briefkastenfirma ist.

Der Name Omar Jaén Bohorques steht jedoch nicht nur für Unternehmen mit Unregelmäßigkeiten, sondern auch für Bestechungszahlungen an hohe Beamte der zivilen Luftfahrtbehörde.

Eine Aussage zu den Bestechungsgeldzahlungen, die 2018 von einem Dinac Funktionär gemacht wurde, der direkt für den mittlerweile verstorbenen Cousin des Ex-Präsidenten Horacio Cartes, Gerónimo Viveros Osnaghi (stellvertretender Direktor der Dinac), arbeitete, war erschütternd. Er berichtete über Schecks die die Firma Avalon S.A. ausstellte und selbst Bargeld in Rucksäcken an hohe Funktionäre der staatlichen Behörde übergab. In dem Geflecht von Briefkastenfirmen taucht auch Juan Carlos López Moreira auf, der Cartes’ Kabinettschef war und selbst mit seiner Firma Royal Seguros S.A. staatliche Bauaufträge versicherte.

Wochenblatt / Abc Color

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4 Kommentare zu “Zustände wie in Panama

  1. Das alles ist überhaupt nicht verwunderlich. Wir leben in einem mafiösen Land in welchem Korruption, Lug, Betrug, Geldwäsche und Drogenhandel zum Alltag gehören. Regiert von „ehrenwerten“ Politikern die nur deshalb in die Politik gingen um ihre damit erlangte Machtstellungen rücksichtslos nutzen zu können. Politik betreibt man nur zum Schein so nebenbei, um eine Art Daseinsberechtigung nachzuweisen. Unfähigkeit, Faulheit, Dummheit und Skrupellosigkeit sind keine Hindernisgründe nach oben zu gelangen, sondern eher die Voraussetzung. Man fördert und schützt sich gegenseitig, lebt abgehoben und gut in einer völlig anderen Welt als das Volk. Komisch nur, daß sich das bei den Wahlen nicht auswirkt. Aber gut, in Deutschland ist das mittlerweile auch nicht viel besser. Merkel mit ihren grünen Gesinnungsgenossen/Terroristen ist es doch tatsächlich in den letzten 15 Jahren gelungen die Mehrheit der Deutschen komplett zu verblöden, so daß das Volk noch seinem eigenen Untergang fröhlich und sehnlichst entgegen fiebert. Fast glaube ich, die Menschheit leidet nicht nur an Corona, sondern schon lange an Verblödung – vielleicht sollte man dies zu einer Pandemie ausrufen und dagegen impfen.

  2. Der Boherques Clan ist offensichtlich dem Bergen Clan angeschlossen, zudem mit Nikadron verbuendet und mit Cartel auch. Alles entweder Mennoniten oder Freunde der Mennoniten.
    „Bruno Jaen Bohorques war zu Nicanors Zeiten Beamter im Außenministerium, war Treuhänder von ESSAP und arbeitete auch in einem Unternehmen, das Ernst Bergen (Direktor von Itaipu) gehörte.
    Omar Jaen B. war Bergens Stabschef, als dieser zu Nicanors Zeiten Minister war.“
    https://twitter.com/watchdogpyo/status/1250458128258338817?lang=de
    „Diese Brüder werden auf Kosten des Staates reich.
    – Bruno Jaen Bohorques verdient G. 42.500.000 in Itaipu.
    – Omar Jaen Bohorques verdiente seit der Zeit von Nicanor, während der Cartes-Regierung, 42.000.000 USD an Ausschreibungen, und jetzt ist er mit Marito mit dem Tapabocas-Schema verbunden.“
    „Während der Cartes-Regierung soll die Firma AVALON von Omar Jaen Bohorques Bestechungsgelder an einen DINAC-Beamten gezahlt haben, um Ausschreibungen zu gewinnen.“
    „Das Schema begann mit Ernst Bergen während der Präsidentschaft von Nicanor.
    Marito und Hugo Velázquez benannten Ernst Bergen und Nicanor als Leiter der binacionales.
    Sollen wir glauben, dass die Exekutive nichts von diesem Korruptionsplan weiß?“
    Eine der Twitterinnen verwechselt Bergen mit diesem sogenannten Andreas „titulitis“ Neufeld aus Loma Plata:
    „War dieser Bergen nicht derjenige, der sein Ingenieurdiplom gefälscht hat, um die Studienabschlussprämie zu kassieren? Später stellte sich heraus, dass er ein einfacher Elektriker war, obendrein leugnete die Universität, an der er angeblich seinen Abschluss gemacht hatte, in Bolivien und nun wieder mit Nica, recycelt.“
    Also das haette sogar ich nicht vom Bergen erwartet. Anscheinend kann man nicht solch Unternehmen wie Record Electric aufbauen ohne selber hoechst korrupt zu sein und sich am Ende in die Hoelle zu befoerdern.
    Diese Bohorques sind anscheinend analog unterwegs und haben kein Twitter, noch Instagram noch Facebook (ziemlich „mennonitisch“ das). Daher decken ein paar Twitter den Hintergrund dieser Leute etwas auf und zwar wie folgt ist auf Twitter zu lesen:
    „Beide traten in die deutsche Schule Concordia (Anmkng. Concordia ist ein mennonitisches Gymnasium das der Mennonitenkirche gehoert und welches sich neben der Kirche befindet in Asuncion) ist von der exa-Seite. Karma ist eine Schlampe cob die Spur von Betrügern groß und klein, die hinter ihnen in ihrem Kielwasser auf der wanabe pilisimas verlassen.
    Ihr Vater Pedro Jaén Bohórquez war ein Jesuitenpater, geboren in Spanien. Dann hängte er seine Soutane an den Nagel, um zu heiraten. Sie heiratete wieder und hatte 4 Kinder. Dann trennte er sich wieder und heiratete in Bolivien. Ich glaube, er ist vor 2 Jahren verstorben.
    Das heißt, er hat seine Soutane an den Nagel gehängt und in Paraguay geheiratet, wo seine 4 Küken geboren wurden. Er trat der paraguayischen Freimaurerei bei.“
    Also da haben die die Hintergrundgeschichte des Bohorques Clans. Offenbar fungieren die mennonitischen Institutionen als Werbeagentur fuer Angestellte die sich dann fleissig mutieren zum Beelzebub.
    Natuerlich ist „Kuno“ jetzt wieder „der Boese“ dass es sowas sagt, und dann noch alles von Twitter copiert und uebersetzt hat was andere sagten.

  3. Das ist halt der „elegante“ Weg möglichst viel Staatsgeld zu rauben. Man gründet irgendwelche Firmen auf unbekannte Namen als „Representante Legal“, hat seine politischen Kontakte und der Rubel rollt.
    Und da kann man als kleiner Mann überhaupt nichts machen, die Justiz schaut erst Jahre später mal rein und ob es dafür Konsequenzen gibt, hängt halt davon ab, wie groß der Einfluss ist.
    Wenn man auf Nummer sicher gehen will, taucht man nach den ersten Milliönchen Dollar ab, nur sind die meisten so gierig und fühlen sich absolut sicher in ihrem Handeln, dass es eben nur selten passiert.
    Und diese Leute im Anzug findet man dann in den Steakhäusern Paraguays und feiern sich als Geschäftsmänner umgeben von schönen Frauen, dicken Autos und prall gefüllten Konten.

    In Paraguay sollte man wohlhabenden Menschen nur wenig trauen.

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