Zweifelhafte Beweggründe

Asunción: Um als Notar zu arbeiten bedarf einer staatlichen Registratur, die entweder eine lange Wartezeit voraussetzt oder eine Spende, an die Personen, die darüber entscheiden. Eine Anzeige wegen Bestechlichkeit wirft jetzt jedoch Fragen auf.

Damit Jura Absolventen an eine der begehrten Registraturen als Notar kommen, muss man sich in Geduld üben oder wissen wer im Justizapparat geschmiert werden muss. Leider kann sich das nicht jeder leisten. Mindestanzahlungen von 50 Millionen Guaranies und Endbeträge von 200.000 US-Dollar sind keine Seltenheit, so der Abgeordnete Ramón Romero Roa.

Allerdings wundert es keinen dass auch hier Geld fließt. Die Minister des Obersten Gerichtshofes, die Beschuldigten, lassen Anzeigen dieser Art eh gänzlich kalt, da sie nicht kündbar sind volle Immunität genießen. Eben das Prinzip der paraguayischen Justiz. Wer genügend Geld hat, bekommt Recht.

Der besagte Volksvertreter, der nun Beweise für die Bestechlichkeit der Minister vorlegen möchte, tut dies jedoch nicht um das System zu reinigen und endlich mal den alten Filz zu entfernen, dem Land ein besseres Image zu verpassen. Nein, sein Ansporn sind Bekannte, die hohe Summen illegal gezahlt hatten, um eine Notar-Registratur zu bekommen und schlussendlich keine erhielten. Als Schmiergeldzahler hat man eben kein Anrecht auf eine solche Stelle und die Minister wissen das besser als die Zahler.

Sicherlich sind es nicht die Minister Óscar Bajac, Raúl Torres Kirmser und Miryam Peña selbst, die das Geld in erster Instanz annehmen. Das erwartet auch keiner von ihnen. Deswegen dürfte sich der angekündigte Skandal in Grenzen halten.

Auf die Frage, wie ihr Notar zu seiner Registratur kam, wird er sicherlich immer mit “viel Ausdauer“ antworten.

Wochenblatt / Abc Color

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7 Kommentare zu “Zweifelhafte Beweggründe

    1. Das sind aber rhetorische Fragen!
      Können? Das ist Dein Entscheid. Wenn ja, OK. Sonst zurück nach DACH! Oder hier bleiben und leiden.
      Dürfen? Natürlich, Du bist ein freier Bürger und finanzierst diejenigen, die allenfalls meinen, Dir etwas vorschreiben zu dürfen. Selbst Deutsche sollten sich endlich mal an diese Erkenntnis gewöhnen und endlich mal auf den Tisch hauen.

  1. Seien wir DACHLER doch mal ehrlich, wer tauscht nicht gern eine Multaschen gegen ein 100 000 Gs. Schein ein, weil Er oder Sie über eine Doppellinie gefahren ist.

  2. Bezahlen 9.000 bis 30.000 Euro um eine der begehrten Registraturen als Notar kommen und haben dann nicht einmal 2 Cent übrig, um dir nach dem Versprechen: „te vamos a llamar“ wenigstens eine simple SMS zur Info über den Stand der Dinge zu senden. Meine Meinung ist halt immer noch, die schlimmsten Korrupten sitzen genau dort. Für jeden simplen Kaufvertrag braucht man einen dieser Brüder, kassieren um deinen Namen in die Vorlage einzutragen und sind dabei noch zu blöd um deine Personalien richtig einzutragen. Den materiellen Gütern nach zu urteilen verdienen sie trotz infinitiver Bescheutertheit, der eines hiesigen Automecanico-Plomero-Pintor-Electricista-Albanils gleichgestellt, mehr als zuviel. Aber noch kein Büro eines Anwalts, Notars oder Escribanos habe ich betreten, ohne dass die Wand mit religiösen Götzen zugekleistert gewesen wäre. Es scheint wie eine Leuchtboje ins Auge zu stechen: Wand mit religiösen Götzen zugekleistert am liebsten rechts um kehrt.

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