Asunción: Die ehemalige Richterin Tania Irún wird sich wegen mutmaßlicher Rechtsbeugung im Rahmen des bekannten Falls um die Ländereien der Moon-Sekte im paraguayischen Chaco in einem mündlichen und öffentlichen Hauptverfahren verantworten müssen.
Diese Entscheidung wurde vom Berufungsgericht der ersten Kammer bestätigt, welches den von ihrer Verteidigung eingelegten Rechtsbehelf abwies. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht ein Gerichtsbeschluss, der die Übertragung von 310.000 Hektar Land an umstrittene Unternehmen ermöglicht haben soll.
Wie der Rechtsanwalt Francisco José de Vargas, der die Führungskräfte der Moon-Sekte vertritt, erklärte, schreitet das Verfahren nach der gerichtlichen Bestätigung voran und macht den Weg für den Prozess frei. Der Jurist erinnerte daran, dass Irún zuvor bereits vom Richterwahlausschuss (JEM) wegen derselben Vorfälle ihres Amtes enthoben worden war, welche auch von Mitgliedern des Obersten Gerichtshofs als mutmaßliche Rechtsbeugung eingestuft wurden.
Der Fall dreht sich um die vertragliche Überschreibung riesiger Landflächen im Chaco zugunsten von vier Unternehmen, die als “Scheinfirmen“ eingestuft werden – eine Situation, die wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten im Urteil angefochten wurde. De Vargas argumentierte, dass der Beschluss unter irregulären Umständen erlassen wurde, sogar während des Mutterschaftsurlaubs der Magistratin, was in der Justizwelt für erhebliche Kontroversen sorgte.
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Der Anklage zufolge soll die gerichtliche Entscheidung ohne die angemessenen prozessualen Voraussetzungen und mit schwerwiegenden Zweifeln an ihrer Rechtmäßigkeit gefällt worden sein. Der Anwalt bezeichnete den Vorfall als eine schwere Beeinträchtigung der nationalen Souveränität und unterstrich die Relevanz des Falls innerhalb des paraguayischen Justizsystems.
Das Verfahren steuert nun auf einen mündlichen und öffentlichen Prozess zu, in dem die strafrechtliche Verantwortlichkeit der ehemaligen Richterin in einem der sensibelsten Justizfälle im Zusammenhang mit Landbesitz im Land geklärt werden soll, noch dazu mit der immensen Größe von 310.000 ha.
Wochenblatt / Megacadena















