31M: Wer mit dem Feuer spielt

Asunción: Es gibt Menschen die meinen, dass es ohne Stiben Patron und seine Freunde, die mutmaßlich Molotowcocktails vorbereitet haben, es in Paraguay zu einer Venezuela-ähnlichen Diktatur gekommen wäre.

Ohne die Unruhen am 31. März 2017, bei den das paraguayische Parlamentsgebäude in Flammen aufging, hätte Cartes die Wiederwahl durchgeprügelt, was nicht nur gegen die Verfassung sondern auch zu einer Diktatur geführt hätte, die heutzutage mit Venezuela vergleichbar ist. Die vier Beschuldigten, die zeitweise nach Uruguay flohen und später zurückkamen und für eine gewisse Zeit eingesperrt wurden, erfuhren heute, dass es wegen der Fertigung der Cocktails zu einem Gerichtsprozess kommen wird. Etwas Neues erfuhren jedoch auch Ex-Präsident Horacio Cartes und seine rechte Hand José Ortiz, denn beide wurden unter anderen vom Richter Gustavo Amarilla als Zeugen der Verteidigung akzeptiert. Damit muss Cartes unter anderem Rechenschaft zu den Telefonanrufen in der besagten Nacht ablegen, was Anrufprotokolle belegen. Inwiefern dies der Verteidigung hilft hängt davon ab, wie viel neue Fakten noch ans Licht kommen. Nicht zu vergessen ist dabei, dass PLRA Parteipräsident Efraín Alegre am Folgetag der Unruhen Cartes direkt beschuldigte den Überfall auf das Parteibüro geplant und befohlen zu haben. Als später die Anrufprotokolle veröffentlicht wurde, merkte man schnell, dass Alegre bestens informiert wurde.

Neben Stiben Patrón sind auch Luis Osvaldo Sánchez González, Brian Esteban Martínez Jara und Rubén Moisés Galeano Cáceres wegen der Fertigung von Molotowcocktails angeklagt.

Wochenblatt / Hoy / Judiciales

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3 Kommentare zu “31M: Wer mit dem Feuer spielt

  1. Berichtigung: Das Parlamentsgebäude ging NICHT „in Flammen auf“! Das Gebäude war nur teilweise betroffen, steht noch und ist in Betrieb. Diese Richtigstellung für diejenigen, die fern ab von ASU oder im Ausland leben, denn sie könnten fälschlicherweise annehmen, daß das Parlamentsgebäude total zerstört worden sei. So jedenfalls könnte der Begriff „in Flammen aufgehen“ verstanden werden. Richtig ist lediglich, daß dort aufgrund einer vorsätzlichen Brandstiftung ein Brand ausbrach – mehr nicht. Dennoch schlimm genug. Ob die Hintergründe des Brandes jemals wirklich geklärt werden, darf bezweifelt werden. Ebenso die Ankündigung, daß der Expräsident Cartes jemals vor Gericht als Zeuge aussagen wird. Wie wurde doch bis vor etwa drei Wochen noch groß in die Welt hinein posaunt, Cartes müßte als Zeuge vor Gericht erscheinen im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen seinen spurlos verschwundenen „Blutsbruder“ Messer, dem größten Schwarzgeldwäscher und Banditen in Südamerika. Wenn nicht, würde man ihn mit der Polizei abholen. Zwischenzeitlich hört man von diesem Fall überhaupt nichts mehr. Schon sehr verwunderlich, sofern man sich überhaupt noch über etwas in PY wundern kann.

  2. Hey Manni, es ist schon bemerkenswert, dass man sowas überhaupt erfahren darf, finde ich? Klar ist es extrem, aber in manchen Staaten kommt sowas nie ans Licht?
    Noch heute behauptet man, Kennedy wär vom Attentäter ermordet worden.

  3. Und der junge Mann, der an diesem Tage von der Polizei erschossen wurde?
    Will man schon wissen wollen, welcher Polizist geschossen hat? Und warum? Auf wessen Befehl? Händyaufzeichnungen des Polizeieinsatzes noch auffindbar?

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