34 Jahre nach der ersten Direktverbindung Asunción – Frankfurt

Asunción: Die Geschichte der paraguayischen Luftfahrt begann mit Silvio Pettirossi. Kommerziell trat ein Flugdienst jedoch erst Anfang der 50er in Erscheinung. Mit wenig Glück gesegnet bot Paraguayan Air Service nur 6 Jahre lang wenig Verbindungen in die Nachbarländer an. Ab 1958 war Lloyd Aéreo Paraguayo S.A die einzige Alternative auf dem Luftweg das Land zu verlassen bis 1962 Oberstleutnant Adrián Jara die neue Kommandant der paraguayischen Luftwaffe wurde und zusammen mit seinen Kameraden einen Gesetzesentwurf auf den Weg brachte, der die Gründung einer nationalen Luftfahrtgesellschaft zur Folge hatte.

Ein Jahr später war es soweit und Líneas Aéreas Paraguayas (LAP) wurde gegründet. Um den Flugbetrieb aufzunehmen wurden drei Convair 240-6 von Aerolíneas Argentinas aufgekauft, die neben 40 Passagieren auch 6 Besatzungsmitgliedern Platz boten. Der erste Flug (20.03.1963) ging nach Curitiba, Sao Paulo und Rio de Janeiro. Während in der Folgezeit Curitiba wegen fehlender Rentabilität aus dem Streckennetz genommen wurde, kamen Montevideo und Buenos Aires hinzu. Im Jahr 1969 kaufte die LAP drei Lockheed L-188 Electra C, die zuvor Eastern Air Lines gehörten. Dadurch konnte das Streckennetz erneut ausgeweitet werden. Neun Jahre später kaufte die LAP erneut drei Flugzeuge. Diesmal waren es Boeing 707-320 von Pan Am, die wegen ihrer Reichweite Direktverbindungen mit Nordamerika und Europa ermöglichten. Im Februar des Jahres 1979 wurde damit Asunción direkt mit Miami, Madrid und Frankfurt am Main verbunden. Bis zum Sturz des Diktators Alfredo Stroessner blieb der staatliche Service aufrechterhalten. Erst als General Andrés Rodríguez das Zepter an sich nahm ordnete der an, die staatliche Unterstützung für die LAP zu streichen, was der Anfang vom Ende war.

Mit 1.300 Angestellten anstatt der nur 500 notwendigen und 40 Millionen US-Dollar Schulden musste Líneas Aéreas Paraguayas privatisiert werden. Der Kaufpreis von 20 Millionen US-Dollar war quasi lächerlich weswegen ein paraguayisch-ecuadorianisches Konsortium zuschlug und aus der LAP die LAPSA wurde. Nach 18 Monaten entschied diese erneut das Unternahmen abzustoßen. Der Käufer hieß TAM. Bis zum kurzen Intermezzo von Sol del Paraguay war es das Ende einer Fluggesellschaft unter paraguayischer Flagge.

(Wochenblatt / Abc)

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9 Kommentare zu “34 Jahre nach der ersten Direktverbindung Asunción – Frankfurt

  1. Ich erinnere mich immer gerne an die Flüge mit LAP. Abenteuerliche Dinge konnte man erleben, wo Reisen noch spannend und ein jeder Flug voller Überraschungen war. Ob Mitternachtslandungen in Dakkar im Senegal oder unfreiwillige Zwischenstops auf lybischem Militärflughafen mitten in der Sahara. Die Bordbesatzungen waren mehr als nur nett und man kannte fast alle bei Namen. Trotz aller Unwägbarkeiten möchte ich diese Flüge mit angenehmen und allermeist kultivierten Fluggästen nicht missen. Eine wirklich schöne Zeit….

    1. heutzutage muss man sich den Flieger mit unkultivierten, überwiegend brasilianischen, Mitreisenden teilen. Anschließend wird man dann noch stundenlang in Brasilien aufgehalten, wo man mittlerweile nicht mal mehr für US$ ein Bier kaufen kann

      1. Also ich bin gestern von Asuncion nach Frankfurt geflogen.
        Und man kann auch in Sao Paulo noch mit Dollar bezahlen.
        Aber…
        6 Stunden in Sao Paulo zu sitzen ist echt ätzend.

  2. Ab 1958 war Lloyd Aéreo Paraguayo S.A die einzige Alternative auf dem Luftweg das Land zu verlassen….

    Schon viel frueher konnte man das Land auf dem Luftweg verlassen.
    Aerolineas Argentinas hatte jahrelang einen Dienst mit Flugbooten englischer Bauart die im Hafen von Asuncion mit Zwischenlandungen dem Parana entlang nach Buenos Aires flog. Man erreichte das Flugboot mit „Lanchas“ und drinnen war es im Sommer bis zum Start unertraeglich heiss.
    Bequemer war das Reisen von Buenos Aires mit der US Linie „Braniff“ von Buenos Aires die auf dem Flug nach Miami in Asuncion zwischenlandete oder mit der „Panair do Brasil“ nach Brasilien.

  3. nach einem längeren gespräch,mit einem alten langgedienten
    lap piloten,erfuhr ich zu meinem erstaunen,daß lap flugzeuge in tel aviv gewartet wurden.
    danach flog man nach frankfurt,und nahm den gewohnten
    linienflug auf.
    auch war brüssel eine destination der lap

    schönen abend noch
    penicillin

  4. Aerolineas Argentinas wurde durch Fusion mit kleineren Fluggesellschaften 1951 gegruendet. Weitere Informationen bezueglich Flugbooten habe ich bei Google gefunden.
    „A grandes rasgos, Aerolíneas hereda los hidroaviones Short S25 Sandringham de A.L.F.A., con los que realiza los servicios sobre el Río de la Plata hasta Montevideo y sobre el litoral hasta Asunción. En abril de 1960 quedan fuera de servicio los hidroaviones ..“

  5. Hallo alle,
    ich denke, dass sich eine Direktverbindung nach Europa sehr wohl lohnen könnte, als Drehkreuz im südlichen Südamerika. Die Kosten vor Ort, Airport ASU, usw. dürften wohl die billigsten in der Region sein. Allerdings dürfte die LATAM, als auch Iberia und Tap da wohl einiges dagegen haben. Sie haben ja quasi ein Monopol. Mal sehen, wie es dieses Jahr mit AA klappt.

  6. auch papst paul flog mit LAP,unter capitan luis chamorro
    im mai 1988!
    beste grüsse an dich
    penicillin

  7. 1972 gab es schon Direktfluege von Frankfurt nach Asuncion, mit Lufthansa. Wurde aber bald wegen Passagiermangel wieder eingestellt. Oft waren noch keine 10 Fluggaeste mehr von Sao Paulo nach Asuncion an Bord.

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