“80% der Wälder sind in privater Hand“

Asunción: Es gibt rund 16 Millionen Hektar Waldflächen in Paraguay. Die Mehrheit gehört dem Privatsektor an. Laut einem Bericht des National Forstinstitutes (Infona) befinden sich nur 20% in staatlicher Hand.

Im Land gebe es nur 16 Millionen Hektar Wald, davon seien 80% in Privatbesitz, sagte die Forstingenieurin Cristina Alejandra Goralewski, Leiterin der Infona. Nur der Rest (20%) ist in staatlicher Hand.

In diesem Sinne fasste Goralewski zusammen, dass die Region Oriental eine Fläche von ungefähr 16 Millionen Hektar umfasse, von denen 2 Millionen Hektar Wald seien. In der Chaco Region sind es insgesamt 24 Millionen Hektar, davon 14 Millionen Waldflächen.

„Es sei darauf hingewiesen, dass von diesen 16 Millionen Hektar Wald, die wir auf Länderebene haben, 80% im Privatbesitz sind und nur 20% der Wildschutzgebiete oder Nationalparks vom Staat verwaltet werden“, erklärte Goralewski.

Letzte Woche kam es zu massiven Demonstrationen unter dem Motto “Let’s save the Chaco“, zu der die Organisation SOS Paraguay, ein Jugendverband, aufgerufen hatte.

In diesem Zusammenhang sagte die Leiterin von der Infona, dass Berichte über Abholzungen von Wissenschaftlern und spezialisierten Technikern stammen müssen. Sie behauptete, dass viele Videos, die in sozialen Netzwerken kursieren und kollektive Entrüstung erregen, nicht dem Land entsprechen würden.

„In der Größenordnung, über die gesprochen wird, nein. Wir wissen, dass es Schäden gibt, dass es illegale Abholzungen gibt“, sagte Goralewski.

Über diese Situation erklärte die Leiterin der Infona, dass “das Gesetz über die Null-Abholzung für die Region Oriental gilt. Für die Region Occidental gibt es Pläne, eine Landnutzungsänderungen umzusetzen, bei denen es sich um kontrollierte Gebiete handelt, in denen noch mehr als 45% der Wälder in allen produktiven landwirtschaftlichen Bereichen stehen“.

In diesem Sinne sagte Goralewski weiter, dass die Anträge geprüft werden und man dann entscheide, ob in den Sektoren Landnutzungsänderungen vorgenommen werden oder nicht.

SOS Paraguay plant eine Reise in den Chaco, um die Entwaldungssituation zu bestätigen, kündigte Raúl Gullón, Sprecher der Organisation, an.

Wochenblatt / Ultima Hora

Der Zweck dieses Dienstes ist die Wertsteigerung der Nachrichten und um einen flüssigeren Kontakt zu den Lesern zu etablieren. Kommentare sollten an das Thema des Artikels angepasst werden. Die Kommentatoren sind ausschließlich für den Inhalt verantwortlich, der sachlich und klar sein sollte. Schimpfwörter und persönliche Beleidigungen sowie Rassismus werden nicht geduldet.

7 Kommentare zu ““80% der Wälder sind in privater Hand“

  1. Johan Moritz van Nassau-Siegen

    Reply

    Aufgrund der Proteste gegen die Abholzung des Chacos liess sich heute der Oberschulzenrat herab eine Stellungnahme zu veroeffentlichen. Ueber Radio ZP30 kam das heute. „Man sei 100% fuer die bestehenden Gesetze aber 100% gegen die 0% Rodungsklausel im Chaco“.
    Man bemuehte sogar den Albrecht Glatzle, ehemals GTZ und heute Grossviehzuechter (wie ich mitbekommen habe), um die Entwaldung im Chaco kleinzureden. Man betonte in dem Interview sehr dass Glatzle ein „Professioneller“ waere mit „Fachkenntnis“ (immerhin ist er ja Doktor) im Gegensatz zu den ONG’s und generell „die Gruenen“ die meist im Ausland und in Asuncion saessen und sich von den Satellitenbildern was vorluegen liessen (Ironie). Ich meine es bedarf ja nur eines Satellitenbildes um die unangenehme Realitaet zu sehen.
    Was er vergass zu betonen ist dass die Gesetze von der Wirtschaft diktiert werden und wenn einmal „Fakten geschaffen wurden“, d.h. illegal gerodet wird, so wird das halt straks als Produktionsflaeche oder sonstwie statistisch registriert so dass die 25% Schutzflaeche (Waldbestand) fuer immer verloren ist und das ganze Stueck Land halt dann als Nutzflaeche gilt. Oder andere krumme Tricks um die Statistik zu faelschen. So kann man bei aelteren mennonitischen Doerfern Bauernhoefe sehen die nicht einen einzigen Baum geschweige denn Waldschutzflaeche stehen haben. Zuerst werden Fakten geschaffen und dann wird das statistisch irgendwie kaschiert.
    Weiter behauptete Glatzle dass ja grosse Naturparks im Chaco bestuenden und man so den Rest getrost roden koennte da ja dann insgesamt noch immer 25% Wald im Chaco bestehen bliebe. Nur vergass er zu erwaehnen dass immer mehr Rodungen in den Naturschutzgebieten durch Anrainer gemacht werden.
    Der Chaco kann sich relativ leicht regenerieren aber eben nur die Strauchhoelzer wie Algarrobo das nur zu Brennholz zu gebrauchen ist. Palo Santo, Roter Quebracho, usw wachsen erst in 30 Jahren ran und sind in 50 Jahren bereit zum Abholzen als Nutzholz. Ein halbes bis ganzes Menschenleben vergeht bis dass der Nutzbaum gross ist. Das wird tunlichst nicht erwaehnt. Aber Wuestenbildung ist eher hier nicht so eine Gefahr, aber sehr wohl das vollkommene Aussterben von Fauna (Tiere).
    Weiter meinte Glatzle dass man hier getrost roden koennte denn in Europa haette man ja schliesslich auch 99% der Urwaelder abgeholzt und wenn er im Schwarzwald spazieren ginge (der Typ ist wohl Schwabe) gaebe es zwar „kein unberuehrtes Fleckchen Erde aber er waere immer froh wenn er da gruene Pflanzen antraefe“. Auch waeren ihm die NGO’s zu „Gruen“ (und wohl zu wenig „schwarz-Gelb“ CDU-FDP-CSU).
    Man schaue sich das hier nach etwas spaeter am Abend im Podcast des Abendjournals (hoffentlich) http://www.zp30.com.py/main/de/nachrichten/nachrichten-aus-paraguay/19565-mittagsnachrichten-von-radio-zp-30-am-16-januar-2019.html.

      1. Man kann diesem Id**** (JvNS) nicht oft genug den Spiegel vor Gesicht halten, denn er selbst kann sich da schon lange nicht mehr selbst gesehen haben.

  2. ja, aber wenn der Staat die Wälder übernimmt, dann gibt es Korruption… Unheil… Unheil… Beamte sind faul und können nicht wirtschaftlich denken und handeln…. weil kein eigenes Geld… Geld des Steuerzahlers… Geld der Opfer… ich habe in Rumänien über 100 Hektar Wald mit Kastanienbäume, Bären…. und kriege bald deshalb eine EU-Rente, weil ich nichts abgeholzt habe und keinen Bären killte… habe nie etwas an meinen Investitionen verdient…. aber meine Kinder und Enkelkinder werden Geld verdienen… ich lebte immer nur in Armut…..PRIVAT…. Staaten funktionieren nicht… führen nur Kriege.

  3. Johan Moritz van Nassau-Siegen

    Reply

    Es gibt nichts, aber auch gar nichts, was so sehr die mennonitische Mentalitaet und Realitaet wiederspiegelt als das was Asuncioner in seinem Post beschreibt von dem Link den Tom hier oben gepostet hat. Selbst “Glaetzli“ exponiert sich da.
    Hier das Zitat welches genuin mennonitisch ist und nicht besser die Realitaet wiederspiegeln koennte (bewusst wird also die Natur zerstoert und Gesetze umgangen. Uebrigens, genauso handhaben und interpretieren die Mennoniten die Bibel.
    »Asuncioner

    21. Januar 2014 at 17:51

    Reply
    Wir brauchen keine Wilden, sondern Rinder und Fleisch für den Export. Die Bäume taugen bestenfalls als Schattenspender für das Rindvieh und da braucht es nicht viele. 15 Millionen sind zu wenig, 20 Millionen sollen es werden und nicht weniger.

    Wir, die Rinderbarone, sind allmächtig und haben die staatlichen Behörden zum Schutz des Waldes in die Knie gezwungen und in die Hosentaschen (natürlich aus Rindsleder) gesteckt. Mit den Exportdollars ersticken wir jedes Argument im Keim. Die Politiker sind unsere Verbündeten, da wir sie in den erlauchten Kreis der Rindfleischzüchter aufgenommen haben.

    Das Land bekamen unsere Verbündeten von den staatlichen Stellen für ein Butterbrot verkauft. Daher sind wir so mächtig und einflussreich geworden und bestimmen die Gesetze, da die Justiz von den Politikern kontrolliert wird.

    Im Chaco herrscht das Recht des Stärkeren und die Stärkeren sind wir. Es gibt zwar strenge Umweltgesetze und eine eigene Behörde die dies kontrolliert, aber nicht für uns. Wir holzen alles ab, machen den Wald zu Weiden und bringen Devisen ins Land. Die Mennoniten haben gezeigt wie man einen Wald entlaubt ohne „Agent Orange“ einzusetzen.

    Es gibt kein zurück mehr und die paar Indianer, sollten wirklich noch einige davon leben, werden wir in stammeswürdige Camps [sprich: Konzentrationslager. Hitler,selbst nahm ja die Reservate Nordamerikas als Vorbild der KZ’s. Anmerkung van Nassau-Siegens] unterbringen.«

  4. Johan Moritz van Nassau-Siegen

    Reply

    Also hier genaue Satellitenbilder von Forest loss/gain des Chaco der University of Maryland.
    Sieht grausam aus.
    Gerade rund herum der Mennonitenkolonien ist alles Rotgefaerbt was bedeutet dass zwischen 2000 und 2017 gerodet wurde.
    http://earthenginepartners.appspot.com/science-2013-global-forest
    Wuerde mich wundern wenn noch 25% der Waldflaeche stehen wurde ausgenommen die Parques Nacionales wo auch alles Rot ist. (Man klicke auf Forest Cover Loss 2000-2017 (transparent) und so wird man ein genaues Bild haben).
    Von wegen Gesetz einhalten!!!

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .