90 Tage von Syrien nach Paraguay

Vor einer Woche berichteten wir über sieben syrische Flüchtlinge, die in Paraguay Asyl erhielten, hier die Hintergründe zu ihrer Flucht. Der folgende Bericht basiert auf einem Interview, welches Brigitte Colmán von Última Hora mit Hilfe des Übersetzers Samir Paravicini, von der syrisch-libanesischen Gemeinschaft in Paraguay, geführt hat.

Aus ihrer Stadt Qamishli entkamen sie im Laufschritt. Nafia Elías mit 75 Jahren; Bedros Ibrahim, 91; Nahed Ibrahim, 22; Devet Ibrahim, 12; Suleiman Hasan, 2 und Shant Bahi, 29, wiederholt bedanken sie sich ununterbrochen für die Aufnahme in Paraguay. Sie sind eine Gruppe, die das Schicksal verbindet, Christen und Muslime, sie sprechen Arabisch, Aramäisch, Kurdisch oder Armenisch.

Zu Fuß passierten sie die syrisch-türkische Grenze und gelangten mit einem Lastwagen bis nach Istanbul. Nach zwei Monaten des Wartens und der Zahlung von mehreren tausend Dollar an Schlepper stiegen sie in ein Flugzeug mit dem Ziel Spanien, über Sãu Paulo, Santa Cruz, Río de Janeiro, Sãu Paulo gelangten sie schließlich nach Asunción, im Herzen eines Kontinents, von dem sie nur wenig gehört hatten.

Qamishli wird vorwiegen von kurdischen Christen bewohnt und steht zeitweilig unter starkem Beschuss der IS-Truppen, von den ursprünglich 400.000 Einwohnern blieben lediglich 150.000 zurück. „In unserer Stadt gibt es ständig Attentate, kurz bevor wir uns auf den Weg machten, hörten wir eine starke Explosion. Eine Person fuhr mit einem Sprengstoff beladenen Moped ins Zentrum. Es gab tote Kinder, Schwangere und weitere“, berichtet Nahed.

Nahed erklärt: „Die Menschen müssen mit dem Leben weitermachen, sie können nicht stoppen, sie müssen essen, sie müssen arbeiten. Wer stirb,t stirbt und die anderen machen weiter.

Es gibt keinen Strom, die Lebensmittelpreise sind stark gestiegen, die Krankenhäuser haben kaum Medikamente, es fehlt Benzin und im Winter werden sicher wieder viele Menschen sterben. Der Islamische Staat (IS) blockiert die Straßen und lässt der Bevölkerung keine Lebensgrundlage, die Infrastruktur der Regierung ist durch den Bürgerkrieg zusammengebrochen und inmitten des Chaos müssen die Menschen überleben.“

„Früher war Syrien ein schönes und sicheres Land. Das Leben war vielfältig, Araber, Armenier, Aramäer und Kurden lebten zusammen. Es gab alle Arten von Religionen und der Alltag verlief ohne Spannungen. All das ist Geschichte“, sagt Shant.

Seleiman erzählt mit geneigtem Kopf nach einer Pause: „Der IS tötet die Männer, verschleppt die Kinder und bildet sie an Waffen aus. Frauen werden missbraucht und für 100 USD als Sklavinnen verkauft. Klar, gäbe es Öl oder Geld würde man Syrien helfen, aber da nichts zu holen ist, gibt es keine direkte Hilfe.“

„Als wir ankamen (und verhaftet wurden) waren wir seht traurig, unsere Seele war müde, aber jetzt fühlen wir uns sehr gut“, heißt es. Der 90-jährige bedankt sich mit Hilfe des Übersetzers. Was ihnen fehlt sind ihre Familien.

Quelle: Última Hora

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8 Kommentare zu “90 Tage von Syrien nach Paraguay

    1. Andreas kommen darft Du nach Paraguay aber nur wenn Du Geld hast, ohne Geld,las es bleiben.
      Davon gibt es schon zu viele die gestrandet sind
      Diese Flüchtige haben Geld sonst wären Sie nicht in Paraguay.Die Schleuser nachen nichts ohne Geld und Flugtickets gibt es ja nicht geschenkt
      Mach Dir mal keine Sorgen, versorgt werden Sie vom Staat und von Geschäftsleuten der syrisch-libanesischen Gemeinschaft in Paraguay,Die Solidarität der Menschen bei Landleuten ist sehr groß, fern der Heimat.So wie Familie in Paraguay vergleichbar.
      Ihr hab Glück die Familie scheint sehr offen zu sein, in Deuschland sind die Frauen von dort Verschleihert.

    1. Tja, ins gelobte Land sind diese Leute nicht gekommen. Aber sie müssen zumindest keine Angst haben, die nächste Nacht nicht zu überleben. Da kann man wohl die Länder kaum miteinander vergleichen, trotz Kriminalität hier.

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