Kritik der Viehzüchter: Billiges Vieh, teures Steak – Wer verdient am Fleisch?

Encarnación: Der Vorsitzende der ARP (Regionalverband der paraguayischen Viehzüchter) in Itapúa, Solano Gamarra, äußerte sich zur aktuellen Lage der Rindfleischpreise. Er wies darauf hin, dass der Wert des Schlachtviehs direkt beim Erzeuger sinkt, dieser Preisvorteil jedoch noch nicht beim Endverbraucher an der Ladentheke angekommen ist.

Wie der Verbandschef erklärte, richtet sich der Wert für Mastochsen hauptsächlich nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage. Aktuell befänden sich die Preise auf einem Niveau, das für die Produzenten als zu niedrig eingestuft wird.

„Heute wird der Mastochse für den Produzenten unter Wert gehandelt. Der Preis ist niedrig, und was eigentlich passieren müsste, ist, dass die Preise in den Supermärkten genauso sinken wie auf dem Land“, erklärte er.

Aktueller Viehpreis

Laut Gamarra wird das Lebendvieh derzeit für 17.500 bis 18.000 Guaranies pro Kilo gehandelt. Der tatsächliche Endwert für den Landwirt kann jedoch aufgrund von Abschlägen und anderen Faktoren bei der Vermarktung schwanken.

Der ARP-Vorsitzende erklärte weiter, dass trotz der sinkenden Viehpreise die Produktionskosten weiterhin hoch bleiben, was die Gewinnmarge für den Viehsektor stark reduziert.

„Die Arbeit und die Betriebsmittel werden nicht billiger. Wenn diese einmal steigen, sinken sie nicht mehr. Um ein Tier marktreif zu produzieren, sind viele Ressourcen nötig, und diese Kosten bleiben konstant“, gab er an.

Einfluss des Dollars und der Zwischenhändler

Ein weiterer Faktor für die Preisgestaltung ist der Dollarkurs. Gamarra merkte an, dass der derzeit niedrige Wechselkurs die Schlachthöfe trifft, die Fleisch exportieren.

Er erklärte, dass die Unternehmen im Export zwar den gleichen Dollarpreis erhalten, der Wert beim Umtausch in Guaranies jedoch sinkt. Dies wirke sich letztlich negativ auf den Preis aus, der an den Produzenten gezahlt wird.

Zudem erwähnte er, dass in der Vermarktungskette Schlachthöfe, Metzgereien und diverse Zwischenhändler involviert sind. Dies führe dazu, dass der Preis schrittweise ansteigt, bis das Fleisch schließlich in den Regalen der Supermärkte landet.

„In jeder Stufe bleibt ein Prozentsatz hängen. Wenn das Fleisch im Regal ankommt, hat es bereits einen ganz anderen Preis“, schloss er ab.

Wochenblatt / Mas Encarnación / Beitragsbild Archiv

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