Asunción: Die Weltbank prognostiziert für dieses Jahr einen Anstieg der Rohstoffpreise um 16 %. Infolge des Krieges im Nahen Osten wird erwartet, dass dies die Inflation antreibt und das Wirtschaftswachstum bremst.
Energie und Düngemittel als Preistreiber
Laut der neuesten Ausgabe des Berichts Commodity Markets Outlook der Weltbank-Gruppe werden die Energiepreise voraussichtlich um 24 % steigen – der höchste Stand seit der russischen Invasion in der Ukraine im Jahr 2022. Ursache ist der Konflikt im Nahen Osten, der die globalen Märkte schwer erschüttert.
Zusätzlich zu den Energiekosten treiben teure Düngemittel und Rekordpreise bei Schlüsselmetallen den allgemeinen Index nach oben. Indermit Gill, Chefökonom der Weltbank, warnt:
„Der Krieg trifft die Weltwirtschaft in Wellen: erst steigende Energiepreise, dann Lebensmittelpreise und schließlich eine Inflation, die die Zinsen hebt und Schulden weiter verteuert.“
Besonders betroffen seien die ärmsten Bevölkerungsschichten, die einen Großteil ihres Einkommens für Nahrung und Treibstoff ausgeben müssen.
Die Prognosen im Detail
Energie & Rohstoffe
Rohöl (Brent): Prognostizierter Durchschnittspreis von 86 USD pro Barrel für 2026.
Erdgas (Europa): Anstieg um 25 % durch geringere LNG-Lieferungen.
Kohle: Anstieg um 20 %, da sie verstärkt als Gas-Ersatz zur Stromerzeugung genutzt wird.
Harnstoff (Dünger): Ein massiver Sprung von 60 % aufgrund von Exportstopps im Golf und hohen Gaskosten.
Metalle
Aluminium: +22 % (hohe Energiekosten für die Schmelze).
Kupfer: +21 % (getrieben durch Nachfrage für Elektrifizierung und Rechenzentren).
Zinn: +20 % | Nickel: +12 % | Silber: +76 % | Gold: +37 % (Rekordniveau).
Lebensmittel
Rindfleisch: +11 % wegen knapper Bestände.
Palm- und Sojaöl: +8 % (höhere Nachfrage nach Biokraftstoffen durch teures Erdöl).
Weizen & Mais: +4 % infolge gestiegener Logistik- und Inputkosten.
Ausnahme Getränke: Bei Kaffee, Kakao und Tee wird ein Rückgang von 30 % erwartet; Kakao könnte sogar um über 50 % fallen.
Soziale und wirtschaftliche Folgen
Das Welternährungsprogramm warnt, dass bei einem anhaltenden Konflikt bis zu 45 Millionen weitere Menschen in akute Ernährungsunsicherheit abrutschen könnten.
Auch das Wirtschaftswachstum der Entwicklungsländer wird nach unten korrigiert: Für 2026 wird nur noch ein Wachstum von 3,6 % erwartet – das sind 0,4 Prozentpunkte weniger als noch im Januar prognostiziert.
Wochenblatt / Última Hora















