Asunción: Unter dem paraguayischen Maquila-Regime investierte ein spanisches Unternehmen 35 Millionen US-Dollar in eine Garnelen-Verarbeitungsanlage und setzte damit einen Meilenstein im lokalen Handelssektor. Paraguay, ein Land ohne Meereszugang, diversifiziert nun seine Exportmatrix mit dem Versand von Meeresfrüchten – etwas, das zuvor undenkbar war.
Das spanische Unternehmen South Atlantic S.A. positioniert sich im Land als erste Industrie zur Verarbeitung von Garnelen. Eine Binnennation wie Paraguay wird künftig nicht nur Meeresfrüchte verarbeiten, sondern sich zu 100 % auf den Export dieser Produkte konzentrieren. Dies eröffnet dem Land ein strategisches Tor zur Eroberung weiterer Weltmärkte.
„Diese Fabrik steigert den Wert unserer Produktionsmatrix, da sie die Vielfalt unserer exportierbaren Produkte erhöht. Es handelt sich um ein Unternehmen, das zwei Schlüsselfaktoren Paraguays nutzt: einerseits die jungen und tatkräftigen Arbeitskräfte und andererseits unsere wettbewerbsfähige elektrische Energie, insbesondere angesichts der Tiefkühllager, die einen hohen Energieverbrauch erfordern“, erklärte Marco Riquelme, Minister für Industrie und Handel (MIC).
Die Produktionskapazität der Fabrik wird bei etwa 25 Tonnen pro Tag liegen. Dabei werden 100 % der Garnelen aus Argentinien importiert und im Land unter dem Maquila-Regime sowie dem Gesetz 60/90 verarbeitet, um sie von Paraguay aus in die anspruchsvollsten Märkte der Welt zu exportieren.
Standort und Beschäftigung
Die Industrie wird im Industriepark Pradera Alta in der Ortschaft Hohenau angesiedelt und mehr als 600 Arbeitsplätze schaffen, primär für Frauen aus der Region. Die gesamte Produktion der Anlage ist für den Export bestimmt, wobei Zielmärkte wie die USA, Kanada und Europa im Fokus stehen.
Für Minister Riquelme zeigt diese Art von Investition, dass man durch die Produktion in Paraguay ein weitaus höheres Wettbewerbsniveau erreichen kann als in fast jedem anderen Land der Welt. Er nannte zudem die Sektoren Metallurgie, Textil, Holz und Lebensmittel als Bereiche mit hohem Produktionspotenzial und internationaler Reichweite, die weiter ausgebaut werden müssten.
Potenzial für neue Investitionen
Das Ministerium für Industrie und Handel hob hervor, dass die Ansiedlung dieser Anlage den Weg für weitere Neuinvestitionen im Land ebnet. Paraguay habe die Möglichkeit, verschiedenste Industriezweige auch jenseits der traditionellen Erzeugnisse zu erschließen und beweise damit sein Potenzial zur Generierung neuer Einnahmequellen.
Um die Diversifizierung der nationalen Exportmatrix weiter voranzutreiben, soll auch der Industriepark in Hohenau gestärkt werden. Dort stehen 64 Grundstücke zur Verfügung, die von neuen Industrien – ähnlich wie South Atlantic – belegt werden könnten. Damit entwickelt sich der Standort zu einem strategischen Punkt für Investitionen mit Auswirkungen auf Beschäftigung, lokale Entwicklung und produktive Wertschöpfungsketten.
Wochenblatt / Forbes















