Peking: China warf der paraguayischen Staatsführung an diesem Dienstag vor, als „Spielfiguren der Unabhängigkeitskräfte Taiwans“ zu agieren und den „Willen des Volkes“ zu ignorieren. Hintergrund ist der jüngste Besuch des paraguayischen Präsidenten Santiago Peña auf der Insel. Dabei unterzeichneten beide Seiten mehrere bilaterale Kooperationsabkommen.
Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Guo Jiakun, erklärte, Peking lehne die Maßnahmen der paraguayischen Seite „entschieden ab“ und „verurteile sie aufs Schärfste“.
Guo betonte, dass die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu China den „grundlegenden und langfristigen Interessen“ von Asunción entspräche. Er forderte die paraguayische Regierung erneut auf, „so schnell wie möglich den Kurs zu ändern“ und sich auf die „richtige Seite der Geschichte“ zu stellen.
Der Sprecher beschuldigte zudem bestimmte paraguayische Politiker, den taiwanischen Präsidenten William Lai – den Peking als „Separatisten“ betrachtet – „offen zu unterstützen“ und sich freiwillig in den Dienst der Kräfte zu stellen, die die Unabhängigkeit der Insel befürworten.
Der Besuch von Santiago Peña in Taiwan
Peña besuchte Taiwan zwischen dem 7. und 10. Mai an der Spitze einer Delegation von mehr als vierzig Unternehmern. Die Reise war geprägt von Abkommen in den Bereichen Hochtechnologie, Cybersicherheit und Künstliche Intelligenz (KI), einschließlich der Einrichtung eines gemeinsam von beiden Regierungen betriebenen KI-Rechenzentrums.
Paraguay ist das einzige Land in Südamerika und eines von weltweit zwölf Ländern, die offizielle diplomatische Beziehungen zu Taiwan unterhalten. China hat in den letzten Jahren den diplomatischen Druck intensiviert, um die Zahl der internationalen Verbündeten der Insel weiter zu reduzieren.
Wochenblatt / Abc Color














