Asunción: Menschen aus allen Ecken der Welt zieht es nach Asunción, wo sich Paraguays entspannte Hauptstadt stilvoll zu einem Schmelztiegel der Kulturen, Ideen und Ambitionen entwickelt hat. Einer von ihnen ist Marcelino Hudalla aus Deutschland.
Hudalla ist 77 Jahre alt, stammt ursprünglich aus Deutschland und kam im Mai 2025 nach Paraguay. Nach vielen Jahren in Düsseldorf und später Köln widmet er seine Zeit nun der Erkundung Paraguays, dem Verfeinern seiner Spanischkenntnisse und dem Entdecken der Kultur Land für Land – Gespräch für Gespräch.
Was machen Sie in Paraguay?
„Das Leben genießen. Das Land studieren, die Stadt erkunden, herumreisen, Einwanderern und Einheimischen zuhören, Spanisch lernen. Ich liebe es. Ich möchte Spanisch sprechen – und zwar nicht nur ein bisschen. Ich möchte die Sprache richtig gut beherrschen, also arbeite ich jeden Tag daran. Es ist zwar etwas schwierig, aber ich sehe Fortschritte. Ich lerne auch online. Eine Sache, für die ich mich derzeit sehr interessiere, ist passives Einkommen. Früher habe ich dem nie viel Aufmerksamkeit geschenkt, aber es ist nie zu spät. Man braucht immer ein Ziel, das man verfolgt.“
Was ist Ihr Lieblingsort in Asunción und warum?
„Mein Lieblingsort ist der Ñu-Guasu-Park. Ich gehe dort zwei- oder dreimal die Woche hin. Ich liebe diesen Ort. Außerdem schätze ich das Teatro Municipal Ignacio A. Pane sehr. Das Shoppingzentrum Mariscal ist wegen des Außenmarktes und all der Einheimischen, die dort zusammenkommen, ebenfalls einer meiner Favoriten. Und ich liebe den Rio Paraguay, weil meine Heimatstädte am Ufer des Rheins liegen. Dort, wo ich wohnte, war auch mein Büro, und ich bin jeden Morgen am Fluss gejoggt. Der Rio Paraguay gibt mir ein ganz ähnliches Gefühl.“
Was ist Ihr Lieblingsort außerhalb von Asunción und warum?
„Ich war am Wasserfall Salto Cristal, und der ist natürlich etwas ganz Besonderes. Wunderschön. Zudem gibt es außerhalb von Altos ein Restaurant, das von einem Deutschen und seiner paraguayischen Partnerin geführt wird. Es hat einen wunderschönen Garten und ein tolles Lokal. Das Essen ist köstlich und die Dekoration… Oh mein Gott. Ich liebe es, dorthin zu gehen.“
Was lieben Sie an Paraguay am meisten?
„Ich könnte ein Botschafter sein. Die Leute sagen mir manchmal, ich würde über Paraguay sprechen, als wäre es Singapur. Nein, es ist nicht Singapur, aber es ist so wunderschön. Allen voran: 300 Tage blauer Himmel. Das sorgt einfach für gute Laune. Dann geht man vor die Tür und sieht überall Obstbäume. Man spaziert durch die Straßen und sieht rosa, rote und gelbe Blüten. Es ist traumhaft schön. Und ich verrate Ihnen noch etwas Überraschendes: Ich liebe die kaputten Gehwege. Man spart sich nämlich das Fitnessstudio. Man tritt hierhin, man tritt dorthin, man muss genau hinsehen, wo man hingeht – dabei lernt man quasi Tanzen. Ich suche eben immer nach den positiven Seiten, wissen Sie? Deshalb liebe ich Paraguay. Und natürlich die Menschen. Sie sind sehr freundlich. Es ist wirklich ein wunderbarer Ort zum Leben.“
Vermissen Sie etwas aus Ihrer Heimat?
„Im Moment vermisse ich wirklich nichts. Natürlich brauche ich den persönlichen Kontakt zu Freunden, aber heutzutage haben wir ja Videocalls und all diese Dinge. Ursprünglich hatte ich vor, im Juli zurück nach Deutschland zu fliegen, aber dann dachte ich mir: ’Nein, ich möchte hierbleiben.‘ Ich bin kein Mensch, der zu sehr in die Vergangenheit blickt. Vielleicht vermisse ich meine Familie ein kleines bisschen, aber sie können mich ja besuchen kommen. Das ist schließlich keine Einbahnstraße.“
Wenn Sie morgen wegziehen müssten, was würden Sie auf jeden Fall aus Paraguay mitnehmen?
„Ich würde den lebensfrohen Geist mitnehmen. Die Menschen lieben ihr Land, ihr Essen und ihre Familien. In vielen anderen Ländern brechen Familien auseinander, aber hier halten sie zusammen. Wenn man am Flughafen steht, sieht man ganze Familien – sogar kleine Kinder –, die warten, um jemanden willkommen zu heißen. Das macht mich wirklich glücklich. Diesen positiven Geist würde ich mitnehmen.“
Wochenblatt / Asunción Times















