Asunción: Die ehemalige Staatsanwältin Stella Mary Cano muss sich in einem mündlichen Gerichtsverfahren wegen des Vorwurfs der Verfolgung Unschuldiger verantworten. Die zuständige Staatsanwältin Sonia Sanguines von der Spezialeinheit für Menschenrechte hat nach Abschluss der Ermittlungen formell Anklage erhoben und die Eröffnung der Hauptverhandlung beantragt.
Der Fall geht auf eine Anzeige wegen angeblichen Betrugs aus dem Jahr 2018 zurück, die sich gegen den italienischen Stylisten Ciro Paniello im Zuge eines Gesellschafterstreits richtete. Cano leitete damals die ermittlungsführende Staatsanwaltschaft. Laut Sanguines reiche das zusammengetragene Beweismaterial aus, um der Ex-Staatsanwältin die vorsätzliche strafrechtliche Verfolgung eines Unschuldigen zur Last zu legen.
Schlussantrag liegt bei der Ermittlungsrichterin
Die Anklageschrift wurde bei der Ermittlungsrichterin Nr. 1, Clara Ruiz Díaz, eingereicht. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft betonte, dass die Ermittlungen abgeschlossen seien und eine hinreichende Grundlage für einen öffentlichen Prozess bestehe.
Das Verfahren gegen Cano begann offiziell mit der Beschuldigung am 20. Februar 2026. Der Fall hatte auch Disziplinarkonsequenzen vor dem Gerichtshof für Richteranklagen (JEM), wo es sich bereits um das dritte Verfahren gegen Cano handelte, nachdem sie in zwei früheren Fällen Verwarnungen erhalten hatte.
Am 11. März dieses Jahres nahm der Oberste Gerichtshof schließlich den Rücktritt Canos von ihrem Amt als Staatsanwältin an. Der Rücktritt schützt sie jedoch nicht vor der strafrechtlichen Verfolgung von Amtsdelikten aus ihrer Dienstzeit.
Wochenblatt / adn digital















