Ärztliche Kunstfehler vorprogrammiert

Asunción: Die medizinische Versorgung in Paraguay ist allein schon prekär. Wenn aber Ärzte 40 Stunden Dienst schieben müssen wohl noch mehr. Kunstfehler von Seiten der Mediziner könnten vermehrt auftreten.

Durchschnittlich beträgt die Arbeitszeit eines Mediziners im Hospital de Clinicas zwischen 36 und 40 Stunden, ununterbrochen. Eine Belastung, die das Leben der Patienten wohl gefährden könnte.

„Die maximale Arbeitszeit am Stück darf 29 Stunden nicht überschreiten“, sieht das Regelwerk aus der Fakultät für Medizinische Wissenschaften der Nationalen Universität (UNA) von Asunción vor.

Vor allem junge Ärzte, die direkt nach dem Studium Dienst schieben, sind von der hohen Belastung betroffen. Schon 2010 sollte eigentlich eine Regelung durch den Kongress verabschiedet werden, die eine maximale Dienstzeit am Stück von 30 Stunden vorschreibt. Die Verordnung ist noch nicht verabschiedet und eingeschlafen.

„Mehr als 80 Stunden in der Woche sind die Realität. Die Sparte zwischen dem akademischen und klinischen Teil muss kompensiert werden. Wenn die festen Angestellten nach Hause gehen gibt es nur noch freie Mediziner und die langen nicht aus. Sie müssen dann einspringen“, sagte ein Arzt, der nicht namentlich erwähnt werden wollte.

Chirurgen sind vor allem betroffen. Eine Operation dauert mehrere Stunden und andere Patienten warten schon. Wenn kein Ersatz vorhanden ist muss weiter operiert werden. Im Idealfall sind es 24 Stunden. „Wir haben eine Gesundheitskrise im Land, die keiner sehen will“, sagte der Informant. Bleiben Sie am besten in Paraguay gesund.

Quelle: Ultima Hora

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4 Kommentare zu “Ärztliche Kunstfehler vorprogrammiert

  1. Es gibt in Paraguay viele Gesetze und Bestimmungen die überhaupt nicht durchdacht und vor allem nicht zu Ende gedacht wurden. Diese fallen dann eben unter die Rubrik „NICHT DURCHFÜHRBAR“ So ist es auch mit der „29 Stunden Regelung“ für Mediziner. Sollten sich die Ärzte und Kliniken tatsächlich daran halten, dann könnten viele OP nicht mehr durchgeführt werden. Was fehlt sind ausgebildete Mediziner – doch wo sollen diese her kommen? Auf der einen Seite studieren vermutlich einfach zu wenige Medizin und auf der anderen Seite gehen gute Mediziner in´s Ausland weil sie dort bessere Arbeitsbedingungen, höhere Gehälter und weniger Korruption vorfinden.

  2. Nun, wer glaubt, die sei in Deutschland anders, der täuscht sich, ausser dass vielleicht die Ausbildung besser ist. Jedoch die Überbelastung im Gesundheitswesen kann jeder, der dort arbeitet, bestätigen!

  3. In der Schweiz liegt die Arbeitszeit bei 50 Stunden.
    Und diejenigen IPS-Aerzte, die ich kenne, lassen morgens ein- und abends ausstempeln. Sie zeigen sich sehr selten in den heiligen Hallen. Wollte ja weiland Nicanor Duarte ausmerzen und ist grandios gescheitert.

    1. Aber sich wegen „Überbelastung“ beklagen! Die belastungsfähigen und leistungsfähigen Mediziner wandern wohl ab, der Rest ist das, mit was wir uns als Patienten hier herum plagen müssen. Das Problem ist viel tief gründiger und zieht sich wie ein roter Faden durch alle Gesellschaftsschichten. Aber immerhin, viele finden dennoch „alles optimal“ und empfinden jegliche Kritik als Ehrverletzung und Schlechtmachung des Landes und sollte am besten gleich mit Landesverweis geahndet werden.

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