Auf diesen Moment hat sie nur gewartet

Asunción: Seit Jahren ein Dorn im Auge des Ex-Staatschefs Horacio Cartes forderte Desireé Masi ihn heute nach seinem missglücktem Schreiben an die Öffentlichkeit heraus die Senatoren beim Namen zu nennen, auf die er sich bezog.

Während der heutigen Sitzung des Senats, der wie neuerdings immer virtuell abgehalten wurde, kritisierte Desirée Masi Horacio Cartes dafür, dass er eine Erklärung wie ein tollwütiger Hund unterzeichnete, in der er den neuen Vorstand des Senats als Entführer bezeichnete.

“Ich bitte den ehemaligen Präsidenten Horacio Cartes, in dieser unverantwortlichen, respektlosen und unmoralischen Erklärung anzugeben, wer die Entführer und gewalttätigen Männer sind, die im Vorstand des Senats sitzen“ sagte sie und fügte hinzu, dass Cartes “die notwendigen Eier haben sollte, um die Entführer und die Gewalttätigen zu benennen, die Instabilität bringen“.

„Es scheint mir viel zu viel, dass Horacio Cartes einem Teil des Senats Unterricht erteilen will, wen man zu wählen hat. Er kann gerne seinen Kampf fortsetzen, aber er sollte sich besser nicht in die internen Angelegen des Kongresses einmischen, die diesen Vorstand gewählt haben.

Masi forderte die Senatoren von Honor Colorados auf, für die Kollegen ein Amtsenthebungsverfahren zu fordern, die laut ihren Ausführungen für Entführungen verantwortlich sind. Zudem wies sie darauf hin, dass zur Zeit von Cartes’ Regierung mehr Entführungen und Todesfälle durch bewaffnete Gruppen gab.

Nach der überraschenden Wahl des neuen Senatsvorstands, bei der Óscar Salomón als Präsident wiedergewählt wurde, veröffentlichte die Honor-Colorado-Bewegung eine Erklärung, in der die Regierung von Mario Abdo Benítez wegen ihres Verrats an Parteiprinzipien aufgrund ihrer “Allianz mit Entführern” betitelt wird. Óscar Salomón (ANR), Sixto Pereira (FG) und Hermelinda Alvarenga (PLRA) bilden den neuen Vorstands des Senats.

Wochenblatt / Última Hora

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2 Kommentare zu “Auf diesen Moment hat sie nur gewartet

  1. Man muß sich das mal vorstellen;
    Cartes hat kein politische Amt, verfügt über keinerlei politisches Mandat, bekleidet nicht einmal ein Parteiamt – aber mischt sich überall ein und mit, manipuliert im Hintergrund ganz nach Belieben und zieht überall an den Fäden seiner unzähligen Puppen. Er ist die graue Eminenz in Paraguay und alle sollen nach seiner Pfeife tanzen. Wie kann das eigentlich sein?

    1. Tja, weil Cartes Vermögen und Macht täglich wächst, er sich als gottgleich sieht (so wie der Sonnenkönig Ludwig XIV) und wirklich alle nach seiner Pfeife tanzen in Paraguay. Er kann, wenn er das will, wirklich fast jeden “verschwinden” lassen. Braucht er aber nicht, weil sowieso alle ihm gehorchen und er unantastbar ist – und seine engsten Amigos, wie Galaverna oder Gonzalez Daher sind auch extrem einflussreich. Er kann im Prinzip alles machen, was er will.
      Ich gehe stark davon aus, das bei den nächsten Wahlen seine Kandidaten gewinnen werden.
      Die wenigen kritischen Stimmen, wie diese Masi, stören zwar, aber er kann als Geschäftsmann damit umgehen. Manch anderer Herrscher erträgt das nicht und lässt solche Leute dann auch kalt machen.

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