Aus Versehen vergessen anzugeben

Ciudad del Este: Ein Vater zweier Töchter stirbt eines natürlichen Todes. Eine Tochter begann mit dem Prozess um das Erbe anzutreten und vergaß dabei ihre Schwester. Der Schaden ist riesig.

Irmina Vera de Gaona verlor keine Zeit und wollte das Erbe ihres Vaters, Aurelio Vera, antreten. Die Mutter war schon tot. Vor Gericht vergaß sie Ende 2011 anzugeben, dass sie noch eine Schwester hat. Als einmal alles auf ihrem Namen eingetragen war verkaufte sie zwei Grundstücke an einem bekannten Kreisverkehr im Wert von 1 Million US-Dollar. Als die unbeachtete Schwester Wind davon bekam, zeigte sie die “Alleierbin“ an. Nach Beendigung eines Gerichtsprozesses muss Irmina Vera nun 4 Jahre hinter Gitter.

Doch allzu schwer durfte ihr die Zeit nicht fallen, da weiterhin 500.000 US-Dollar ihr Eigentum sind und diese nicht nur ihren Aufenthalt hinter Gitter finanzieren, sondern auch danach noch für Freude sorgen werden. Rosalina Vera de Ortiz, der auch 500.000 US-Dollar zustehen, brachte zwar ihre Schwester hinter Gitter, jedoch nur gezwungenermaßen, da ohne die Anzeige ihr der Pflichtteil durch ihre Schwester nicht anvertraut worden wäre.*

* geändert

Wochenblatt / ADN

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4 Kommentare zu “Aus Versehen vergessen anzugeben

  1. Ja. Das ist schwer hierzulande. Für ein Gericht im Zuge der Verhandlungseröffnung in Causa Erbangelegenheit ermittelt zu haben wie viele Kinder der Verstorbene hatte. Dabei hätte man nur die neuen Pumas anziehen und im Keilschriftarchiv nachschauen können. Aber wahrscheinlich hat es am „Pumas anziehen und im Keilschriftarchiv nachschauen Tag“ gerade geregnet und keiner ist zur Arbeit erschienen. So what.

  2. Den letzten Satz des Artikels verstehe ich nicht. Warum sollte der ausgetricksten Tochter nicht der Pflichtanteil zustehen? Solche halbgaren Berichte sorgen nur für Verwirrung und lassen die Leser ratlos zurück. An dieser Stelle seien alle Kaufinteressierten von Immobilien und Grundstücken davor gewarnt, eine solch zu erwerben, wenn die Erbschaft nicht eindeutig durch Gerichtsbeschluß geregelt wurde. Dazu muß die sogenannte „Herencia“ (Erbschaftsnachweis) vorgelegt werden können. Im Titel eines Grundstückes mag vielleicht nur ein Name als Eigentümer eingetragen sein. Doch sobald dieser Eigentümer verheiratet ist, ist i.d.R. auch der Ehepartner automatisch Miteigentümer (Zugewinngemeinschaft) und muß beim Verkauf mitunterschreiben. Beim Tod eines der Eigentümer bedarf es eines Erbschaftsbeschlusses (siehe oben) denn nur daraus geht hervor, wer alles Miteigentümer des Grundstückes ist. Manche „schlaue“ Verkäufer versuchen ohne Herencia ein Grundstück zu verkaufen und bieten dazu eine notarielle Abtretung ihrer Erbschaftsansprüche an den Käufer an. Das genügt natürlich nicht, denn es könnte sich am Ende heraus stellen, daß es mehr Miteigentümer (Erben) gibt, als der Verkäufer zunächst angegeben hat. Vielleicht meldet sich später ein Miterbe aus Spanien oder von sonst wo und reklamiert seine Rechte. Am besten, man läßt die Finger davon, ein Grundstück zu erwerben, bei dem die Herencia nicht vorgelegt werden kann. Aus meiner Erfahrung heraus funktionieren Käufe aus einer Erbschaftsgemeinschaft ohnehin selten, da sich die Erben meist nicht über die Höhe des Verkaufspreises einigen können oder sich nicht einigen können, ob überhaupt verkauft werden soll. Schon oft kam es vor, daß vor dem Verkauf alles klar war, doch am Tage der geplanten Beurkundung platzte der Verkauf am Streit der Erben untereinander.

  3. Da kommt wieder die Idee ins Spiel, dass Erbe, Sohn, Tochter sein etc. kein Beruf ist. Ist es wirklich so logisch, den unnützesten Gören das Vermögen zu schenken, damit sie noch unnützer werden können.
    Andererseits ist hier ein anderes Problem am Werken. So wie im ersten Kommentar angesprochen, funktioniert schlicht die Verwaltung nicht. Einfach angeben ich bin ein Einzelkind und niemand prüft das nach? Das ist das wirkliche paraguayische Problem. Ein Land beginnt mit einem funktionierenden Staat ansonsten bleibt es auf ewig ein Zustand. Hier könnte man noch so logisch vorausdenken und präventive Gesetze machen, es würde alles nichts helfen, weil der Apparat nicht funktioniert. Es gibt unter 2 oder 3 immer schon mindestens einen, der nicht tut, was notwendig ist und damit wird das nie was.

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