Baden in einer Kloake

San Bernardino: Das Baden und Schwimmen in allen möglichen Gewässern Paraguays ist nun angesagt. Die hohen Temperaturen laden dazu ein. Insbesondere am See Ypacaraí tummeln sich viele Erholungssuchende.

Ob dies nun in dem Gewässer sinnvoll ist, sei dahingestellt. Meistens werden die Wasserwerte beschönigt, denn der See ist ein Anziehungspunkt für Urlauber und Menschen aus der Hauptstadt Asunción. Laut der Generaldirektion für Gesundheit und Umwelt (Digesa) hätten sich die Cyanobakterien in dem See verringert, aufgrund der letzten Regenfälle, nun aber seien die Werte in diesem Bereich wieder deutlich angestiegen. Sie sollen sogar, gemäß den neuesten Untersuchungen, überdurchschnittlich nach oben gegangen sein.

Das Institut gab aber an, die Werte “liegen noch im Grenzbereich“, nachdem täglich neue Wasserproben vorgenommen worden wären. Aber es wird davor gewarnt, dass dieser kontinuierliche Anstieg von Bakterien sich fortsetzen könne. Die signifikanten Regenfälle der letzten Wochen sind günstig für das Niveau der Cyanobakterien gewesen, aber die Verunreinigungen im See Ypacaraí mit fäkalem Coliformen und Phosphor hat sich anscheinend deutlich erhöht.

Es ist anscheinend jedes Jahr das gleiche Phänomen an dem Gewässer. Die Digesa empfiehlt eine Ringkanalisation, die eigentlich schon lange im Gespräch ist, umgesetzt wurde das Vorhaben nur auf dem Papier und teilweise in der Praxis. Die Fäkalcoliformen sind nicht nur menschlichem Ursprungs, sondern auch tierische Abfälle fließen ungeklärt in den See. Trotzdem dürfte wohl weiterhin in dem Gewässer gebadet werden.

Quelle: ABC Color

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5 Kommentare zu “Baden in einer Kloake

  1. Also logisch betrachtet wirkt zusätzliches Regenwasser in einem verschmutzen See eher verdünnend, daher erschliesst sich mir die Aussage nicht wirklich, regenfälle verschlimmern die Bakterienkonzentration. Kommen diese denn mit dem Regen rein?

    1. Da sind mehrere Widersprueche im Artikel.
      „Laut der Generaldirektion für Gesundheit und Umwelt (Digesa) hätten sich die Cyanobakterien in dem See verringert, aufgrund der letzten Regenfälle, nun aber seien die Werte in diesem Bereich wieder deutlich angestiegen. Sie sollen sogar, gemäß den neuesten Untersuchungen, überdurchschnittlich nach oben gegangen sein.“
      und dann
      „Die signifikanten Regenfälle der letzten Wochen sind günstig für das Niveau der Cyanobakterien gewesen, aber die Verunreinigungen im See Ypacaraí mit fäkalem Coliformen und Phosphor hat sich anscheinend deutlich erhöht.“

      Zunaechst mal, sind ein geringer Wasserstand und hohe Temperaturen guenstig fuer die Bildung von den toxischen Cyanobakterien. Bei Regenfaellen verduennt sich die Konzentration dieser Bakterien, jedoch werden Naehrstoffe kurzzeitig stark erhoeht eingebracht durch die Ausschwemmung von Strassen und Feldern nahe der Zufluesse. Nehmen wir mal an, wir haben 1 – 2 Tage signifikante Regenfaelle bei einem geringen Wasserstand und dann 2 Wochen heisse Temperaturen, dann besteht Gefahr, dass die Viecher entstehen.
      Es ist aber durch die komplexen Zusammenhaenge nicht einfach zu erklaeren und schon gar nicht vorherzusagen. Da spielen viele Parameter eine Rolle – das Stickstoff/Phosphor-Verhaeltnis, die Sonneneinstrahlung, Temperatur, Durchfluss der Zufluesse und sogar der Wasserspiegel bzw. Abfluss des Rio Salados.

      Jedenfalls begleite ich die Arbeit eines integralen Sanierungsplanes (aber eines richtigen!) einer namhaften italienischen Firma. Ausser der Ringkanalisation (im Uebrigen besteht dieses Konzept noch nicht so lange…) ist ein wirklich guter Vorschlag eines Ingenieurs gewesen einen kleinen Erddamm am Feuchtgebiet des Yukyry zu bauen, um die Zufluesse etwas zurueckzuhalten. Die Feuchtgebiete haben die wunderbare Eigenschaft, das Wasser natuerlich von den Naehrstoffen zu befreien, sodass ein viel sauberes Wasser in den See eingeleitet dann wird.
      Der Damm ist verhaeltnismaessig guenstig und verspricht wirklich kurzfristig eine Verbesserung. Die Ringkanalisation ist auch notwendig – aber das ist teuer und dauert lange.

      Jetzt hat die SEAM allerdings im Jahr 2014 ein Gesetz raus gebracht, dass jegliche Intervention fuer 10 Jahre im Feuchtgebiet verhindert. Dass da Leute Schilf verbrennen um zu jagen, interessiert die nicht wirklich, aber so ein Damm waere nach dem Gesetz nicht zulaessig. Das MOPC (aber eine andere Abteilung, nicht wir) versucht nun jetzt das Problem der SEAM zu erklaeren – ich hoffe es bringt was.

      Wenn die ganze Sache aus irgendwelchen Gruenden scheitern sollte und alles gute Zureden nicht nuetzt, werde ich mich persoenlich an der Pasarela in San Bernardino anketten und in den Hungerstreik treten. Man muss auch mal Zeichen setzen und nicht nur jammern.

  2. „Die Fäkalcoliformen sind nicht nur menschlichem Ursprungs, sondern auch tierische Abfälle fließen ungeklärt in den See.“
    Leitetet die Fleischverwertungsindustrie wie Ochsi Schlachtabfälle ungeklärt in Bäche, die zum See führen und wird irgendwann dabei erwischt, dann bekommt sie eine Buße.
    Soll ja in den letzten Jahren bereits mehrmals vorgekommen sein.
    Scheinbar fällt nach „Einigung“ mit den Munispalidades und Fiscales die Buße dann um einiges (Millionen Guaranies) geringer aus, sodass sich die Praxis weiterhin für alle Beteiligten monetär lohnt. Man kann ja über solche Angelegenheiten diskutieren.
    Und dann? Dann geht es eben wieder weiter so wie bisher, es hat weder einem Verantwortlichen den Job gekostet, noch kontrolliert irgendwer, ob die getroffenen (neuen) Vereinbarungen (jetzt keine Schlachtabfälle mehr in den Bach zu leiten) eingehalten werden und es sind auch weiterhin keine rechtlichen Konsequenzen zu befürchten, alle haben etwas davon.
    Aber eine Ringkanalisation würde sich schon für viele Beteiligte lohnen, das ist so wie wenn ein Gringo ein Haus bauen lässt – nehme ich jetzt mal an. Da können all die Hobby-Maurer, -Electicistat, -Plomeros – die, wenn man nachfragt eigentlich Hausmänner sind – ihre Lehre am Bauobjekt absolvieren.
    Bin wirklich gespannt, ob so eine Ringkanalisation mit roter Erde und Spucke zusammengeklebt auch mehr als 14 Tage seinen Dienst tun wird.
    Da kann man nur Hoffen das fähige Leute wie Philipp das Ganze konzipieren werden. Doch an den Bauplänen und der Statik wird es nicht fehlen. Leider wird es trotzdem nicht klappen, da es bei der Ausführung scheitern wird, denn – wenn man logisch überlegt – wie sollen Hausmänner (amas de casa) diese Arbeit fachgerecht ausführen?

  3. den Paraguayern, die da baden ist die Wasserqualität egal, man kann ja notfalls zum Medizinmann gehen und sich
    irgendein Medikament geben lassen

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