Bauruine im Chaco

Filadelfia: Was lange währt wird endlich gut lautet ein Sprichwort. Leider trifft es auf dem Bau des Interpretationszentrums Gran Chaco nicht zu. Im Jahre 2013 begonnen und kein Ende ist in Sicht.

Das Zentrum wird 15 Kilometer von der Stadt Filadelfia entfernt errichtet. Laut Gustavo González, Verantwortlicher für Bauprojekte der Tourismusbehörde Senatur, hat das Bauunternehmen Baumann SA vor zwei Monaten die Arbeiten eingestellt. Die Firma war mit 25% der vertraglich festgelegten Bauabschnitte im Verzug.

Das Auftragsvolumen für das Projekt beläuft sich auf 8,898 Milliarden Guaranies. 30% davon wurden als Vorschuss an das Unternehmen Baumann ausbezahlt, jedoch wurden “Dinge in der ersten Phase platziert, die nicht mit den Bauplänen übereinstimmen“, so González.

Mit der Kündigung des Vertrages wurde aber kein “Geld in den Sand gesetzt“ weil bei der Ausführung von dem Projekt eine Bankbürgschaft erfolgte. Im Augenblick läuft eine neue Ausschreibung, sodass das Zentrum im nächsten Jahr fertiggestellt sein soll.

Seit der Bau von dem Interpretationszentrum des Gran Chacos im Jahr 2013 begann gab es gemischte Gefühle bei den Bewohnern in der Region. Einige meinten, der Bau sei unnötig und werde nie enden. Außerdem wird wohl kaum einer sich für das Zentrum interessieren.

Orlando Hilde, Leiterin vom Tourismusverband in Filadelfia, sagte, dass sich die Behörde Senatur mehr für den Chaco engagieren müsse, insbesondere bei der Förderung von kleinen Fremdenverkehrsanbietern. Massentourismus sei im Chaco schwierig zu praktizieren, da in der Region eher kleine Gruppen vorherrschen würden.

Wochenblatt / ABC Color

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3 Kommentare zu “Bauruine im Chaco

  1. Ich arbeite ja weder für das Ministerium SENATUR noch für irgend einen Tourismusverband. Ich komme auch nicht aus der Tourismusbranche.
    Aber bevor ich so einen Bau ins Niemadsland stellen würde, würde ich mir überlegen, wer denn die Zielgruppe sein könnte. Ah, Touristen. Welche? Eher unwahrscheinlich, dass Touristen kommen, die Wind, Meer und Nachtleben suchen. Aha, Reitferien, Trecker, Camper. Ok.
    Dann würde ich abklären, ob für die drei Touristen (1xReitferien, 1xTrecker, 1xCamper) nicht schon drei Angebote bestehen. OK, gibt es schon.
    Dann würde ich meinen, nein, die gehen eh nach Australien oder ähnlich in die Ferien, aber ich würde die zugesprochenen Steuergelder trotzdem nehmen, davon kann man sicherlich etwas in die eigene Tasche abzwacken. Bin ich nicht doch ein kluges Kerlchen?

    1. Ein Interpretationszentrum ist ein Bauprojekt, in welchem interpretiert wird, in welche fremden Taschen das Geld dafür landen soll?

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