Bierdurst zu Weihnachten

Asunción: Es deutet alles darauf hin, dass die Paraguayer heuer zum anstehenden Weihnachtsfest Bier anstatt Kuchen, Brot oder andere Dinge bevorzugen. Das schäumende Getränk wird in großen Mengen verkauft, zumindest am Abasto Markt.

Im Dezember wird alles gekauft, dass man sich verdient hat, denn die Paraguayer arbeiten das ganze Jahr dafür. Ein ungeahnter Kaufrausch setzt bei allen Bürgern ein.

Wenn sich die Feiertage nähern, steigt die Begeisterung der Menschen, die in die Geschäfte drängen, um die gewünschten Objekte zu kaufen. Natürlich sind neben Haushaltsgeräten und anderen Elektroartikel auch Konsumgüter das Unvermeidliche und unter diesen gibt es ein Getränk, das die Paraguayer über alles lieben: Bier.

In der Dose, in der Flasche und in jedem Format wird das schäumende Getränk Ende des Jahres in großen Mengen erworben.

Dies wurde von Matías Vázquez, einem Verkäufer am Abasto Markt, bestätigt. Er teilte weiter mit, dass der Bierabsatz dieses Jahr nur im Dezember um 40% gestiegen sei. In diesem Sinne verkauft er 80 Hektoliter pro Tag. Dies entspricht ungefähr 2.500 Getränkepackungen.

Dieses Verkaufspotenzial kam zustande, weil die Monate Oktober und November laut dem Verkäufer mit einem Rückgang des Konsums einhergingen.

Ein Thema, das die Aufmerksamkeit der Händler auf sich zog, ist die Art und Weise, wie sich die Inhalte der Geschenkkörbe der Unternehmer an die Mitarbeiter verändert haben. Früher waren sie mit süßem Brot, Pfirsichdosen, Säften, Süßigkeiten und anderen Lebensmitteln gefüllt, während die “Körbe“ heute überwiegend aus Packs mit Bierdosen bestehen.

Diese interessante Änderung des Konzepts hat einige Verluste für die Verkäufer gebracht, weil der Vorrat an dem süßem Weihnachtsbrot, den sie vorrätig hatten, nicht vollständig verkauft werden konnte und es wahrscheinlich auch nicht mehr wird.

„Ich habe immer noch mehr als 1.200 solcher süßen Brote oder Kuchen auf Lager“, sagte Matías Vázquez, der immer noch darauf vertraut, dass mit dem enormen Verkauf von Bieren auf jeden Fall Gewinne erzielt werden können.

In den verschiedenen Läden der Hauptstadt verlängern die Händler ihre Öffnungszeiten, sodass der Konsum weiter angeschoben wird.

Wochenblatt / ABC Color

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6 Kommentare zu “Bierdurst zu Weihnachten

  1. Weihnachten, Stille Nacht, Heilige Nacht? Nicht so in Paraguay! Die Art, wie hier mit dem wichtigsten Fest der Christenheit umgegangen wird, widert nur noch an. Weihnachtsfest = Freß- und Sauffest mit viel Lärm und Knallerei. Aber über 90 % der Menschen wollen „gute Katholiken“ sein.

    1. Weihnachtsfest in D = Fress- und Sauffest mit üppiger Dekoration, ohne Lärm und Knallerei, dafür mit konsumtreibenden, undefinierbaren „Weihnachtsgefühlen“.

  2. Johan Moritz van Nassau-Siegen

    Antworten

    Immer mehr mittlere bis kleine mennonitische Laeden haben inmitten ihres Ladens strategisch 1 Kubikmeter (1 Palette) Bierdosen gestapelt.
    Man setzt wohl zusehends auch die Wachsende „Minderheit“ der Saeufer unter den Mennoniten.
    Bier verkauft sich eben mehr als Eisenwaren oder Ersatzteile.

  3. Ja, Johan Moritz von Nassau-Siegen, gerade bei Mennos ist diese Scheinheiligkeit besonders auffällig. Ich war viele Jahre lang in Paraguay mit dem Import von Lebensmitteln und Getränken aus Deutschland beschäftigt, und unsere Kunden waren auch die mennonitischen Kooperativen, die über eigene Supermärkte verfügen. Oftmals wurde an mich dieselbe Frage herangetragen: Was könnte Ihr uns aus Deutschland sonst noch anbieten?? Nun, selbstverständlich bot ich den Mennos auch deutsche Biere an. Aber da winkten sie sofort ab, sowas wollen sie nicht verkaufen, aber das sei nicht etwa aus religiösen Gründen, es sei deshalb, weil gerade die Mennoniten für alles, was im Chaco passiert, verantwortlich seien. Und wenn die Indios sich mal besaufen, dann sind sie unberechenbar und da gibt es dann meist Probleme. Und sie als Mennos möchten dann nicht die Mitschuldigen sein, weil die Indios die alkoholischen Getränke bei den Mennos gekauft hatten. Nun, ich konnte die Einkäufer der Mennos dahingehen beruhigen, denn ich wusste, daß gerade die Indios sehr nahe bei den mennonitischen Kolonien im Chaca unter freiem Himmel eine Diskothek betrieben, und dabei ein riesiges Getränkelager hatten, voll bis unter das Dach mit Bierdosen aller in Paraguay vorhandenen Marken, kistenweise Whisky und Aristokrata, und die Indios brauchten nichts von den Mennos zu kaufen, wenn sie mal einen saufen wollten, sie haben selbst genug davon und das noch viel preiswerter als die durch uns aus Deutschland importierten Produkte. Diese Produkte, die ich den Mennos anbot, um in ihren Supermärkten zu verkaufen, seien eigentlich lediglich geeignet, damit die mennonitische Bevölkerung z.B von Fernheim oder Neuland auch mal etwas besonderes bei sich zu Hause genießen könnten, denn Produkte dieses Preisniveaus seien auch nicht geeignet, um sich zu besaufen, und noch viel weniger für die Indios. Aber sie blieben dennoch hart bei ihrer Entscheidung, in ihren Supermärkten so etwas nicht verkaufen zu wollen. Anton hat da vollkommen recht: früher heimlich, jetzt unheimllich.

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