Cartes in Spanien

Präsident Cartes ist vom Finale der Champions-League in Berlin gleich zu seinem ersten offiziellen Besuch nach Spanien gereist, dort nahm er an einer Konferenz mit dem Titel „Wasser und Wasseraufbereitung: Eine gemeinsame Herausforderung für die Länder Südamerikas“ teil.

Konferenz: Wasser und Wasseraufbereitung

Cartes stellte heraus, Paraguay verfüge über große Wassermengen, doch die Bevölkerung leide an mangelhaften Dienstleistungen in diesem Bereich. Es sei die Pflicht der Staaten (Mehrzahl) Wasser zur Verfügung zu stellen und eine der großen Herausforderungen der Regierungen.

Seine Regierung habe zwar schon viel investiert, das sei aber nicht genug, um bis 2032 alle Menschen mit Wasser zu versorgen und eine Kanalisation zwischen 2040 und 2050 fertig zu stellen. Er forderte ausländische Unternehmen auf, in Paraguay in diesem Bereich auf Basis des Gesetzes zur Öffentlich-Privaten-Allianz zu investieren und erwähnte die vorbildliche Rechtssicherheit im Land.

70% der Forderungen, die aus ländlichen Regionen an die Regierung gerichtet werden, betreffen die Wasserversorgung, berichtet Cartes, und das, obwohl das Land auf dem „Acuífero Guaraní“, einem der größten Süßwasserspeicher überhaupt, liege und über mehr als 90 Flüsse verfüge.

Forum: Investieren in Paraguay

Danach fuhr der Staatschef zu dem von der Zeitung „El País“ organisierten Forum, wo er von einem enormen Potential Paraguays sprach, welches seit 25 Jahren schlafe. 150.000 Paraguay lebten in Spanien „aus Mangel an Möglichkeiten im eigenen Land“, während 13.000 Spanier in Paraguay residieren und im Gegensatz zu den erstgenannten gut ausgebildet seien.

Und dann entglitt dem Präsidenten ein andermal einer seiner gefürchteten Improvisationen: „Wir exportieren Armut und erhalten Kapazität. Uns fehlen Menschen mit Ausbildung“. Darauf reagierten in Spanien lebende Paraguayer mit Entrüstung.

Der in Madrid lebende paraguayische Journalist Gustavo Zaracho verwies auf Studien, welche belegen, dass die Ausbildung der Auswanderer aus Paraguay über dem Durchschnitt liege. Es seien gerade die jungen, dynamischen, produktiven und kreativen Köpfe, die im Ausland größere Entwicklungschancen sehen als in der Heimat, die nach Spanien ziehen.

Weiter leisteten die 12% der Paraguayer, die im Ausland leben, durch Geldsendungen an ihre Familien in die Heimat einen unverzichtbaren Beitrag zum Wohl des Landes, während die großen Exporteure von Fleisch oder Soja so gut wie keine Steuern zahlten und deren Einnahmen nur in den Taschen einiger Multimillionäre landeten.

„Der Präsident scheint diese fundamentalen Daten der Wirtschaft des Landes, das er regieren will, nicht zu kennen“, schreibt Zaracho in einem Artikel in der Online-Zeitung TerceraInformación.

Der Finanzminister, Santiago Peña, stimmte auf der Veranstaltung etwas sanftere Töne an, als er sagte, dass man in Paraguay zwar nicht über besonders gut ausgebildete Arbeitskräfte verfüge aber schnell lernen könne. Nebenbei kündigte er an, es müssten innerhalb kürzester Zeit 16 Milliarden US-Dollar für den Aufbau der Infrastruktur Paraguays aufgewendet werden und der öffentliche Sektor habe dazu nicht ausreichend Mittel, darum hänge man von privaten Investitionen und Krediten ab.

Der zweite Tag

Am Dienstag traf sich Cartes mit dem spanischen Königspaar und deklarierte „eine feste und unzerbrüchliche Allianz“ mit Spanien. „Spanien richtet heute seinen Blick mehr denn je auf Paraguay“, versicherte Felipe de Borbón.

Vor der Audienz beim König traf sich Cartes mit Geschäftsleuten, die an Investitionen in Paraguay interessiert sind. Dabei wurde auch ein Vertrag mit Air Europa unterzeichnet, die Linie will ab Dezember Asunción und Madrid mit Direktflügen verbinden. Zum Mittagessen gab es ein Treffen mit dem Regierungspräsidenten Mariano Rajoy und einigen Ministern.

Mittwoch und Donnerstag wird der Präsident an einem Treffen der Staatschefs der europäischen Union (UE) sowie der Gemeinschaft der lateinamerikanischen und karibischen Staaten (CELAC) in Brüssel teilnehmen.

Quellen: Paraguay.com, TerceraInformación, ABC Color

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3 Kommentare zu “Cartes in Spanien

  1. ….,und erwähnte die vorbildliche Rechtssicherheit im Land!,was sollte er sonst sagen!
    Er glaubt es doch selber nicht!.

    Grüsse Penicillin

  2. Tja….offensichtlich hat „die politische Kaste“….jeglichen Realitätssinn verloren…erzählen öffentlich irgendeinen Quatsch….so siehts in den meisten Ländern der Welt aus…mal mehr, mal weniger….das nervt wirklich !

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