Chaco: Teufel und Dämonen lösen Panik in indigener Gemeinschaft aus

Fuerte Olimpo: Im Chaco gibt es noch viele indigene Gemeinschaften. Die Uhren gehen hier anders und manches ist mit dem gesunden Menschenverstand nicht immer leicht zu erklären.

Seit einigen Monaten erleben die indigene Gemeinschaft von Riacho Mosquito und ihre Nachbarn aus Boquerón Kue im Departement Alto Paraguay seltsame Situationen, die die Ruhe der Bewohner und der einheimischen Familien zerstören, wo angebliche Teufel und Dämonen den anderen Mitgliedern Angst und Panik bereiten. Viele wiederum wissen nicht mehr, was sie tun sollen, um die Ruhe wiederherzustellen.

Das erste Opfer war ein junger Mann von 18 Jahren in Boquerón Kue, der an dem Treffen einer Gruppe evangelikaler Pastoren teilgenommen hatte. Danach begann er seltsame Dinge zu erleben, die ihn geistig betrafen. Seine Verwandten, die in Puerto Casado keine Heilung fanden, brachten ihn nach Asunción, wo er schwere psychische Probleme hatte und in eine geschlossene Anstalt im Stadtteil Obrero eingeliefert wurde.

Die Mitglieder der Gemeinschaft berichten inmitten von Angst und ohne ihre Identität zu offenbaren, ihren Verdacht auf eine Situation, in der Menschen dazu angehalten werden, ihr Verhalten zu ändern und so wirken, als sie von einem Dämon befallen wurden. Die evangelischen Pastoren sind ihre Befreier und treiben den Teufel aus. Die Situation verschlechterte sich, seit fremde Menschen in die Gemeinschaft eingedrungen waren.

Die Indigenen nehmen aus Angst keine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft vor.

Lokale Behörden vor Ort sind Zeugen der Panik in den indigenen Gemeinschaften. Weil das Problem zunimmt, bitten sie das Institut Indi und den Staatsanwalt für ethnische Rechte den Eingeborenen, die Opfer sind, besondere Aufmerksamkeit zu widmen und die Ursache einer kollektiven Psychose zu untersuchen.

Wochenblatt / Ultima Hora

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11 Kommentare zu “Chaco: Teufel und Dämonen lösen Panik in indigener Gemeinschaft aus

  1. Der Aberglaube an unzählige böse Geister ist weiterhin tief in der indianischen Kultur verbreitet. Aber nicht nur bei den Indigenen, auch ein Großteil der paraguayischen Bevölkerung „pflegt“ weiterhin einen tief verwurzelten Aberglauben, obwohl nach der Statistik doch ca. 90 % sich zum christlich-katholischen Glauben bekennen. Offensichtlich versagt hier die katholische Kirche bis zum heutigen Tag oder aber sie ist für die Gläubigen nicht glaubwürdig. Es ist ja nicht so, daß die Indigenen damit glücklich wären, nein, sie leiden sehr darunter und fürchten sich vor Dingen und Einflüssen, die es so nicht gibt. Liebend gerne möchte sie davon befreit sein, aber wie sollte das geschehen? Mir berichteten zahlreiche mennonitischen Missionare davon, daß ihnen die Indigenen zutiefst dankbar waren und sind, daß sie von ihnen von diesem fürchterlichen Aberglauben befreit wurden. Und dennoch, so ganz loslassen können oder wollen viele Indigenen „ihre Geister“ nicht. Sie bekennen sich heute in großer Mehrheit zum christlichen Glauben, doch aus ihrer Sicht „kann es ja nicht schaden“ auch weiterhin an ihren uralten Geisterbeschwörungen festzuhalten. Sie fahren sozusagen doppelgleisig. werden hin und her gerissen – und das ist das große Problem! Man kann nicht an Gott glauben und an Geister (oder an sonstigen Humbug) – so wird man nie frei. Wie sagte doch Jesus; „WER NICHT FÜR MICH IST, DER IST GEGEN MICH“ und wird daher niemals die große innere Freiheit und einen großen inneren Frieden erleben.

    1. Psychologisch bedingt. Wenn also Menschen glauben, sie seien vom Teufel bedroht oder besessen, macht mein einen Exorzismus. Wer ist da besser geeignet als ein Laienprediger?
      „Wer nicht für mich ist der ist gegen mich“. Na, das hätte von gedorge Bush sein können. Eine Simpleton-Aussage. Zu Jesus Zeiten gab es noch keine Gymnasien, nicht einmal Hilfsschulen. Schon gar keine Möchtegern-Professorchen sondern nur ein paar Philosophen, vor allem in Griechenland, und viele Banausen.

      1. Ach das tut mir aber leid! Hat sich der ehrenwerte Herr „Professor“ als erkannter Spötter & Antichrist schon am frühen morgen so aufregen müssen! Dachte ich mir schon, aber seine unsachlichen Entgegnungen und Hinweise auf andere gotteslästerliche „Wissenschaftler und Philosophen“ und Quellen können mich nicht die Bohne beeindrucken. Sie können noch so viele Antichristen zitieren, deshalb werden deren „Weisheiten“ auch nicht richtiger. Und mich spornt es noch mehr an mich zu Gott zu bekennen, denn nur ihm allein bin ich verantwortlich und nicht solchen Haßpredigern wie Sie die andere Menschen in die teuflische Irre führen wollen. Der Preis dafür wird hoch sein, den Sie eines Tages dafür bezahlen müssen!

    2. Morgen Manni.
      Zu „Offensichtlich versagt hier die katholische Kirche bis zum heutigen Tag“ bin ich völlig einverstanden.
      Dass man Naturvölkern ihren (Aber-)Glauben weg nehmen soll und sie missionieren sollte finde ich nicht gut. Lasst ihnen ihren Glauben und Rituale.
      Zu „Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich“ finde ich eine völlig falsche Aussage von Jesus, denn ich persönlich bin weder für ihn, im Sinne, dass ich an die alten abergläubischen Geschichten, die uns die Religionen vermitteln möchten, glaube würde, aber ich bin auch nicht gegen Jesus. Bis zum heutigen Tag konnte mich noch niemand überzeugen, dass das stimmt, was in diesen Büchern steht. Das stimmt einfach nicht, von mir aus darf jeder Erwachsene an Jesus glauben, finde es aber falsch schon Kleinkinder mit diesem Zeugs zu konfrontieren. Kinder sollen Kinder sein dürfen und sich nicht bedanken müssen, das es etwas zu Essen gibt und wir alle gesund sind, weil Mami und Papi Freude beim Sex hatten. Wenn sie als Erwachsene entscheiden den Weg Jesu zu gehen, dann ist es ihr Wille und auch gut so.

  2. ich kann euch leider nicht beweisen, dass der Glaube an „Gott“ und „Jesus“ der letzte (kommerziell betriebene) Humbuck ist.
    Der Laiernprediger aber wird mir nicht das Gegenteil beweisen können.

    1. Auch Sie haben noch nicht begriffen, daß es müßig ist darüber zu streiten, ob es „Beweise“ für oder gegen Gott gibt. Das haben auch die Agnostiker so erkannt. Deshalb sagen sie: „Vieles spricht dafür, daß es Gott gibt, aber auch vieles spricht dafür, daß es ihn nicht gibt. Darum sagen wir – wir wissen es nicht“! Gott kann man nur ganz persönlich erfahren. Wer Gott sucht, wird ihn finden!! Ich habe darüber in diesem Forum schon mehrfach geschrieben, doch die Voreingenommenen und Gotteslästerer wollen das natürlich nicht zur Kenntnis nehmen, dann dann würde ihr selbstgemachtes und selbstherrliches Weltbild einstürzen. Und was dann?

      1. Manni: Ist es denn so schwer zu begreifen, dass die meisten Schreiberlinge des „Neuen Testamentes“ Jesus gar nicht kannten? Sie ließen ihrer Phantasie freien Lauf. Abgesehen davon panschten später allerlei halbgare Schlaumeier in den Schriften herum und änderten nach Lust und Laune. Jesus wurden Worte in den Mund gelegt, die er gar nicht gesagt haben kann. Außerdem: Im Kongress zu Nicäa entschieden mehrere hundert alte Giftzwerge aufgrund einer politischen Initiative des Königs Konstantin, welche Schriften in die „heilige“ Schrift aufgenommen werden oder nicht. Von Gott inspiriert. Einfach lächerlich. Also, was hindert Sie oder mich daran, aus den nicht angenommenen, verworfenen Schriften, den Apokryphen, zu zitieren? Wieso sollte ein erfolgreicher Schrotthändler aus Deutschland klüger sein als Wissenschaftler? Mir bleibt die Spucke weg.

  3. Wie sagte schon der Alte Fritz?
    In diesem meinem Reiche möge ein jeder nach seiner Fasson selig werden.
    Also sollen die, die glauben wollen glauben, die anderen eben nicht.
    Warum muß man sich deswegen denn ständig anfeinden?
    Nun zum Artikel:
    Meines Erachtens resultieren die psychischen Probleme der Indigenen daraus, daß sie nicht mehr wissen, was sie glauben sollen/dürfen, und was nicht.
    Sie wissen eh nicht, wo sie stehen, sind in der heutigen Welt noch nicht angekommen, haben ihre traditionelle Lebensweise aber schon großteils aufgegeben.
    Sie sind entwurzelt.
    Das Problem ist ja auch, daß man ihnen das Christentum nicht mit dem Hammer einprügeln sollte.
    Was tun denn die Missionare?
    Sie ersetzen die eine Furcht durch eine neue.
    Da erzählen sie ihnen, es gäbe ihre Geister und alten Götter nicht, ersetzen diese Dämonen aber dann durch den Satan, das Fegefeuer und die Hölle.
    Wo ist da der Unterschied?
    Ganz einfach!
    Bei ihrem alten Glauben kennen sie Rituale des Schutzes und wenden sie an. Und erhalten sich so ihre geistige Gesundheit.
    Beim neuen Glauben haben sie keinerlei Schutz.
    Der ist ihnen nicht vertraut, sie kennen sich damit nicht wirklich aus und können ihre Ängste somit nicht mindern.
    Und ja, die Kirchen, egal welcher Coleur, vesagen.
    Sie knechten die Gläubigen mit der Angst vor der Strafe Gottes, der Angst vor Satan und der ewigen Verdammnis.
    Sie produzieren abhängige Schafe, die sich somit ganz einfach unterjochen und ausbeuten lassen.
    Das alles hat mit dem wirklichen christlichen Glauben überhaupt nichts zu tun.
    Warum handeln die Kirchen so?
    Weil es sich über die Jahrhunderte hinweg so bewährt hat.
    Sagt der Politiker zum Bischof: Halt du sie dumm, ich mach sie arm.

  4. Johan Moritz van Nassau-Siegen

    Was auffaellt ist dieses: >der an dem Treffen einer Gruppe evangelikaler Pastoren teilgenommen hatte<.
    Das scheint sich auf "evangelikale" zu konzentrieren. Will wohl heissen Pfingstler oder auf Missionsgemeinden der Mennoniten (eher Pfingstler). Obwohl das Pfingstlertum zusehends zunimmt unter den Mennoniten.
    Schwere Psychische Probleme nach der Versammlung mit den evangelikalen?
    Das bedeutet nur eins: diese haben ihn wohl den Boesen Geist eingetrichtert anstatt den Guten (den sie in dem Fall dann nicht gehabt haben).
    Deswegen versuch ich das hier so sehr klarzumachen: man soll getauft sein auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes; und nicht auf den Namen der mennonitischen Gesellschaft, des Sportvereines, der Kooperative, der Gemeinde, des sozialen Images, der Karriere, usw.
    Da liegt der Hund begraben.
    Dies ist Beweis dass da im Namen der Evangelikalen Boese Geister verteilt werden. Auch unter den Mennoniten hab ich selbst gehoert gibt es weisse Prediger (nicht mal Mischlinge) die, und ich zitiere "mit dem Handtuch die boesen Geister austrieben". Als ich den Prediger daraufhin ansprach per sms oder WhatsApp unter Pseudonym so wollte er waehrend 20 Mensajes nur wisser wer ich waere ("wer bist du", "wer bist du", usw). Diesem fiel es keinesfalls ein nach meinem Anliegen zu fragen sondern seine Hauptsorge war den Namen zu erfahren um nachher eine kompromittierende Haltung einnehmen zu koennen (das sogenannte "Druckmuttel").
    Also diese ganzen explodierenden boese Geister die sind zum grossen Teil auf dem Mist der Pfaffen gewachsen da diese praktisch nur auf ihre Karriere aus sind als wirklich den naechsten ernst zu nehmen geschweige denn wirklich helfen zu wollen.
    Oft sind diese sogenannten "evangelikalen" Gospel prosperitaets Verkuender von einem IQ von rund 80. Viel Geschrei und Gruppenzugehoerigkeit wird als Evangelium dargestellt welches die Leute dann leer und offen laesst fuer eben "den Boesen Geist + 7 andere boesen Geister".
    Auch die grassierende Selbstmordrate unter evangelikalen weiblichen PastorInnen (wie es auf Neudeutsch und antibiblisch heisst. Van Nassau-Siegen, oder aeh Herr "Giesbrecht" fuer den man mich jetzt glaubt erkannt zu haben, wurde ja bezichtigt "frauenfeindlich" zu sein da mans ja nicht mit den unterbelichteten Mennoniten heimlich treibt wie so mancher Pfaffe bei der mennonitischen Seelsorge) ist auf Einwirkung boeser Geister zurueckzufuehren.
    Die boesen Geister gibt es, aber ich selbst habe noch nie irgendwelche Erfahrungen oder Kontakt mit denen gehabt. Au contraire zu so manch mennonitischem Pastor – von vielen von denen man den schalen Nachgeschmack hat, dass die nie so ganz frei gekommen sind vom boesen Geist.
    Ich pflichte dir bei @Simplicus.

  5. Also laut den gläubigen Christen unter den Kommentaren gibt es Gott, Jesus Christus, die Jungfrau Maria, den Teufel, der die Ungläubigen und Sünder bestraft aber wenn Indigene oder Andersgläubige (z.B. Wiccaner) an etwas glauben, daß die ach so heilige christliche (nicht nur die Katholiken, auch die Evangelisten) Kirche für wahr befindet, na dann muß es ja so sein. Typisches Muster der letzten 2019 Jahre … Echt traurig und armselig, aber leider wiederholt sich die Geschichte zunächst als Tragödie und dann als Farce … Mein Fazit: wenn sich alle an die goldene Regel halten würden, andere so zu behandeln, wie man selbst gern behandelt werden möchte, dann wäre die Menschheit ein ganzes Stück friedlicher! Und beharren die religiös Gläubigen letztendlich nicht immer darauf, daß es um den Glauben und nicht um den Beweis geht. Dazu passt auch gut: wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!

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