Das gesamte Einkommen für den Erhalt der Gesundheit

Asunción: Laut einer Studie der Weltbank zu den öffentlichen Gesundheitsausgaben hat die ärmste Bevölkerung seit 10 Jahren aus gesundheitlichen Gründen katastrophale Kosten. Das heißt, sie geben fast ihr gesamtes Einkommen für Medikamente oder eine ärztliche Behandlung aus.

Vor einem Jahrzehnt nehmen die Ungleichheiten in der öffentlichen Gesundheit sprunghaft zu. Laut der kürzlich von der Weltbank vorgelegten Studie bestehen hinsichtlich Einkommen und geografischer Lage große Lücken bei der Gesundheitsversorgung in Paraguay. Dieses Problem spiegelt sich vor allem in hohen Auslagen wider (drei Viertel davon sind für Arzneimittel bestimmt), die den Zugang zur Gesundheit für arme, ländliche und indigene Bevölkerungen negativ beeinflussen.

Aakash Mohpal, Ökonom für Gesundheit, Ernährung und Bevölkerung der Weltbank, erklärt, dass die Selbstkosten für Privatpersonen einen großen Teil der ärmsten Haushalte getroffen haben, die mit katastrophalen Kosten konfrontiert waren. „Katastrophale Ausgaben sind so definiert, wenn ein Haushalt unvorhergesehenen Ausgaben für Gesundheitsfragen ausgesetzt ist, die ein Viertel des Haushaltseinkommens oder 25% ihres Gehalts übersteigen“, sagte er.

23% der ärmsten Bevölkerungsgruppen haben solche Ausgaben getätigt, 16% der Landbevölkerung und weitere 16% der Bevölkerung, die nur Guaraní spricht, was mehr als 83.000 paraguayische Haushalte bedeutet. Deren Einkommen wird fast nur für Medikamente verbraucht.

Wenn man bedenkt, dass 40% der Bevölkerung nur 16% des gesamten Einkommens verdienen, investiert diese Bevölkerungsschicht 37% ihres Verdienstes in Selbstkosten für die Gesundheit, dh, die Last der Ausgaben ist für die Armen größer für die Reichen.

Mohpal weist darauf hin, dass es eine große Herausforderung für die Gesundheit in Paraguay sei, diese hohen Kosten zu reduzieren. Der Schlüssel dabei ist die primäre Versorgung zu forcieren, in dem man mehr Gesundheitszentren für Familien installiert.

„Gesundheit ist einfach: Es ist viel besser, die Ressourcen auf eine Förderung und Prävention statt auf kurative Pflege zu konzentrieren. Die Familiengesundheitszentren (USF) haben das Ziel, häufig auftretende Krankheiten, wie Diabetes, Bluthochdruck, unter anderem zu behandeln. Jedoch sind in Paraguay nur 800 der geplanten 1.500 USFs entstanden und mehr als 50% der Bevölkerung haben keinen Zugang zu ihnen“, erklärte Mohpal.

Ein weiteres Problem der bestehenden USFs, auf das der Experte verwies, ist, dass man nicht über ausreichende personelle Ressourcen oder geeignete medizinische Ausrüstung verfüge. Auch dieser Mangel müsse dringendst behoben werden.

Wochenblatt / Ultima Hora

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11 Kommentare zu “Das gesamte Einkommen für den Erhalt der Gesundheit

  1. Johan Moritz van Nassau-Siegen

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    Der paraguayer, wenn er einmal den Monatslohn kassiert hat, dann sitzt er beim Krankenhaus und laesst sich „doktern“. Eben wie ein Indianer auch.
    Danach kann man praktisch seine Uhr einstellen.
    Dann wird gewettert dass man noch soll beim Arzt was bezahlen und das der Staat nicht alle Medikamente umsonst gibt.
    Dieses kann man vermehrt beobachten bei juengeren Lateinern. Die aeltere Generation ist keineswegs so wie das gewickelt (die Kinder der Chacokriegsveteranen).
    Die paraguayer fuehlen sich halt „wichtig“ wenn sie beim Arzt konsultieren. Es ist eher so eine Art ersatz fuer den Seelenklempner und Klapsmuehle. Vor allem geht es dem lateiner gut wenn der Arzt ihm sagt dass er nicht arbeiten darf (das ist immer eine Festfreude fuer die) fuer ein paar Tage.
    Wie sich noch Mennoniten mit solchem dunklen Volk verheiraten wollen, das ist mir unverstaendlich – es sei denn der Weisse ist auch schon zu einem guten Teil degeneriert.

  2. Dies gilt natürlich nicht nur in dicht besiedeltem Gebiet wie Städte:
    Wenn man toleriert, was die meisten tun, dass dein Nachbar ständig seine ScheiBe anzündet und sogar selbst so ein Schweinehund bist, der ständig seine ScheiBe anzündet, dann muss man sich auch nicht wundern ständig krank zu sein und seine Kinder ständig krank werden.
    Ich kann es mir schlecht vorstellen, wenn die ganze Nacht der Gestank von brennenden Tierkadavern, Windeln, Glas, Blech, Batterien, E-Lampen, Leuchtsstoffröhren, ausgedienten Kinderwagen und sonstig Brennbarem in der Luft liegt und sich dieser allmählich senkt, bis zum Morgengrauen, wenn die Frühschicht der Schweinehunde ihr Feuerchen anmacht (das sind die ganz schlauen, die dann Mieschen gehen und ihren Gestank nicht riechen müssen).
    Aber der noch überschlaue Paragauyer hat ja Airconditioner. Da kann er bei geschlossenen Fenstern schlafen und riecht nichts, somit dringt der Gasangriff auch durch keinen Filter und keine Ritze in sein Schlafzimmer. Und hat immer sauberes Wasser und sauberen Staub. Ist ja logisch (bei täglich 3 Stunden Grundschule).
    Ich sage ja immer: auch wenn arm bist musst kein Schweinehund sein. Da wo ich herkomme nennt man sowas Ratten, nicht nur weil man sich mit einem Leben mit diesen „Haustieren“ wohl fühlt.
    (PS. Dieser Kommentar entspricht meiner persönlichen Meinung. Betitelungen wie „Schweinehunde“ und „Ratten“ sind nicht wörtlich zu nehmen, sondern bekunden lediglich meine ganz persönliche Vorstellung von Lebensart. Und ja, genau so denke ich über dieses Schweinehunde- und Rattenpack, da tut es mir wenig leid nicht mehr Respekt aufbringen zu können. Sie bekommen genau den Respekt, den sich sich mit ihrem Handeln und Tun auch verdient haben, da ist die Zeit des in den Hintern Kriechens längst abgelaufen).

  3. Tja das ist der american way of life, das haben die Paraguayer schnell übernommen, Smartphone und Pharma, und die eigenen naturmedizinischen Fähigkeiten über Bord geworfen….schwerer Fehler!

  4. Ich war gestern mal wieder beim Zahnarzt. 2 Zaehne mit Karies und eine komplette Zahnsteinentfernung 450.000 G. Es gibt bestimmt billigere Stellen, aber da muss man erst suchen und rumgondeln. Aber ich frage mich, wie will das ein Paraguayer mit Mindestlohn und Anhang stemmen, das ist ja unmoeglich.

    1. Johan Moritz van Nassau-Siegen

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      @Wolfgang
      Mein ein paraguayer Arbeiter behandelt sich immer mit Yuyos (Naturheilkraeuter die mit viel „Juju“ glauben dann heilen sollen) bei Zahnschmerzen. Wenns dann nach einigen Tagen dicke Backe nicht hilft so holen die sich diese Dentomed (oder wie die heissen) von der Apotheke. Das haelt dann ein paar stunden an und dann aufs neue. Wenns dann nicht mehr auszuhalten geht so wendet er ein Kraut an welches den Zahn irgendwie locker macht so dass er sich den selber rausreissen kann (mit einer Mechanikerzange).
      Also ganz ohne Pharma gehts nicht und die „Heilkraeuter“ helfen oft auch nur mit sehr viel Aberglauben.
      Ein anderer Lateiner liess sich einmalig ein Gebiss machen von Zahnarzt da das kostenguenstiger ist als staendig Zaehne boren zu lassen. Das Gebiss ist eine Einmalkur fuer alle Zahnprobleme.
      Nur gefaellt nicht allen das Gebiss da sie dann nicht ohne Vorschneiden Fleisch in Massen essen koennen.
      Durchschnittlich laesst der lateiner sich die Zaehne nur rausreissen und wenns dann zu wenige werden dann muss ein Gebiss her.
      Ist ja auch eine Loesung – zwar suboptimal aber wenigstens gehts mit den Fleischfressalien weiter.

      Die Doktorpreise (Zahnarzt, Dr medicus, etc) sind in diesem Land sowieso weit ueberzogen. Aber wenn man bedenkt dass es usus ist/war dass kanadische Mennoniten hier nach Paraguay fliegen um sich die Zaehne machen zu lassen, dann merkt man schnell dass die Zahnarztlobby effektiv in aller Welt sich die Preise selbst gegeben hat. Den Zahnarztservice kann man eben nicht nur mal so „Made in China“ aus China importieren. Als ich in Nordamerika war hatte ich dort eine Zahnversicherung, aber die Zahnaerzte dort sind ziemliche Schweinsohren (die Haelfte ist wohl Homosexuell und die andere Haelfte von denen ist Auslaender also Inder, Pakistani und so) so dass mir nicht mal gesagt wurde dass es simpler Kalziummangel war weswegen der Zahn broekelte. Stattdessen wurde man wie eine Kartoffel zu einem „Experten“ nach dem anderen geschickt bis ich mal selbst feststellte dass es wohl Kalziummangel war und nach dem Kauf eines Pfundes Kalziumpillen hoerte das Problem nach den ersten paar Pillen ganz auf. Dasselbe fuer Aerzte dort die oft wie mir scheint eher nur Krankenschwestern sind, nicht zu reden von den extremen Wartezeiten.

      Das Gesundheitssystem bei den Mennoniten hat sich in den letzten 10 Jahren zwar stetig verschlechtert (diese neuen Aerzte sind eben nicht mehr von der Qualitaet und Integritaet wie die alten Knacker es waren. Pharmaorientierung wird immer mehr und fast alles ist schon mit Lateinern besetzt), aber es ist sogar besser (noch) wuerde ich sagen als das von Kanada.

    2. Hoffentlich erlebst du nicht dein schmerzhaftes Wunder.
      Habe auch eine Zahnsteinentfernung mit allem drum und dran machen lassen. DAbei hat die gute Tante die Zahnhälse so schön freigelegt, dass weitere Behandlungen nur eine Frage der Zeit sind. Zwacken tut es bereits.
      Hier wird überall beschi….

      Ein Paraguayer mit Mindeslohn hat entweder viele Zahnlücken oder geht zum Zahnarzt, der preisgünstig ist und keine Preise für Alemanes und Suizzos nimmt.

  5. Das wundert mich nicht.
    Wegen jedem Wehwehchen legt man sich entweder tagelang ins Hospital oder kommt mit einer großen Tüte voller Medikamente nach Hause.
    Für jedes Afterjucken werden zumindest ein Antibiotico, ein Antiinflamatorio, ein Analgesico und zwei bis drei Salben verschrieben
    Drunter geht der Paraguayo nicht nach Hause.
    Denn wenn er nicht eine Menge Medikamente vorweisen kann, glaubt ihm ja keiner, daß er wirklich krank ist.
    Hier werden Leute tagelang im Hospital aufgenommen, die würden mit den gleichen Symptomen in Europa noch nicht mal zum Arzt gehen.
    Und da wundert man sich, daß es dann für wirklich Schwerkranke keine freien Betten mehr gibt.
    Wo gibt es das sonst noch, daß jemand, der nur eine Erkältung, also keine Grippe, hat, eine ganze Woche im Hospital liegt?
    Wenigstens kann dann die ganze Sippe in einem geheizten/klimatisierten Zimmer sitzen.
    Viele Medikamente/langer Krankenhausaufenthalt = Statussymbol?

  6. Nun, wer Zahnschmerzen hat, muß sich dann eben einen Dr. aussuchen, den er sich auch leisten kann. Ein Mann aus meinem Freundeskreis in Guarambaré hatte (das war noch in den 1980er Jahren) fürchterliche Zahnschmerzen, und was noch schlimmer war als der Schmerz, das war das fehlende Geld, denn umsonst will auch in Paraguay niemand arbeiten. Da bekam er einen Tip von einem einheimischen Nachbarn, er wisse einen in Itá, der sei sehr gut una außerdem auch noch sehr billlig, und gab ihm ein Zettelchen mit Namen und Adresse des Zahnarztes. Nun, in Itá angekommen, war an besagter Adresse lediglich eine Schmiede zu finden. Der arme Patient fragte dort nach dem Zahnarzt, und der Schmied selbst stellte sich als solcher vor, er mache das lediglich nebenberuflich, er könne dies aber sehr gut. Der Schmied öffnete also innerhalb der Schmiede eine kleine Türe zu einem winzigen Zimmerchen, in welchem ein Stuhl und ein kleines Tischchen war, und ein Köfferchen mit Werkzeugen. Dort öffnete der Schmied sein Köfferchen, und er hatte tatsächlich darin eine ganze Auswahl an zahnärztlichen Geräten. Aber aufgrund des Zustandes des bereits betrachteten Zahnes brauchte er nur seine Zange, sonst nichts. Natürlich ohne Betäubung, aber mit Ausnahme eines kurzen Schmerzes war dann auch das Problem gelöst. Preis: 500 Gs.

    1. Johan Moritz van Nassau-Siegen

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      Im Chaco gibts keinen Zahnservice vom IPS (dazu muss man nach Asuncion fahren wo man sich 1 Woche lang ein schaebiges Motel nehmen muss in der Hoffnung mal endlich dran zu kommen).
      Wenn in 1983 das Zahnziehen bei dem Mechaniker 500 Gs kostete dann ist das ein Aequivalent von rund 30000 Gs heute (deinflationierter Preis).
      https://calculadoradeinflacion.com/paraguay.html
      Heute beim Zahnarzt kostet dir das Zahnziehen rund 100000 Gs (das sagt mein Arbeiter. Das ist aber schon so in etwa 2 Jahre zurueck) welches gut und gerne heute wohl schon 150000 Gs kostet (beim mennonitischen Zahnarzt).
      Also gehen wir aus dass schon damals 1983 das Aequivalent von 50000 Gs kassiert worden waere (823 Gs) von einem richtigen Zahnarzt, dann haben sich die Zahnarztpreise so in etwa verdreifacht.
      Also der heutige Zahnarzt verdient 3 mal soviel wie der Zahnarzt 1983.
      Das nenn ich mal abzocke!

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