Das Haus von Stroessner erregt weltweites Interesse

Asunción: Das BBC World-Netzwerk veröffentlichte ein umfangreiches journalistisches Material über die Entdeckung von Skelettresten im ehemaligen Haus des verstorbenen Diktators Alfredo Stroessner in Ciudad del Este. Man unterstreicht die mangelnde Information über die Domäne des Grundstücks und die Merkmale eines Ortes voller Geheimnisse.

In der Nähe des Flusses Acaray, nahe der Grenze zu Brasilien und Argentinien, birgt ein verlassenes Haus im Osten Paraguays dunkle Geheimnisse der längsten Militärregierung in der Geschichte Südamerikas.

Alfredo Stroessner, der das Land zwischen 1954 und 1989 regierte, verbrachte kurze Zeit in der Gegend, weit weg vom Lärm der Hauptstadt Asunción.

Doch seit der Enteignung in den frühen 1990er-Jahren, auf der Finca 66 in Ciudad del Este, hat das Haus ein so dunkles Schicksal wie in den Jahren, in denen es bewohnt war. Die Eigentumsrechte sind seit Jahren umstritten und niemand scheint genau zu wissen, wem es gehört: Die paraguayischen Medien diskutieren untereinander, ob es sich um öffentlichen Grund handelt oder ob es wirklich einem Enkel von Stroessner gehört.

Das halb zerstörte Herrenhaus war auch ein häufiger Grund für Legenden: Die Bewohner der Gegend nennen es “das Haus des Schreckens“ und glauben, es beherberge Schätze und “Geister“.

In der Tat haben Familien, die den Ort Ende August besetzten, aufgrund bestimmter Zufälle einen makaberen Fund gemacht.

Während sie die Fliesen eines Badezimmers auf der Suche nach verborgenen Schätzen zerbrachen, fanden sie Schädel und menschliche Knochen.

„Es gibt Gerüchte, dass hier Gold ist und was wir gefunden haben, sind Skelettreste“, sagte einer der Zeugen einem örtlichen Fernsehsender.

Es sind anscheinend mindestens drei Schädel und andere menschliche Überreste, von denen niemand weiß, wie sie dorthin gekommen sind oder wem sie gehören.

Wie fast alles, was das Leben des paraguayischen Generals umgibt, sind seine Aufenthalte im Herrenhaus von Ciudad del Este eine der vielen Seiten, die in der jüngeren Geschichte der Nation noch geschrieben und geklärt werden müssen.

„Sein Leben ist gekennzeichnet mit dem Zeugnis vieler Opfer. Stroessner war ein Pädophiler und nahm Kinder im Alter von 9 bis 12 Jahren in das Haus mit. Es ist nicht verwunderlich und es gibt Zeugenaussagen über diese Missbräuche, die derzeit von der Staatsanwaltschaft untersucht werden und recht abweichend sind“, sagt der paraguayische Historiker Carlos Pérez Cáceres.

Es ist bekannt, dass das Anwesen 1962 an Stroessner ging. Seitdem wurde es eines der vielen Häuser, die der Präsident im ganzen Land hatte, aber einige sagen, er sei einer seiner Favoriten gewesen. Tatsächlich wurde Ciudad del Este, die zweitwichtigste Stadt in Paraguay, zu Ehren des regierenden Generals umbenannt: Sie hieß bis 1989 Puerto Presidente Stroessner.

Experten sind jedoch der Meinung, dass das Herrenhaus aufgrund seiner strategischen Nähe zur Dreifachgrenze mehr als ein Erholungsort war.

Die vollständigen Informationen finden Sie hier:  https://www.bbc.com/mundo/noticias-america-latina-49617173

Wochenblatt / ADN Paraguayo

Der Zweck dieses Dienstes ist die Wertsteigerung der Nachrichten und um einen flüssigeren Kontakt zu den Lesern zu etablieren. Kommentare sollten an das Thema des Artikels angepasst werden. Die Kommentatoren sind ausschließlich für den Inhalt verantwortlich, der sachlich und klar sein sollte. Schimpfwörter und persönliche Beleidigungen sowie Rassismus werden nicht geduldet.

4 Kommentare zu “Das Haus von Stroessner erregt weltweites Interesse

  1. Der Große Diktator Alfred Ströessner 1989 abgesetzt und alle Speichellecker nachgerückt, anstatt sie zu enteignen. Einer ganzen Reihe davon, Speichellecker und Nachkömmlinge der Speichellecker des Großen Diktators Alfred Ströessner geht es heute sehr gut im Paragauy, einem Land, in welchem geschätzt 98,8% der Eingeborenen ihrem Müll noch mit Streichhölzer anzünden muss, weil sie sich kein Feuerzeug leisten können: Darunter der gelernte Flugzeugmechaniker, Multidollarmillionär und Expräsident Don Cartes und der amtierende Präsident Don Abdo. Dem Großen Diktator Alfred Ströessner „Partei“, die Colorados, noch heute am Gipfel der Korruption.
    Nürnberger Gerichtsprozesse wären auch hierzulande angezeigt, doch die hiesig Justiz weiß nicht was ein Gerichtsprozess ist, woher auch, sicher nicht aus landesüblicher 7 bis 11 Uhr Grundschule, oder stecken bis zum Hals in Mord und Korruption mit drinne.
    Gut, „flieg doch wieder heim“, werden mir ein paar unter meinen Kommentar brünzeln, „warst ja gar noch nicht im Paragauy vor 30 Jahren“, na ok, tu ich den gefallen und flieg morgen ab, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass dies hier ein Planeten der Affen ist, den man in Gottfried Kellers: «Die Leute von Seldwyla» vergeblich sucht. Naja, ein Wunder, «Planet der Affen» ist ja auch ein Roman von Pierre Boulle.

  2. Kuno Gansz von Otzberg

    Antworten

    Ja das wurde mir auch mal von einem Lehrer gesagt dessen Sippe zur Blauen Partei gehoerte und selber Folteropfer in der Familie hatten.
    Stroessner soll tatsaechlich paedophil gewesen sein. Wenn er einen „Schoenling“ fand, so konnte man sich nicht verweigern und letztendlich schmolz auch jeglicher Wiederstand wenn er die Eltern des Knaben mit Geld zuschuettete – genau wie heute es Landesbrauch ist. Auch kleine Maedchen soll er „gemocht“ haben. Der Typ war also so eine Art Frosch: bisexuell.
    Man sollte allerdings nicht alles Stroessner ankreiden denn waere er das Uebel gewesen, so haette ja das Volk ab der Demokratiewende bis heute genuegend Zeit gehabt, „es besser zu machen“ – aber nein, es bleibt beim alten. Warum wohl? Nun weil das Wesen Stroessners eben den Volkscharackter 100%ig wiederspiegelte und identisch mit der Wesensart des paraguayers war. Man kann wohl schwer behaupten dass die Colo’os fuer alles Ueble verantwortlich waren um dann wenn man die Gelegenheit hat (ab 1989) die Opposition zu waehlen, wiederum nur mit erdrueckender „Mehrheit“ die Colo’os zu waehlen. Abdo als wiederauferstandener Stroessner ist doch das beste Beispiel der Diktatorensehnsucht des Paraguayers. Zu behaupten, dass das Stockholmsyndrom noch anhaelt, ist wohl mittlerweile etwas weit hergeholt. Eher sind die Paraguayers selber „syndromatische Stockholmer“. Auch die Verklaerung Adi Hitlers in Paraguay spricht doch Baende – uebrigens so wie’s im Justizapparat Paraguays laeuft, so lief es auch in etwa in fast allen Bereichen in der Nazizeit: Guenstlings- und Bonzenwirtschaft gepaart mit grassierender Korruption wo man auch nur hinsah. Das Volk bekommt eben die Herrscher die es verdient und wuenscht (die am ehesten ihre eigene Wesensart wiederspiegeln).

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.